Miscanthus giganteus 'Aksel Olsen'
Geeignet für preiswerte Sichtschutzbepflanzungen.

Der sogenannte Riesenchinaschilf, Miscanthus x giganteus 'Aksel Olsen' (auch unter dem Synonym Miscanthus floridulus im Handel) ist eine hohe Gräserart und von den Chinaschilfformen wohl auch die höchste. Die etwa 3 m hohe Sorte kommt im Gegensatz zu den anderen Formen bei uns nur selten zur Blüte und wirkt mehr durch seinen bambusartigen Habitus.

Botanik

Zur Botanik ist kurz zu sagen, dass Miscanthus eine Gattung innerhalb der Pflanzenfamilie der Süßgräser (Poaceae) darstellt. Miscanthus x giganteus ist ein natürlich entstehender Hybrid aus den Arten Miscanthus sinensis und Miscanthus sacchariflorus (beides sind Gartenarten). Sorten aus dieser Kreuzung haben heute in Form von Energiepflanzen mehr Bedeutung im landwirtschaftlichen Feldbau. Für den Garten ist mir nur die Sorte 'Aksel Olsen' bekannt.

Miscanthus giganteus Aksel Ohlsen Riesenchinaschilf

Verwendung meist als Sichtschutz

Der Riesenschilf ist trotz der Höhe wenig ausladend, darum wird er gern als Sichtschutz gepflanzt. Mit dem Riesenchinaschilf lassen sich tatsächlich schnell und recht preiswert blickdichte Streifen anlegen. Doch ausgesprochen pflegeleicht sind diese Sichtschutzpflanzungen nicht (siehe unten), da im Frühjahr die abgestorbene Stängel abgeschnitten werden sollten (Bambus bleibt hingegen stehen). Wen die abgetrockneten Stängel nicht stören, der kann diesen Rückschnitt, der im Vorfrühling erfolgen sollte, aber auch alle zwei Jahre tätigen. Als Uferbepflanzung am Gartenteich, als Ersatzpflanze für echten Schilf, wäre 'Aksel Olsen' möglich, wenn gleichzeitig ein dichter Sichtschutz gewünscht ist. Anderenfalls weicht man besser auf die Art Miscanthus sacchariflorus, der immerhin auch an die 2 m Höhe erreicht, aus. Bei der Verwendung steht noch die Frage, ob es denn sinnvoll ist 'Aksel Olsen' mit den blühenden Sorten des (Miscanthus sinensis, Chinaschilf) zu mischen, was ich nicht raten würde, weil der grob wirkende Habitus des Gräserriesen das Flair des zierlicheren Chinaschilfs überdecken würde. Anders ist es, wenn man eine Hintergrundpflanzung für Bambus benötigt. Beim Bambus gilt ja die Regel, entweder nur einen Einzelnen in den Garten zu setzen oder auf deren Massenwirkung zu bauen.

Ansprüche, Pflege

Riesenchinaschilf mag tiefgründigen, nicht zu trockenen Boden und sonnige Plätze. Optimal ist es, wenn im Mai gepflanzt wird. Auch die Eigenvermehrung durch Teilung der Wurzelbatzen sollte in dieser Zeit erfolgen. Möglich ist die erfolgreiche Pflanzung auch Ende August, Anfang September bzw. in recht milden Gegenden auch in der vegetationsarmen Zeit, wenn auch nicht optimal. Bei langer Trockenheit sollte gewässert werden, was besonders bei Neupflanzungen wichtig ist. Winterschutz ist dort angebracht, wo die Winter sehr frostig sind und wenig Schnee zu erwarten ist. Dort tut ein 5 cm dickes Laubpolster, was im Herbst unter die Halme gebracht wird, beste Dienste. Der Rückschnitt erfolgt im Vorfrühling oder im Frühling vor dem Neuaustrieb mit einer gewöhnlichen Gartenschere. Ich schnalle mir für diese Zwecke Knieschoner an, wie sie die Fliesenleger verwenden und kniee mich für diese Arbeit hin. So kann ich mit einer kleinen Axt zugleich den Wurzelbereich der Pflanze bearbeiten, indem ich alles weghacke, was sich zu sehr breitgemacht hat. Tatsächlich neigt das Riesenschilf dazu, sich auszubreiten. Das tut es anfangs eher unauffällig, und hat man fünf Jahre nichts zur Eindämmung getan, dann ist diese Rückdrängung keine besonders angenehme Arbeit. Wirken die Grasstauden im Sommer nicht mehr frisch grün, so kann mit einem Universaldünger gedüngt werden (z.B. Blaukorn), doch jedes Jahr ist das nicht nötig, es sei denn der Boden ist sehr sandig und nährstoffarm.

Miscanthus und Bambus