LabyrintheVerschiedene Labyrinthe.
Verschiedene Labyrinthe.

Das Labyrinth ist ein Symbol der Schicksalswege, die letztlich zu nur einem Ziel führen. Die altchristliche Lehre dazu ist die "Apokatastasis" – Wiederbringung aller Dinge. Schon in der Jungsteinzeit kannte man symbolische Labyrinthdarstellungen, die während der Bronzezeit in den verschiedensten Kulturen weit verbreitet waren.

Mit "Irrgärten" beschäftigen sich die Menschen seit Jahrtausenden. Eine Sonderform des Irrgartens ist das Labyrinth, bei dem es nur einen einzigen Weg gibt, welcher sich auf gewundenen Wegstrecken auf den Mittelpunkt zubewegt. Das Labyrinth mit seinem irrenführenden Wegesystem hat eine ähnliche Grundbedeutung wie die Spirale.

Labyrinth Darstellung EtruskerKultszene auf einem etruskischen Tonkrug (nach Fox)

Das Motiv in der Antike und im Christentum

Das Labyrinth bezeichnet nach der grichischen Mythologie die von dem Baumeister und Künstler Daidalos geschaffene Behausung des Minotaurus (Daidalos bekam von dem König Minos den Auftrag, ein Labyrinth für das Untier zu bauen, um es wegzusperren). Damit gilt es als ein Symbol für den Abstieg in die Unterwelt.

Das Christentum übernahm das antike Labyrith-Motiv als Heilszeichen: Fußbodenmuster der Kathedralen zu Reims, Chartres und St. Severin zu Köln. Den Weg durch das Labyrith mit dem Finger nachzuzeichnen galt als Ersatz für die Pilgerfahrt nach Jerusalem. Manfred Lurker: Wörterbuch der Symbolik, Stuttgart 1991

Bedeutung auf Grabmalen

Labyrinthe werden heut gern für die Gestaltung von Grabmalen gewählt. Manchmal sind sie auch ein Symbol für einen schwierigen Lebensweg, der zu beschreiben ist, etwa bei Tod durch Selbstmord.

Ein Rasenlabyrinth.
Ein Rasenlabyrinth.
Motiv des Irrgartens auf einem Grabstein. - Das Bild ist etwas unscharf, weil es beim Fotografieren stock duster war :-/
Motiv des Irrgartens auf einem...
Das bekannte Labyrinth von Chartres. Es befindet sich in der Kathedrale von Chartres (Frankreich).
Das bekannte Labyrinth von Cha...

Literatur:

  • Fox, D. C.; Lab. und Totenreich; Paideuma Band I, Heft 8, Leipzig 1940
  • Drößler, Rudolf; Als die Sterne Götter waren; 1981