Albrecht Dürer Holzschnitt: Die vier apokalyptischen Reiter, Detail SchwertDetail aus: Die vier apokalyptischen Reiter (Dürer)
Detail aus: Die vier apokalyptischen Reiter (Dürer)

Das Schwert hat in der reinen Symbolsprache vor allem die Bedeutung der Teilung, des scharfen Durchtrennens. Damit ist die scharfe Urteilskraft des menschlichen Verstandes gemeint. Im Zusammenhang mit physischer Kraft (Königswürde, Autorität, Schutz, Mut, Stärke) verbindet sich diese mit Wille und Verstandeskraft zu Gerechtigkeit, Mäßigung und Urteilsfindung. So ist das Schwert ein Zeichen der Gerichtsbarkeit. Das Gerichtsschwert besitzt keine Scheide und kann auch als zweischneidiges Schwert dargestellt sein.

Das zweischneidige Schwert weist auf Dualitäten hin.

Der Engel mit flammendem Schwert bewacht den Paradiesgarten - das flammende Schwert weist auf eine geistige Kraft.

Eine Besonderheit habe ich einmal auf einem Friedhof gesehen, wo auf einem alten Grabmal ein Schwert mit abgerundeter Spitze aufrecht wie ein Kreuz dargestellt wurde. Dieses Denkmal gehörte zum Grab eines Henkers, dessen Angehörigen es verboten war, ein christliches Kreuz darzustellen. Das Schwert war also der Ersatz dafür. Die gerundete Spitze ist der Hinweis auf das Henkersschwert, mit dem nicht zugestochen wurde, sondern nur geköpft. (Friedhof Sankt Peter in Straubing)

Im Buddhismus und Daoismus ist die Bedeutung des Schwertes wie oben schon erwähnt Einsicht und Urteilskraft. Interessant im Buddhismus ist auch das Bild:

...so wie das Schwert den Knoten durchschneidet, so soll der Intellekt die verborgenen Winkel buddhistischen Denkens durchdringen... J.C. Cooper: Lexikon alter Symbole, Leipzig 1986

Nach mythischer Überlieferung soll es 333 v.Chr. Alexander dem Großen gelungen sein, denn Gordischen Knoten mit seinem Schwert zu durchtrennen. Diese Problemlösung ist zwar brachial, doch es zeigt, dass im Leben bei scheinbar unlösbaren Schwierigkeiten manchmal die einfachsten Lösungsansätze die wirkungsvollsten sind.

Im Islam ist das Schwert sowohl ein Zeichen für den heiligen Krieg gegen die Ungläubigen als auch ein Symbol für den Kampf gegen die eigene Bosheit.

Heiligenattribut

Bei der Darstellung von Heiligen kann das Schwert ein Zeichen für deren Märtyrertod sein. So z.B. bei der heiligen Barbara: Die heilige Barbara war die Tochter eines angesehenen Götzendieners namens Dioskorus. Von Kindheit an war sie sehr wissbegierig und bekam alle nötige Bildung von ihrem Vater. Doch durch den berühmten Theologen Origines soll Barbara zum Christentum gefunden haben. Daraufhin erschlug ihr Vater sie im Zorn mit seinem Schwert...

Das Schwert ist Heiligen-Attribut für:

  • den Erzengel Michael

für die Heiligen:

  • Adrianus
  • Agnes
  • Alban von England
  • Barbara
  • Euphemia
  • Justinia, Katharina von Alexandria
  • Martin
  • Paulus
  • Petrus des Märtyrers
  • Georg von Kappadokien
  • Jakobus des Älteren (von Compostella, am Jakobsweg)
Alexander de Große zerschlägt den Gordischen Knoten. (1767, Jean Simon Berthélemy)
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Die Heilige Barbara von Nikomedien mit Schwert und Turm. Sie ist die Nothelferin der Bergleute.
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Die drei heiligen Jungfrauen: Maria (mitte) mit Jesuskind, Katharina (links) mit Schwert und Barbara (rechts) mit Kelch. Darstellungen auf dem Altar der Marienkirche zu Dohna (Sachsen).
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Der Apostel Paulus mit Schwert. (Portalplastik der Kirche St. Afra zu Meißen)
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Die Symbole Schwert, Rad und Löwe in einem Wappen.
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