Apfelbaum mit Früchten
Apfel, ein wichtiges Obst für Selbstversorger.

Innerhalb Deutschlands ist der Apfel von allen Obstarten derjenige mit der weitesten Verbreitung. Und er weist auch die größte  Mannigfaltigkeit an Sorten, mit spezieller Anpassung an einzelne Gebiete, auf. Hierfür sind die zahlreichen Lokalsorten ein Beweis.
Das durchschnittliche Alter des Apfelbaumes beträgt 50 bis 60 Jahre. Unter besonders günstigen Bedingungen können einige Exemplare auch bis zu 100 Jahre alt werden.

Der Apfelbaum erreicht, sowohl auf eigener Wurzel als auch auf stark wachsendem Sämling veredelt, eine Höhe von 6 bis 10 Metern. Die Wurzeln verlaufen verhältnismäßig flach und gehen meist erheblich über die Kronentraufe hinaus. Wegen der flachen Wurzeln ist Rasenbewuchs unter empfindlichen Apfelbäumen ungünstig, weil die Gräser bedeutende Nahrungskonkurrenten sind. Als Flachwurzler verlangt der Apfel einen guten, genügend durchlässigen und feuchten Boden. Bäume auf schwach wachsenden Unterlagen sind hinsichtlich der Bodengüte und des Nährstoffgehalts des Bodens anspruchsvoller, als auf Sämling stehende Hochstämme auf der Streuobstwiese.

Bodenansprüche des Apfels

Am geeignetsten ist allgemein ein mittelschwerer, lehmiger Boden mit ausreichender Feuchtigkeit, der nicht über 1 m Mächtigkeit zu haben braucht. Flachgründige und durchlässige Sandböden sind noch brauchbar, wenn im Untergrund günstige Feuchtigkeitsverhältnisse herrschen oder hohe Niederschläge für ausreichende Feuchtigkeit sorgen und, wenn eine gute Düngung gewährleistet ist. Humose, feuchte aber nicht nasse Böden sind gewünscht. Höhenlagen bis 600 m sind kein Problem.

Auf sehr nassen, tonigen Böden, sowie bei hohem Grundwasserstand und undurchlässigen Schichten in geringer Tiefe leiden die Bäume unter Frost, Krebs und Spitzendürre. Auf leichteren, sandigen Böden sind die Früchte gewöhnlich besser gefärbt, als auf schweren Lehmböden.

Klima 

Die Temperaturansprüche des Apfels sind gering. Günstige Lagen vorausgesetzt, gedeiht er im Mittelgebirge bis in Höhen von 600 m ertragreich. Im Selbstversorgergarten habe ich Apfelbäume – halt mit entsprechend qualitativen Abstrichen – aber auch in Höhen von 900 bis 1000 Meter über NN gesehen.

Wichtig ist wohl eher der Umstand, dass der Apfelbaum hohe Luftfeuchtigkeit liebt, wie sie besonders in der Nähe großer Wasserflächen zu finden ist, zum Beispiel im Havelobstgebiet, am Bodensee, im Alten Land bei Hamburg. Warme, trockene Lagen sagen ihm im allgemeinen nicht zu. Hier leidet er stark unter Mehltau und Blattläusen.

Die Frosthärte des Apfelbaumes ist stark vom Klima und – beachtenswerterweise – vom Boden abhängig. Je niederschlagsreicher, kühler und sonnenärmer das Klima und je schwerer und nasser der Boden ist, umso später schließt der Baum im Herbst den Trieb ab. Umso schlechter reift das Holz der neuen Triebe aus und umso leichter kommt es dann zu Frostschäden in kalten Wintern. Man verwende in gefährdeten Lagen also frostharte Sorten mit entsprechend zeitigem Triebabschluss.

Eine regelmäßige Düngung des Apfelbaums ist wichtig, z.B. mit Kalidünger.

Die Blüte des Obstgehölzes erscheint gewöhnlich ab Ende April.

Schädlinge und Krankheiten

Von allen Obstsorten leidet der Apfelbaum am meisten unter Schädlingen und Krankheiten. Er ist jedoch oft in der Lage, die Schädigungen verhältnismäßig gut zu überstehen und auszuheilen. Die häufigsten Krankheiten sind: Apfelschorf, Apfelmehltau, Monila-Fruchtfäule. Die häufigsten Schädlinge sind: Apfelwickler, Apfelblütenstecher, Frostspanner, Apfelbaumgespinstmotte, Apfelblattsauger, Blattläuse und die Blutlaus.

Verwendung

Neben der Verwendung als Frischobst wird der Apfel zur Herstellung von Mus, Marmelade, Gelee, Kompott, Konserven, Saft bzw. Süßmost, Most, Wein, Kuchenbelag, Bratapfel und Dörrobst genutzt.


Literatur & Quellen:

  • Friedrich, Dr. G. Friedrich: DER OBSTBAU, Neumannverlag Radebeul, Halle 1958.
  • Vanicek, Karl-Heinz: Obstbau im Garten. Ein Leitfaden für den Obstbau im Kleingarten, Siedlergarten, Hausgarten und Bauerngarten. Pößneck 1962.