Grünling

Der Grünling gehörte früher zu den wohlschmeckendsten Speisepilzen, wurde vielseitig verwendet und war, wo er häufig vorkam, ein wichtiger Handelsartikel, wie beispielsweise in Berlin, Breslau, Dresden, Leipzig und Danzig. Seit einer französischen Studie aus dem Jahr 2001 gilt dieser Pilz jedoch als giftig, der in extremen Situationen sogar tödlich wirken kann.

Merkmale zum Bestimmen

Der fast immer mit Erde oder Nadeln bedeckte, schmutzige und unansehnliche Grünling bietet von unten gesehen, mit seinen leuchtend gelben Blätter einen überraschend schönen Anblick. Sein fleischiger Hut ist anfangs halbkuglig oder kegelförmig, mit eingebogenem Rande, später breitet er sich aus und wird flach gewölbt. Er ist oft stumpf gebuckelt, am Rande verbogen und fühlt sich bei feuchtem Wetter schleimig-klebrig an. Auch jung ist er klebrig, bildet sich schon unter der Erde fast vollständig aus und nimmt daher beim Emporwachsen Erde und Humusteilchen mit. Der Hut wird 6 bis 12 cm breit und ist dunkel olivbraun, grüngelb oder braungelb, in der Mitte dunkler und etwas klebrig. Die Oberhaut, die schwach glänzend und meist mit anliegenden Faserschuppen versehen ist, lässt sich leicht abziehen. Das Sporenpulver ist weiß, wie bei fast allen Ritterpilzen.

Das Fleisch sieht anfangs weiß, später weißgelblich aus.

Die Lamellen sind prächtig schwefelgelb, 0,5 bis 1 cm breit, stehen dicht, frei oder sind ausgerandet.

Der schwefelgelbe, glatte oder feinschuppige, volle Stiel ist zuerst knollig; später streckt er sich und wird 4 bis 6 cm lang und 1 bis 2 cm dick. Er streckt meist etwa zur Hälfte im sandigen Boden, so dass der Hut nur wenig über die Erde emporragt und deshalb leicht übersehen wird.

Der Grünling ist geruchlos und schmeckt mild, zuweilen aber etwas kratzend.

Man findet ihn erst etwa Ende August; er gedeiht bis zum November in sandigen Nadelwäldern, besonders in Kiefernwäldern und auf Grasheiden, und tritt oft massenhaft auf.

Genießbarkeit: giftig

Synonyme: Echter Ritterpilz, Grünreizker, Gelbreizker, Gänschen, Echter Ritterling, Tricholoma flavovierens

Ähnlich:

Schwefelgelber Ritterpilz: riecht sehr widerlich; Hut schwefelgelb, nicht klebrig, matt; Fleisch gelb; Lamellen weitläufig; Stiel steckt nicht tief in der Erde


Quelle: Die Pilze unserer Heimat von E. Gramberg, Leipzig 1913