Semmelpilz

Der Semmelpilz wächst im Spätsommer und Herbst zerstreut in sandigen Nadelwäldern zwischen Moos. In einzelnen Gegenden kommt er häufig vor, im Osten aber ist er selten oder fehlt stellenweise ganz. Er zählt zu den Fleischporlingen.

Merkmale zum Bestimmen

Es ist ein eigentümlicher Pilz, dessen Hüte zu 5 bis 12 aus einem gemeinsamen, knolligen, verästelten Stiele herauswachsen. Gewöhnlich bildet der Semmelpilz eine unregelmäßig gestaltete Masse, einen ganzen "Pilzstock", der sich durch immer nachwachsende Hüte stetig vergrößert und schließlich einen ansehnlichen Rasen von 15 bis 30, ja zuweilen bis 40 cm Breite bildet. Die einzelnen Hüte sind halbiert, exzentrisch gestielt, oft wellig verbogen, festfleischig und fühlen sich trocken an. Sie bilden dicke, miteinander verwachsenen Lappen und liegen oft dachziegelartig übereinander. Anfangs sehen sie semmelgelb, rötlichgelb, später rotbräunlich aus, werden 10 bis 15 cm breit, sind zuerst glatt und bekommen im Alter meist Risse und Sprünge. Die Oberhaut lässt sich nicht abziehen.

Das weiße Fleisch ist zuerst zart und saftig, dann derb. Es wir 1 bis 2 cm dick, ist beim Durchbrechen in seiner Farbe unveränderlich, wenig biegsam, sondern bricht leicht glatt durch. Die weißen oder weißgelben Röhrchen sind nur 1 bis 3 mm lang, laufen weit am Stiel herab, haben weiße, runde, nadelstichfeine Mündungen und lassen sich schwer vom Fleische ablösen.

Der dickfleischige, weiße Stiel steckt ziemlich tief in der Erde, ist 1 bis 5 cm lang, 3 bis 9 cm dick und verästelt sich nach oben.

Der Geruch ist angenehm, der Geschmack etwas bitter. Jung ist er recht wohlschmeckend. Bei älteren Exemplaren, die ziemlich zäh und bitter sind, muss man die Oberhaut abschälen und die Röhrchen fortschaben. Bei der Zubereitung wird das Pilzfleisch etwas rötlich. 

Der Semmelpilz wird wenig von Insektenlarven angefallen. 

Genießbarkeit: essbar, alt aber bitter

Synonyme: Semmelporling, Gelber Semmelpilz

Ähnlich:

Schafeuter (weißer Semmelpilz):beim Durchbrechen zackige Bruchstellen


Quelle: Pilze der Heimat II von E. Gramberg, Leipzig 1921