kleiner Wasserfall
Kleiner Wasserfall im Steingarten.

Wasser wird in der Gartengestaltung zu einem wertvollen Gestaltungselement, wenn es sparsam zum Einsatz kommt. Wasser ist wertvoll und ohne Wasser gibt es kein Leben, und so hat Wasser oft einen symbolischen Charakter im gestalteten Garten.

Die Wasseranomalie

Wasser hat mehrere phänomenale Eigenschaften, welche die Wissenschaft in ihrer geordneten Sprache als "Wasseranomalie" bezeichnet.

Der aufmerksame Betrachter bemerkt jedoch schnell, dass Wasser in seinen physikalischen Eigenschaften scheinbar intelligent das Prinzip des Lebens unterstützt und das Leben auf unserem Planeten überhaupt erst ermöglicht. Dieses völlig "unnormale" Verhalten des so wichtigen Lebensstoffes sollte uns Zeichen sein, für die leitende Hand eines großen Weltbaumeisters.

Hätte das Wasser die gleichen physikalischen Eigenschaften wie fast alle anderen Flüssigkeiten - also würde es sich "normal" verhalten - dann gäbe es keine Pflanzen und Tiere... und uns Menschen selbstverständlich auch nicht. Wie ist das zu verstehen?

Alle Stoffe ziehen sich bei Kälte zusammen und gewinnen an Dichte. So wandern in einer Flüssigkeit kalte Schichten nach unten und warme Schichten nach oben. Wäre das Wasser normal, würde es sich im Winter durch die Zirkulation so lange abkühlen, bis es bei extrem kühler Witterung vom Grunde her gefriert. Unsere Seen würden sich dann in der kalten Jahreszeit in riesige Eisblöcke verwandeln, die im Sommer vielleicht gar nicht mehr auftauten. Auch verschwänden im Winter die Wasserläufe, denn die Flussbetten würden vom Grunde her zufrieren. Was das für die Tier- und Pflanzenwelt in unseren Breiten bedeuten würde, kann sich jeder ausmalen.

Wasser hat jedoch schon bei 4 °C seine größte Dichte und Schwere. Es beginnt sich wieder auszudehnen, wird es unter 4 °C abgekühlt. Das Wasser verliert dabei an Dichte, auch wenn es in den festen Aggregatzustand übergeht. Demzufolge geht Eis auch nicht unter und schwimmt auf dem Wasser. Dort bildet es eine wärmende, schützende Schicht auf der Oberfläche. Kommt noch eine Schneedecke hinzu, so sind auch kleinere Tümpel vor dem Durchfrieren bestens geschützt. Zudem kann die Sonne im Frühjahr die gefrorenen Seen sehr schnell wieder aufwärmen, da sich die kältesten Schichten auf der Oberfläche befinden.

Eis in der Tiefsee?

Das Erreichen der höchstmöglichen Dichte des Wassers bei 4 °C lässt außerdem zu, dass am Grunde der Tiefsee im Weltmeer kein Eis entstehen kann. Das ist keineswegs selbstverständlich, denn unter derartigen Druckverhältnissen würden andere Flüssigkeiten durch die gewaltige Kompression feste Form annehmen. So ist es möglich, dass auch diese Bereiche unseres Planeten mit den wohl noch wundersameren Tiefseefischen besiedelt werden können.  

Das rechte Maß

Klares WasserDoch auch die wärmeren Regionen der Erde hätten es nicht besser, würde sich das Wasser "normal" verhalten. Zum Glück erwärmt es sich nämlich im Vergleich zu anderen Flüssigkeiten äußerst schlecht, und das ist gut so, sonst trockneten im Sommer sämtliche Gewässer auf dem Lande aus und der Regen würde an heißen Tagen schon in der Luft verdunsten und nicht bis zur Erde gelangen.

Die langsame Erwärmung des Wassers hätte aber auch etwas Schlechtes für sich, denn im Frühjahr könnte es in den Gewässern nicht die für die darin lebenden Pflanzen und Tieren günstigen Temperaturen erreichen, was besonders wichtig für die Fortpflanzung der Organismen ist. Doch da wartet unser Schöpfer mit einem neuen Wunder auf.

Heizen sich normale Flüssigkeiten bei konstanter Wärmezufuhr auch gleichbleibend schnell auf, so braucht unser Außenseiter von 0 - 35 °C bedeutend weniger Energie als bei sonstiger Erwärmung, so wird dieser scheinbare Fehler wieder gut gemacht.

Die Temperaturspanne von 0 - 35 °C ist übrigens für Wassertiere besonders wichtig, denn bei höheren Temperaturen nimmt die Löslichkeit des Sauerstoffes in den Gewässern ab, was alsbald zum biologischem Zusammenbruch dieses Biotops führen würde. Den Organismen kommt auch noch zu gute, dass Wasser in der Lage ist, fast alle Stoffe in sich zu lösen.

Kapillare

Doch die Liste der ungewöhnlichen Eigenschaften geht noch weiter! Dass der Wasserläufer auf einem Teich nicht untergeht, liegt an der außerordentlich hohen Oberflächenspannung des Wassers. Diese Eigenschaft ermöglicht es dem Wasser, sich in Kapillargefäßen hochzuziehen, was wiederum einmalig ist. Jede Pflanze wird durch diese Kapillare versorgt.

Wasser scheint sich von den allgemeinen physikalischen Gesetzmäßigkeiten zu verabschieden, wenn es sich in den Kapillaren befindet. Für Schneeglöckchen ist das lebensnotwendig – die Wasseranomalie machts möglich.

Schneeglöckchen im SchneeWasser scheint sich von sämtlichen physikalischen Gesetzmäßigkeiten zu lösen, wenn es sich in den Kapillaren befindet. Bei Versuchen stellte sich heraus, dass es dort bei -30 °C noch nicht gefriert sondern in einen dickflüssigen Zustand übergeht. Sogar bei -70 °C bildet sich in den Kapillaren kein Eis sondern eine glasartige Masse. Was dieses für die Frühblüher und die überwinternden Pflanzen bedeutet, liegt auf der Hand. Sind das alles Gesetzmäßigkeiten die "blind" wirken?

Wenn man sieht, dass die Naturgesetze aller materiegebundener Energien undenkbar fein aufeinander abgestimmt sind, um durch ihre Existenz auf das Leben gezielt hinzuwirken und durch stete Fortentwicklung letztlich zum "Endziel Mensch" zu gelangen – kann man dann die Summe dieser wirkenden Elemente in der Körperwelt als "blind wirkende Naturgewalten" bezeichnen?

Der Inder Sadhu Sundar Sing schrieb zu Beginn des 20. Jahrhunderts dazu die einfachen Worte:

"Es gibt nur eine Quelle des Lebens - ein unendliches und allmächtiges Leben, dessen schöpferische Kraft allen lebendigen Dingen das Leben gab.
Alle Geschöpfe leben in Ihm und in Ihm werden sie für immer bleiben.
Dieses eine Leben erschuf wiederum unzählige andere Leben, die an Art verschieden sind.
Eine ihrer Entwicklungsstufen stellt der Mensch dar, der nach Gottes eigenem Bild geschaffen ist, auf das er glücklich sein würde in seiner Gegenwart."