Heilpflanze Veilchen
Veilchen (engl. Sweet violet)

Märzveilchen, Viola odorata: Im zeitigen Frühjahr leuchten sie vielerorts aus Gras und Gebüsch, die "bescheidenen", duftenden Frühlingsboten, die Veilchen. Aus dem ausdauernden, dicken kurzen Wurzelstock, der meist ein Stück weit aus der Erde ragt, sprießen zunächst die rundlich-nierenförmigen, gestielten Blätter und später die tiefvioletten, stark duftenden Blüten. Der Frühblüher bildet keinen Stängel aus.

Das Veilchen wächst bevorzugt in Hecken, Gebüschen, auf Auen und an sonnigen Waldrändern. Die Blume blüht einmal von März bis Mai und später ein zweites Mal im August, da allerdings nur sehr unscheinbar. Nachdem es sich selbst bestäubt hat, bildet es kugelartige, aufspringende Kapseln mit drei Klappen aus. Das blühende Kraut und dessen Wurzel werden von März bis Mai gesammelt.

Volksnamen: Wohlriechendes Veilchen, Viole, Vegeli, Blauröschen, blaue Viole, Heckenveilchen, Duftveilchen

Heilwirkung

Die Heilpflanze wirkt blutreinigend, harn- und schweißtreibend, entzündungshemmend und leicht abführend. Vorwiegend wird es bei Husten und Bronchitis eingesetzt, seine schweißtreibende Eigenschaft macht es ideal bei fiebrigen Erkältungen, vor allem weil es auch schlaffördernde Eigenschaften besitzt. Auch bei Magenreizungen, entzündeten Augenlidern, Rheuma, Gicht und als Antikatermittel kann es eingesetzt werden. Sein Duft hilft gegen schlechte Laune und schlechte Träume.

Für einen Teeaufguss 2 g der Droge mit einer Tasse Wasser überbrühen, eine Viertelstunde ziehen lassen, dreimal pro Tag eine Tasse dieses Tees trinken.

Für Veilchensirup eine Handvoll frischer Veilchenblüten in 300 ml Wasser mit 300 g Zucker einen Tag lang ziehen lassen. Dann die Blüten abseihen und die Flüssigkeit eine Stunde lang im Wasserbad einkochen. Den Sirup anschließend in eine Flasche gießen und gut verschlossen im Kühlschrank aufheben. Der Sirup ist gut gegen Husten bei Kindern.

Achtung: Nicht zu viel von der Wurzel verwenden, da diese in höheren Dosen Erbrechen auslöst.

Freisamveilchen, Siebenfarbenblümchen genannt, wächst auf Aeckern, Wiesen, in Wäldern und wird als Zierpflanze im Garten gehalten.

Anwendung: Das Kraut wirkt reizend auf die Tätigkeit des Darmkanals und wird bei Hautausschlägen im Aufguß gebraucht. Die Blüte im guten Bienenhonig gekocht und alle 1/2 Stunden 1 Teelöffel voll gegeben, ist ein altes sehr bekanntes Mittel gegen Keuchhusten für Kinder.


Literatur & Quellen:

  • Bild und Zitat nach historischer Buchvorlage: Brunnfels, O. / Pfeffermann / Gleitsmann, E.: Das Buch der Kräuter, Verlag Urbania-Gesellschaft, Dresden, um 1920