Ligustrum sinensis Bonsai
Ligustrum sinensis kann die meiste Zeit auch draußen stehen ©2016

Ist die Rede von einem Bonsaibaum, dann hat jeder das Bild eines kleinen, zarten und zerbrechlichen Bäumchens von niedriger Höhe vor Augen, das mit grünen und satten Blättern bestückt im Wohnzimmer auf der Fensterbank steht. Mitunter ein falsches Bild, denn der Bonsai ist weder zerbrechlich, noch empfindsam oder zart. Er kann durchaus draußen stehen und Wind und Wetter trotzen, denn ursprünglich ist der Bonsaibaum zunächst ein gewöhnlicher Baum, dem widrige Wetterverhältnisse eigentlich überhaupt nichts ausmachen. Als Gartenpflanze sind Bonsais also durchaus tauglich und bedürfen besonderer Pflege.

Tropische Pflanzen nur für den Innenbereich

Sicherlich gibt es jede Menge Bonsais, die aus tropischen Pflanzen herangezogen werden. Diese können natürlich nicht im Freien stehen und unseren Winter schadlos überstehen. Sie benötigen wohlige und vor allem gleichbleibende Wärme und Raumtemperaturen.

Ficus-Bonsai.

Für diese Standorte lohnen sich die Klassiker unter den Bonsais für drinnen, der Ficus-Bonsai. Er ist äußerst unempfindlich, benötigt wenig Pflege und muss nur ständig, aber nicht täglich gegossen werden. Was der Ficus im Allgemeinen aber grundsätzlich nicht verträgt, ist ein windiger und mit Zugluft durchfluteter Standort, das macht dem schönen grünblättrigen Baum zu schaffen. Auch ein ständiger Standortwechsel ist zumeist tödlich für den Ficus. Er liebt es immerfort an gleicher Stelle zu stehen, dann gedeiht er prächtig und jedes Jahr sprießen neue Blätter.

Auch der Liguster und der Fukientee sind gern gesehene grüne Gäste für den Indoorbereich. Die Pflege dieser Bonsais ist zwar relativ einfach, bedarf aber einiger wichtiger Anhaltspunkte, die man nicht außer Acht lassen sollte. So steht der Indoor-Bonsai mit tropischem Bäumchen am besten auf der Südseite, damit er genügend Licht mitbekommt und vieles mehr. Mehr Informationen zur Bonsaipflege gibt es z.B. bei www.gartenbista.de, denn nur mit der richtigen Pflege kann ein Bonsai extrem alt werden und dauerhaft schön aussehen.

Als Geschenk für Generationen

Eine ur-alte Tradition: Bonsaibäumchen werden in den Ursprungsländern wie China und Japan von Generation zu Generation weitergereicht. Jedes Familienmitglied, das ein solches Bäumchen geschenkt bekommt, steht in er Pflicht, dieses auch zu pflegen, um es später an die nachfolgende Generation weiter zu geben. So kommt es vor, das diese Bäume unter Umständen etliche Jahrzehnte, ja sogar Jahrhunderte alt werden. In Japan beispielsweise steht im Shunka-en Bonsai Museum in Tokyo ein 800 Jahre alter Wacholder-Bonsai. Ganze Waldbepflanzungen mit Kiefern und Wacholder Bäumen können so entstehen. Die Bonsaikultur ist eine hochgeschätzte und sehr angesehene Kultur in China und Japan und es gehört sehr viel Fingerspitzengefühl und jahrelanges Beobachten des Wachstums des Baumes dazu, um ihn in die gewünschte Richtung und Größe wachsen zu lassen. Das Schneiden sollte nicht einfach so frei nach Belieben erfolgen, sondern bedarf einer ganz gewissen und geübten Technik.

Bäume gehören ins Freie

Grundsätzlich stimmt diese Theorie. Denn sie wachsen nun mal in freier Natur und unter freiem Himmel am besten. Für Bonsais gilt das in der Regel auch, wobei man hier eben zwischen Indoor- und Outdoor Bonsais unterscheiden sollte. Samen für einen Bonsai gibt es nicht und das Miniaturwachstum eines jeden Bonsais ist auch nicht natürlich. In mühevoller Arbeit und mit einem gewissen Grundwissen wird der Baum immer wieder so gestutzt, dass er weder in die Breite, noch in die Höhe wachsen kann. Es sei denn, man möchte es so.

Bonsai auf dem fensterbrett