Mammutblatt im Rasen
A.) Das Mammutblatt wirkt einzeln im Rasen wohl am schönsten.

Hohe Stauden (Riesenstauden) können in Rahmenpflanzungen eingesetzt werden und dort, wo mit Pflanzungen im Garten oder an der Terrasse, Sichtschutz geschaffen werden soll. Man kann die Gewächse in Gruppen setzen. Eine andere Einsatzmöglichkeit ist die Einzelpflanzung, um damit besondere Akzente in einer Anlage zu schaffen, wie hier im Bild mit dem Mammutblatt (Gunnera manicata Bild A und B.) in einer Rasenfläche.

Einzelpflanzung

Viele der Riesenstauden heben sich so sehr von den anderen Park- und Gartenpflanzen ab, dass sie mit Habitus und Physiognomie nicht mit ihnen zusammenpassen. Einer dieser Kandidaten ist das Mammutblatt.

Mammutblatt Riesenstaude

Es ist auch deshalb schon ein Sonderling, weil es zu einer uralten Pflanzengattung gehört, welche bereits in der Oberkreide (vor 66 bis 100 Millionen Jahren) durch Pollenfunde nachweisbar ist. Ähnlich verfährt man auch mit einigen Riesengräsern. Im nächsten Bildbeispiel (C.) ist Pampasgras gezeigt. Auch dieses sollte einzeln oder in Gruppen nur unter seinesgleichen stehen, wie es als Dreiergruppe auf dem Foto zu sehen ist.

Pampasgras Habitus

Besonders in kleinen Gärten, oder wie hier im Bild im Vorgarten (also dort wo wenig Platz ist), haben wir überhaupt die Möglichkeit hohe Stauden durch die Einzelpflanzung so unterzubringen, dass sie dekorativ wirken. Bei vielen der Großstauden ist es sogar so, dass sie in der Masse gesetzt, eher wie Riesenunkraut wirken (Foto unten F.). Eine Alternative zur Einzelsetzung und zur Massenwirkung ist die:

Gemischte Pflanzung

Riesenstauden

Oben erwähnte ich mit dem Pampasgras ein Ziergras, doch sind die Riesengräser (Chinaschilf, Bambus usw) eine Kategorie für sich, da es hier um Stauden geht. Doch für die Mischpflanzung von Riesenstauden sind die Gräser unentbehrlich. Die hohen Stauden wirken für sich allen doch etwas wuchtig und das nicht nur in kleinen Gärten, sondern auch in Parkanalgen, wie es oben im Foto zu sehen ist. In Mischung mit Gräsern (hier ist es vor allem Chinaschilf D.) ist die Wirkung aber schon eine ganz andere. Geeignete Stauden für solche Pflanzungen sind folgende:

Die gängigsten XXL-Stauden - Höhe

  • Aconogonon alpinum (Polygonum alpinum) – Alpenknöterich (Bild F.) bis 2,20 m
  • Aconogonon x fennicum (Polygonum polymorphum) – Busch-Knöterich, Staudenflieder bis 1,5 bis 2 m
  • Aconogonum polystachyum (Polygonum polystachyum) – Flieder-Knöterich bis 1,5 bis 2 m
  • Datisca cannabina – Scheinhanf – bis über 3 m
  • Eupatorium fistulosum – Purpur-Dost in Sorten (Bild H.) bis 2 m
  • Helianthus salicifolius var. orgyalis – Weidenblättrige Sonnenblume bis 3 m
  • Macleaya microcarpa – Roter Federmohn in Sorte bis 2 bis 3 m
  • Rudbeckia nitida – Fallschirm-Sonnenhut in Sorten (Bild E. rechts am Rand stehend) bis 2,5 m
  • Rudbeckia maxima – Riesen-Sonnenhut bis 1,5 m bis 1,8 m

Sehr hohe Stauden Rabatte

In solchen Spätsommerrabatten, wie sie im Bild E.) zu sehen sind, passen auch einzelnen Riesenstauden, wie dieser Fallschirm-Sonnenhut. Auch am Rande als Rahmenpflanzung solcher Rabatten sind sie nützlich. Doch sollten sie sich nicht zu sehr ausbreiten. Außerdem müssen solche Arten, wie der Sonnenhut an einen soliden Stab aufgebunden werden, weil die Pflanzen bei Regen und Sturm umkippen können und gerade dann wenn sie sich voll entfaltet haben und blühen.

Massenpflanzung

Erwähnt habe ich bereits die Massenpflanzung einer Art und Sorte. In weitläufigen Parkanlagen mag das eine Möglichkeit sein. Normale Zier- und Wohngärten werden optisch von diesen XXL-Stauden erschlagen, beziehungsweise engen sie die gestaltete Fläche optisch ein.

Aconogonon alpinum Alpenknöterich

Die einzige Ausnahme, welche von dieser Gestaltungsregel abwicht, ist die Bepflanzung größerer Stücke an Teichufern. Dort wirken homogene Bepflanzungen zudem edler, als die Ufergestaltung mit zu vielen verschiedenen Pflanzenarten.

Hohe Stauden als Uferbepflanzung

Pflegetipp

Eine allgemeine Pflegeanleitung gibt es zu den Riesenstauden nicht, da sie sehr unterschiedliche Standorte bevorzugen. Das anspruchsvolle Mammutblatt gedeiht zum Beispiel am besten, wenn es in der Nähe langsam fließender Gewässer steht. Es braucht viel Feuchtigkeit und nahrhaften Boden. Hingegen der Federmohn ist anspruchslos und kommt auch in kargen Gartenecken fort.

Einzig der jährliche Rückschnitt die regelmäßige Düngung wird bei allen dieser Gewächse empfohlen, da sie jedes Jahr sehr viel Biomasse erzeugen, welche dann durch den Rückschnitt (der ja nicht am Platz verrottet und zum Kompostdünger wird) dem Boden als Nährstoff entzogen wird. Zur Düngung ist zu sagen dass sie im Frühjahr erfolgen sollte. Ansonsten wird man zusehen müssen, dass die Riesenstauden nicht zu sehr wuchern. Besser ist essie , jedes Jahr ein wenig einzudämmen, als umfangreiche Pflegeaktionen aller paar Jahre.

Das Pflanzen der gekauften Ware empfehle ich im Frühling. In diesem Falle kann man man mit dem Staudengärtner sicher auch eine Anwachsgarantie vereinbaren. Herbstpflanzungen bergen für die Pflanzengruppe dort ein gewisses Risiko, wo arktische Winterkälte auftreten kann. Wer im Frühling keine Zeit für das Einsetzen hat, der kann auch im August und September seine Projekte umsetzen, denn dann wurzeln die Setzlinge bis zum Winter noch ordentlich an. Das angegossen und bei trockener Witterung gewässert werden muss, ist sicher klar. Gedüngt wird nach der Pflanzung nicht!

Eupatorium maculatum atropurpureum Rotlaubiger Wasserdost

Stauden sind winterharte, mehrjährige Pflanzen, doch nicht alle Arten schaffen es bei uns kalte Winter zu überstehen. Hier sei wiederum das anspruchsvolle Mammutblatt erwähnt, welches einen besonderen Winterschutz benötigt. Hingegen kommt der Federmohn kommt mit kargen Böden aus. Wenn wir die Bambusarten hier mit behandeln, so ist vielleicht der Hinweis für den Leser interessant, dass davon sehr viele Arten absolut fostfest sind. Im Handel und auch bei den Onlinehändlern sind sie leicht zu bekommen.