Cortaderia selloana Pampasgras'Sunningdale Silver' und 'Pumila' im Oktober. Gegenlicht steigert die Schönheit enorm.
'Sunningdale Silver' und 'Pumila' im Oktober. Gegenlicht steigert die Schönheit enorm.

Das aus Südamerka stammende Amerikanische Pampasgras (Cortaderia selloana) ist ein wunderschönes, je nach Sorte 150 bis 300 cm hohes Ziergras mit einer beeindruckenden Blüte im Herbst. Pampasgras verträgt Trockenheit und steinige, steppenartige Böden jedoch keine Nässe und schweren Boden! Bei Cortaderia selloana werden nur die weiblichen Pflanzen verwendet (auch für Vasen geeignet), weil die männlichen Wedel nach dem Verstäuben des Pollens schnell unansehnlich werden.

Pampasgras, ist etwas für Liebhaber, für wärmere Gegenden und für den besonderen Platz im Garten, denn es gibt nicht viele Pflanzen, die ihm an Größe und Schönheit gleichen. Freilich ist es schwierig zu verwenden, denn es weicht so sehr von allen unseren Gräsern ab, dass man es kaum zu ihnen setzen kann. Auch andere Stauden und Einjahresblumen passen nicht daneben. (C. Grunert [1])

Cortaderia selloana Pampasgras Blüte WedelWähle einen Platz im Garten, wo du die Wedel im Gegenlicht betrachten kannst. Anfang März und Mitte Oktober hat man den entsprechenden Sonnenstand, um die optimale Pflanzstelle zu bestimmen.

Noch etwas nicht so Gutes: Das Pampasgras hat ein sehr scharfes Laubwerk und man kann sich daran schon schlimm verletzten. Besonders Kinder sollten nicht mit ihm in Berührung kommen. Im Vorgarten stehen die Gräserhorste recht sicher, nicht aber in den Spielecken für die Kinder!

Mit Cortaderia selloana gestalten

Pampasgras kann eine schöne, zurückhaltenden Grundbepflanzung und zugleich ein transparenter Sichtschutz sein. Wird es in den Vorgarten gepflanzt, geht der Blick aus der Wohnung im Spätsommer und Herbst nicht gleich auf die Straße oder auf eine unschöne Ansicht, sondern fängt sich in den Blütenwedeln.
In der Dunkelheit ist ein Anstrahlen der Gräser mit Gartenscheinwerfern, die beispielsweise auch in den Boden eingelassen sein können, effektvoll.
Die Gräser sollten nicht mit anderen Pflanzenarten gemischt stehen, sondern für sich. Wer mehrere Horste pflanzen möchte, der sollte möglichst auch nicht verschiedene Sorten des Grases wählen. Die Massenblüte einer einzigen sorgfältig ausgewählten Sorte, die zum Beispiel farblich mit der Hausfassade abgestimmt ist, bringt die besten Effekte.
Pampasgräser sind aber auch als sogenannte Solitärpflanzen zu gebrauchen, also für den Einzelstand

Cortaderia selloana 'Pumila' - Pampasgras im VorgartenCortaderia selloana 'Pumila'. Einzelstellung im Vorgarten. Die Pflanzen sind winterhart, doch benötigen sie vor allem Schutz vor kalter, winterlicher Nässe.

Standort, Pflanzung, Pflege und Rückschnitt

Das Gewächs ist ziemlich anspruchsvoll. Pampasgras wünscht sonnige und trockene Plätze, doch der Boden muss zudem gut durchlässig und nahrhaft sein. Es ist also zu prüfen, ob der Boden am Standort entsprechende Eigenschaften besitzt. Ist die Erde sehr tonig und schwer, muss sie mit Sand und torfiger Blumenerde aufgebessert werden. Fließt Regenwasser schlecht ab, wird das Pflanzloch etwas tiefer gestochen und unten mit Kies oder Schotter befüllt.
Bei der Pflanzung ist zu beachten, dass die Pflanzware (man kauf sie mit Topfballen) nicht tiefer in den Boden kommt, als es vorher im Topf gestanden hat. Nach dem Einpflanzen darf aber der Wurzelballen auch nicht eine Zentimeter hoch über das Bodenniveau hinausragen.
Während der Hauptwachstumsperiode ist regelmäßiges Gießen wichtig und alle 2 Wochen ist zu düngen. Die Düngung sollte aber nur bis Ende Juli, Anfang August erfolgen. Längeres oder zu heftiges Düngen macht die Gräserhorste anfällig für Frost. Man verwende handelsüblichen flüssigen Dünger für Blumen, der gut dosiert werden kann.
Der Rückschnitt der Belaubung erfolgt im zeitigen Frühling, also in der Regel Anfang März.

Pampasgras winterfest machen SkizzeSkizze zum Foto unten. Einige Wedel bleiben stehen, an welchen dann das nach oben genommene Blattwerk gebunden wird.

Überwintern im Freiland oder Kübel

Zum Überwintern vorbereitetes PampasgrasHier siehst du, wie man das Gras mit einem ordentlichen Strick zusammenbinden kann. Zusätzlich ist mit Reisig an der Basis Winterschutz gegeben.Im Freiland: Das Überwintern ist etwas schwierig, denn im Winter müssen die Pflanzen trocken stehen, und sie dürfen im Herbst auch nicht zurückgeschnitten werden. Wird das getan, läuft Wasser in das Innere der Halme und schädigt den Stock. Erst im Frühjahr, wenn die neuen Spitzen treiben, die dann aber auch nicht beschädigt werden dürfen, wird abgestorbenes Pflanzenmaterial entfernt. Die Pflanzen sind also nicht 100% winterhart. 
Kurze Fröste schädigen die Pflanzen nicht sofort, aber in ungünstigen Gegenden können die Pflanzen bei starker Kälteeinwirkung, und besonders wenn kein Schnee liegt, erfrieren. Schädlich ist aber auch ständige Nässe bei Temperaturen um 0 bis 5°C. Um das zu vermeiden und um winterliche Nässe von den Ziergräsern fernzuhalten, werden diese im November eingepackt.
Bei den Arbeiten zur Winterfestmachung ist unbedingt zu beachten, dass dabei trockenes Wetter herrscht und die die Pflanzenteile der Horste trocken sind! Zur Überwinterung werden die nicht beschnittenen schmalen Laubblätter nach oben zusammengerafft und zusammengebunden (Bild). Dann wird am besten trockenes Laub um den Wurzelballen aufgeschüttet. Eine andere oder zusätzliche Möglichkeit ist, zusätzlich im unteren Bereich des zusammengeschnürten Gewächses mit Fichtenreisig zu schützen (siehe Skizze und Foto). So ist alles Winterfest, aber trotzdem bis zu einem gewissen Grade luftig.

Überwinterung im Kübel: Man kann die Gräserhorste auch ausgraben und im Keller oder in einer geschützten Gartenlaube frostfrei überwintern. Die Laube (Schuppen, Garage) muss aber hell und wirklich einigermaßen frostfrei sein. Dazu werden die Horste ausgegraben, in große Kübel gesetzt und eingestellt.

Übrigens: Bei diesen Gartenarbeiten solltest du unbedingt lange Kleidung, Handschuhe und eine Schutzbrille tragen. Schnitte und Augenverletzungen sind bei der harten Belaubung der Pflanzen schnell möglich.

Die wichtigsten Sorten, Name, Herkunft

  • Cortaderia selloana 'Pumila': um 1,5 m niedrige und mehr in die Breite wachsende Sorte (sehr zu empfehlen); weiße Blütenrispen, die im Herbst bräunlich werden; wunderschön in Bodenvasen
  • Cortaderia selloana 'Sunningdale Silver': silberweiße Blüten; bis 3 m hoch - wohl die schönste Sorte
  • Cortaderia selloana 'Rosea' und 'Rosa Feder': rosa Blüten; über 2 m hoch

Das Pampasgras wird auch als Amerikanische Pampasgras oder Silber-Pampasgras gehandelt (Syn. Gynerium argentum). 

Nicht mit Chinaschilf (Miscanthus) verwechseln

Die Art wird nicht selten mit dem Chinaschilf (Elefantengras) verwechselt. Manche (nicht alle) der Elefantengräser-Sorten haben ähnlich weiße Blütenstände.
Das Chinagras kann ein guter Ersatz für das Pampasgras sein und zwar dort, wo der Standort ungeeignet ist (kühle und nasse Stellen) oder Cortaderia selloana aus anderen evtl. unerforschlichen Gründen nicht fortkommt oder gar eingeht.

Miscanthus sinensis 'Verneigung' Pampasgras wird häufig mit dem ähnlich aussehenden Chinagras verwechselt. Im Bild ist die Sorte Miscanthus sinensis 'Verneigung', die auch als Sortenersatzpflanze genommen werden kann.

Auch die Blütenstände der Chinagräser sind wunderschön, nur haben sie den Nachteil, dass sie sich in der Vase nicht halten. Sie reifen ganz schnell nach, und die Samen fallen aus. Lediglich durch sehr zeitiges Schneiden der Wedel kann man das verhindern, nur sehen sie dann nicht so schön aus, wie hier im Foto.
Allerdings sind fast alle Sorten vom Miscanthus sinensis gewaltiger, als das Pampasgras. Im Vorgarten kann das ein Vorteil sein (Sichtschutz) – Nachteilig ist die nachstehende Eleganz.

Literatur/Quellen: [1] Christian Grunert Gartenblumen von A-Z, Radebeul 1972