Architekturgarten
Malerischer Architekturgarten

Der Begriff des Architekturgartens (architektonischer Garten, baulicher Garten) ist nicht klar definiert. Architektur ist die Kunst des planvollen Entwerfens, des gebauten, vom Menschen geschaffen Raums. Im weiteren Sinne ist damit jeder Garten ein Architekturgarten, doch im engeren Sinne versteht man darunter den Garten, der die Grundidee des Hauses in sich trägt. "Grüne Räume" und die Betonung der Raumwirkung überhaupt sind im Architekturgarten wesentlich und die in geometrischen Formen gestaltete Natur.

Die architektonische Gartenanlage ist die Fortentwicklung geometrischer Gärten. Der rein geometrische Garten bezieht die Gestaltung vorzugsweise auf die Fläche. Der Schritt zum "gebauten Garten" sind raumbildende Elemente wie z.B. Hecken oder Laubengänge, die zwar auch Ausstattungen geometrischer Anlagen seien können, doch im Architekturgarten sind sie das bestimmende Element. Wirkungsvoller wird die Geländeplastik rein geometrischer Anlagen also, wenn sie in der Vertikalen weiter entwickelt werden: durch Heckenwände, beranktes Gitterwerk, Pergolen, Laubengängen, Senkgärten, Terrassierungen mit Stufungen, Mauern und Böschungsmauern.

Man kann die Entwicklung architektonischer Gärten auch von der Haus-Architektur direkt verfolgen, so etwa vom Hofgarten alter mediterraner Kulturen her. Im alten Griechenland besaßen beispielsweise die Wohnhäuser einen architektonisch gestalteten Garten im Innenhof, das Peristyl. Über einen schattenspendenden Säulengang gelangte man in die Räume des Hauses, welches mit dem Garten eine gestalterische Einheit bildete, wodurch ein angenehmes Mikroklima entstand. In dieser Zeit bildeten Haus und Garten noch eine untrennbare Einheit.

Die Römer gingen dann mit der gärtnerischen Raumgestaltung über Atrium und Hortus hinaus und gestalteten die Gärten im Umfeld des Hauses in architektonischer Manier. Durch Klöster gelangte diese Gestaltungsart später in den Norden Europas und von da aus in die anfangs eher kleinen Gärten der Burgen und Schlösser. Über die Gartengestaltung der Renaissance und des Barock läuft der rote Faden architektonischer Gartengestaltung dann bis in die Neuzeit hinein und ist auch heute noch Teil moderner Parkanlagen, Gärten und Hausgärten.