Gartentor an Jugendstilvilla
Bild 1.) Gartentor an vornehmer Jugendstilvilla.

Gestaltungsidee für den Vorgarten: Die zurückgesetzte Gartenpforte. Wenn der Zugang zum Haus mit einem schönen Zaun und einer wohlgefälligen Gartenpforte gestaltet ist, wird bereits vor dem Eintreten in das Gebäude ein schöner Eindruck erweckt. Leicht eingerückte Pforten geben dem Auge etwas mehr Ruhe, denn der Hauszugang ist so schon ein Stück fortgenommen von der Unruhe der Straße, er ist quasi zu einer kleinen Ruhe-Insel geworden. Außerdem gibt es der Gartengestaltung einen Hauch von Exklusivität.

So ein zurückgesetzter Platz schafft zudem eine Art neutralen Zwischenbereich zwischen privatem Gelände und der Straße.

Solche scheinbaren Nebensächlichkeiten bewirken in der Gestaltung sehr viel. Bei Beachtung dieser einfachen Regeln kannst du mit wenig Aufwand deinen Vorgarten und Hauseingang repräsentativer und optisch wohlgefälliger gestalten.

Malerisches GartentorIm nächsten Beispiel (Bild 2.) wurde der Gedanke der oben erwähnten Ruhe-Insel sogar noch weiterentwickelt und erfüllt zusätzlich eine Schutzfunktion. Das Gartentor wurde mit einem Bogen überspannt und mit einem Dach versehen. Der Bewuchs vermittelt zudem das Gefühl von Schutz und Geborgenheit. So steht dann der wartende Besucher bei Regen am Tor trocken. Im Winter ist zudem der Eingangsbereich weitestgehend schneefrei.

Wer mehrere Zugänge zu seinem Haus (Garageneinfahrt, Fußweg) hat, sollte wissen, dass der Eingang, der von Fußgängern genutzt wird, gegenüber dem Wirtschaftseingang (Garagentor, Hoftor) optisch immer dominieren sollte. So fühlt man sich selber oder als Gast wichtig und wertvoll. Nebeneingänge können durch ihre Schlichtheit ruhig als solche erkennbar sein.                  

Neben diesen beiden Beispielen an alten Häusern noch ein drittes (Bild 3.) mit sehr modernem Charakter. Es zeigt uns, dass auch beim Bau einer Zaunanlage, wie sie im Baumarkt oder in Katalogen angeboten wird, dieses Prinzip der zurückgesetzten Gartenpforte zum Einsatz kommen kann. Es ist ein kleiner Vorplatz entstanden, der dem Grundstück im Vergleich zu den anderen Häusern ein wenig Exklusivität schenkt. Zusätzlich wurde der Zaun mit einer Mauer kombiniert. Das hier noch etwas Grün fehlt, ist der Tatsache geschuldet, dass alles erst neu installiert wurde. Ein kleiner Baum oder ein Strauch muss natürlich unbedingt gepflanzt werden. Noch wirkt der Beton kalt und starr, doch mit der Zeit werden Patina, Flechten und Moos das Werk des Menschen vollenden.                                    

Wem es auf Grund der baulichen Situation, nicht möglich ist, den Eingangsbereich nach diesen Vorschlägen zu verändern, der kann auch mit edlen Materialien etwas Besonderes schaffen. Wenn Schmiedewerk an Zäunen und Toren zum Einsatz kommen soll, ist prinzipiell darauf zu achten, sparsam damit umzugehen. Eine gute Schmiedearbeit setzt nie auf den massiven Einsatz von Eisen oder Messing. Messing ist übrigens ein durchaus übliches Schmiedematerial, welches in Bezug auf Haltbarkeit bei Handschmiedearbeiten unschlagbar ist. Nach meiner Philosophie sollte man überhaupt wieder viel mehr die Handwerker vor Ort mit solchen Arbeiten beauftragen. Ein individuelles und schön geschmiedetes Gartentor kann ein Haus mit farbloser Architektur erheblich aufwerten – ja sogar den Wert des ganzen Grundstücks!