Drebacher Krokusblüte, von Cocus vernus.
Drebacher Krokusblüte, von Cocus vernus.

Eines der schönsten Frühlingsausflugsziele im Erzgebirge sind die Krokuswiesen in und um Drebach, welches zwischen Gelenau und Wolkenstein liegt. Die Besonderheit dabei ist, dass die dort verwilderten Gartenkrokus sogar eine eigene Spezies bilden, das Crocus albiflorus var. neapolitanus forma Drebachiensis, was eine Variante des Frühlings-Gartenkrokus Crocus vernus ssp. vernus darstellt.

Verwilderte Crocus vernus DrebachensisDie Drebacher Krokusse, haben etwas kleinere Knollen, als das gewöhnliche Crocus vernus. Nach Drebach gelangten die Zwiebelgewächse vermutlich durch den Ortspfarrer David Rebentrost (1614-1703). David Rebentrost war neben seiner Berufung als Gemeindepfarrherr auch Arzt, Heilpraktiker und Pflanzenzüchter. Sein in der Umgebung bekannter Kräutergarten enthielt zahlreiche Heilpflanzen und für damalige Zeiten auch exotische Pflanzen, wie Granatäpfel und Wein.

Pfarrer Rebentrost soll, so eine Erzählung, dem Sächsischen Kurfürsten Johann Georg II. ärztliche Hilfe geleistet haben, als dieser der zur Jagd in den Wäldern an der Heinzebank war. Als Dank für die Hilfeleistung durfte er sich drei Pflanzen aus dem kurfürstlichen botanischen Garten in Dresden aussuchen: es war eine Eibe (Taxus baccata), eine Doldige Vogelmilch (Ornithogalum umbellatum, Sachsenstern) und der Krokus gewesen sein. Von dem Gärtchen des Pfarrers breiteten sich dann also über 300 Jahre lang die offensichtlich begehrten Frühlingsblüher aus und heute findet man auf einem Aral von 7 Hektar die  „Nackten Jungfern“, so wie man sie vor Ort im Volksmund vielleicht wirklich noch nennt. Seit 1934 stehen die Krokuswiesen unter Naturschutz.

Krokuswiese in DrebachFür Gartenfreunde stellt sich natürlich die Frage, wie es denn möglich ist, solche schönen Krokuswiesen zu erhalten oder überhaupt erst einmal anzulegen. Kurz gesagt gehört dazu die richtige Krokusart, also Frühlings-Gartenkrokus (Crocus vernus) oder der Elfen Krokus.

Die zweite Bedingung ist die, den Krokus in der Wiese so lange nicht zu stören, bis er im Frühjahr Laubblätter bilden und damit neue Kräfte für's kommende Frühjahr sammeln kann. Der Rasenmäher darf also mindestens bis Mitte/Ende Mai nicht zum Einsatz kommen. Und ein Drittes für die Pflege solch einer Wiese wäre noch empfehlenswert und das ist die moderte Düngung der Krokuspflanzen gleich nach dem verblühen mit Flüssigdünger (Blumendünger).


Literatur & Quellen:

  • Hermann Lange: Rings um den Drebacher Pfarrgarten, 1940.