Knollenkapuzinerkresse
Namen dieses Gemüses sind: Mashua, Anua, Añu, Ysaño oder Cubio

In regelmäßigen Abständen kommen immer wieder einmal weniger bekannte Gemüsearten in den Fokus der Gärtner. Meist lohnt dieser Anbau aber nicht, weil die seltenen Gemüse einfach zu außergewöhnliche Geschmäcker besitzen, im Anbau zu kompliziert sind oder in unserem Klima geringe Erträge bringen. Die hier vorgestellte Knollen-Kapuzinerkresse wird aus diesen Gründen in unseren Gärten sicher nie in nennenswerten Mengen angebaut werden, doch die Pflanzen gedeihen auch im Halbschatten recht gut und sie sind sehr anspruchslos. So findet sich für diese Kultur im Garten immer ein Platz und auch wenige Pflanzen liefern schon reichlich der begehrten Liebhaber-Knollen. Roh komplettieren sie Salate und gekocht finden sie wie Kartoffeln Verwendung.

Was den Anbau des Gemüses weiterhin interessant macht, ist der mögliche Spätanbau. Die Herbstkultur mit der sehr späten Ernte, nach den ersten Winterfrösten im November und Dezember, ermöglichen frische Gemüseernten zu einer Zeit, in welcher andere Gartenfreunde ihre Parzelle bereits winterfest gemacht haben.

Knollenkapuzinerkresse Querschnitt

Der Grund für die Spätkultur liegt in der Tatsache begründet, dass die Art eine sogenannte Kurztagspflanze ist und erst mit der Knollenausbildung beginnt, wenn die Tage im Spätsommer kürzer werden.

Botanische Einordnung

KnollenkapuzinerkresseDie hier vorgestellte Knollen-Kapuzinerkresse ist eine Zuchtvariante der weithin bekannten Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus), die als Sommerblume oder Würzkraut Verwendung findet. Tropaeolum majus ist eine Pflanzenart der Gattung der Kapuzinerkressen (Tropaeolum). Diese ist die einzige bekannte Gattung der Pflanzenfamilie der Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae) und gehört mit dieser die der Ordnung der Kreuzblütlerartigen (Brassicales). Zu dieser Ordnung gehört übrigens auch die Pflanzenfamilie der Kaperngewächse (Capparaceae) oder die Familie der Melonenbaumgewächse (Caricaceae), welche wir durch die Papayafrüchte kennen.

Die Herkunft der Art ist das zentrale Andengebirge im westlichen Südamerika. Synonyme Bezeichnungen für die Pflanzenart sind neben Knolliger Kapuzinerkresse, Knollen-Kapuzinerkresse und Zimtkartoffel, auch Mashua, Anua, Añu, Ysaño und Cubio. Ein einheitlicher Name hat sich bei uns noch nicht durchgesetzt. Häufig wird die hier vorgestellte Form von Tropaeolum majus mit dem Knolligen Sauerklee (Oxalis tuberosa) verwechselt, der ebenfalls in den Anden mit vergleichbaren Knollen als Kulturpflanze angebaut wird.

Anbau

Standort

Zum Anbau benötigen wir keinen besonders bearbeiteten oder gedüngten Boden. Ganz normaler Gartenboden ist brauchbar. Für die Kultur wählen wir einen sonnigen Platz, doch auch der Halbschatten wird sehr gut vertragen und dabei muss die Erde nicht mit Kalk aufgebessert werden, denn selbst saure Böden werden toleriert.

Somit nutzen wir aus ökonomischen Gründen eher die halbschattigen Beetflächen für den Mashua-Anbau, da die meisten der anderen edleren Gartengemüse ausschließlich in der Sonne gut gedeihen. Die halbschattigen Gartenbereiche können im Frühjahr zunächst noch mit Kopfsalat oder mit sehr zeitigen Frühkartoffeln bestellt werden, denn für die Auspflanzung der Knollen-Kapuzinerkresse haben wir den ganzen Monat Juni zur Verfügung, wen die zeitigen Kulturen bereits abgeerntet sind.

Vermehrung und Pflanzung

Die Vermehrung der Mashua geschieht im Garten mittels der überwinterten Knollen. Für diese Zwecke nehmen wir mittelgroße Knollen und pflanzen sie im Monat April senkrecht in kleine Blumentöpfe, oder zunächst direkt auf ein Vermehrungsbeet. Die Knollen werden so tief gesteckt, dass sie oberseits bündig mit dem Boden abschließen. Das ist schon alles.

Zimtkartoffel Jungpflanze

Die gesteckten Pflanzenteile beginnen zu treiben und Wurzeln zu bilden, doch bleibt das Wachstum bis Anfang Juli noch recht moderat. Im Juni und Anfang Juli versetzen wir dann die Jungpflanzen auf die frei gewordenen Beetflächen. Von Pflanze zu Pflanze sollte der Abstand 35 cm betragen. Werden mehrere Reihen geplant, so sind diese 40 cm voneinander entfernt zu legen.

Pflege

Eine besonderes Pflege bedarf es nicht. Die Pflanzen bilden im Spätsommer bis 2 m lange Ranken. Für diese können wir nach der Pflanzung Stäbe stecken oder wir lassen dem Grün freien Lauf und binden es nicht an. Im Spätsommer wird die Kultur noch einmal angehäufelt, also ähnlich wie man es bei den Kartoffeln macht, doch nicht so hoch. Ende Oktober sind die Knollen ausgereift.

Ernte

Die Ernte erfolgt so spät, wie möglich. Das Kraut erfriert erst nach längeren Frösten, um die -5°C. Die Knollen halten mindestens -12°C Kälte im Boden ab. Decken wir die Pflanzen auf den Beeten im November mit Laub ab, so kann die Knollen-Kapuzinerkresse draußen im Garten überwintern und dort auch frisch geerntet werden. Zur Sicherheit nehmen wir aber für die Vermehrung im Herbst ein paar Knollen zur Seite, setzen sie in einem Blumentopf in Erde ein, und überwintern darin die Knollen an einem frostgeschützten Ort.

Verwendung

Ob sich die "Zimtkartoffel" bei uns als Nutzpflanze durchsetzen wird, das wird wohl eher unsere Kochkunst bedingen, als die Kulturmöglichkeit. Sehr schmackhaft sind die Knollen nicht, die roh oder gekocht verzehrt werden können. Im Ursprungsland werden sie nur deshalb viel verwendet, weil sie auf Höhen gedeihen, wo sonst keine anderen Nutzpflanzen mehr wachsen.

Knollen-Kapuzinerkresse Ernte

Im einfachsten Falle testen wir diese Andengewächse geschmacklich zusammen mit Kartoffeln im Kartoffelbrei oder in Gemüse-Cremesuppen. Im Selbstversorgungsanbau haben wir notfalls noch die Möglichkeit das Wintergemüse als Futter zu verarbeiten, wo es uns dann doch noch über den Kreislauf der Hühnerhaltung als gesundes Frühstücksei auf den Tisch kommt.