Herbstrübe Ulmer Ochsenhorn
Das Rübchen wurde in halber Größe geerntet

Das 'Ulmer Ochsenhorn' (Brassica rapa ssp. rapa) zählt zu den Kohlgemüsen und ist auf den ersten Blick eine gewöhnliche Herbstrübe. Es ist eine alte Sorte, die wieder oder immer noch viel angebaut wird. Dafür gibt es vermutlich vier Gründe: Es ist die kurze Kulturzeit (2 Monate), der besondere Geschmack, die Lagerfähigkeit und die Verwendung als Kleintierfutter als Nebenprodukt, denn die Pflanzen entwickeln in kurzer Zeit riesige Blätterbüsche.

Sortenbeschreibung

Die 'Herbstrübe Ulmer Ochsenhorn' besitzt eine längliche, leicht gebogene Form, welche dem Herbstgemüse sicher den Namen verpasste. Das Rübchen, welches bis 15 cm lang werden kann, wird im Spätanbau jedoch meist in geringerer Größe geerntet. Nach dem Auflaufen der Saat geht die Pflanze zunächst voll ins Laub, das heißt, sie bildet nur Blattwerk aus. Irgendwann, wenn man es nicht mehr vermutet, bildet sich dann das Rübchen aus, was durch eine Verdickung der Hauptwurzel und des untersten Sprossabschnittes geschieht. Das alles geschieht, wie schon erwähnt, in einem für Pflanzen schon recht rasanten Tempo.

Der Zeitpunkt der Aussaat (1 – 2 cm tief, wird später nicht verpflanzt) liegt zwischen Anfang Juli und Ende August, was ungewöhnlich ist, denn bei den anderen Herbstrüben ist der 10. August der letztmögliche Aussaattermin*. Mir ist sonst nur noch die Sorte 'Goldkugel' bekannt, die ebenso spät gedeiht, oder anders gesagt, die eine ebenso kurze Kulturzeit von 9 Wochen bei für die Ausreifung im Oktober/Anfang November relativ niedrigen Temperaturen hat. Die 'Goldkugel', ein gelbfleischiges Rübchen ist geschmacklich ebenso wertvoll, wie das "Ochsenhörnchen". Als beste Vorfrucht gelten Erbsen, weil sie den Geschmack der Rüben verbessern, doch möglich sind auch Salat, Frühkartoffeln, zeitige Buschbohnen, Knoblauch und im August geerntete Zwiebeln.

Beim Spätanbau geht die Ernte von September bis weit in den November hinein. Weitere Infos über Anbau, Ernte und Lagermöglichkeit findest du hier.

Wie viele andere Speiserüben kann das Ulmer Ochsenhorn auch im zeitigen Frühjahr gesät werden. Es verhält sich dann quasi wie das sogenannten Mairübchen. Gesät wird die Sorte also auch von März bis April. Die Ernte erfolgt von Mai bis Juni, also zu einem Zeitpunkt, an dem frisches Gemüse im Garten rar ist. Eine geeigneter Nachfrucht ist Kopf- und Pflücksalat oder vorgezogenes Zichoriengemüse (Zuckerhut).

Futterpflanze

Wie schon erwähnt, bildet die Sorte sehr viel Laub aus, das wegzuwerfen schade wäre. Es ist ein sehr gutes Kaninchenfutter und man kann schon vor der Ernte einige Blätter für den entsprechenden Bedarf ausschneiden. Hühnern fressen das Kraut ebenfalls, doch ein zu viel davon kann dazu führen, dass die Eier fischig schmecken.

Ulmer Ochsenhörner

* ein interessantes Wort "Aussaattermin" mit 'ss', 'aa' und 'tt' hintereinander


Literatur & Quellen: Böttner, Johannes: Gartenbuch für Anfänger, 1944