Grabbepflanzung mit Eisbegonien
Einfachste Variante: Eisbegonien einer Sorte, nicht vermischt mit einer anderen Farbe

Bereits an anderer Stelle habe ich die Vorteile der Begonien erwähnt. Neben den Blüheigenschaften sind es sehr robuste Sommerblumen, die weniger als andere Blumen gegossen werden müssen. Hier folgen einige Beispiele von Pflanzungen mit den außerordentlich langblühenden Eisbegonien (Gottesaugen), deren Flor sofort mit dem Setzen im Mai beginnt und bis zum ersten Herbstfrost unvermindert anhält. 

Auf Dorffriedhöfen finden wir die Eisbegonien noch sehr häufig. Die immer noch sehr beliebten Sommerblumen werden schon seit über hundert Jahren für Grabbepflanzungen benutzt und in ländlicher Gegen hält sich diese Tradition mehr, als in der Stadt. Man muss sie nicht unbedingt zusammen mit anderen Blühpflanzen mischen. Noch weniger sinnvoll ist es, auf einem Grab Eisbegoniensorten mit verschiedenen Blütenfarben zu verwenden. Besonders dort, wo der überwiegende Teil der Fläche mit einem grünen Bodendecker bedeckt ist, wirkt ein kräftige Blütentuff in einer Farbe für sich.

Begonien und Pilea

Anders ist es bei Gräbern, die kaum über grüne Teppichpflanzen verfügen. Dort wäre es des Guten zu viel, wenn die ganze Fläche von knalligen Blüten, ohne rahmendes Grün besetzt wäre. Hier wähle man die Kanonierblume (Pilea microphylla), welche aber nicht durch Blüten, sondern durch ihre farnartigen Blätter wirkt. Pilea microphylla, was es in jeder Gärtnerei zusammen mit den Begonien zu kaufen gibt, hat die gleichen Standortansprüche, wie die Eisbegonien und beide Arten verdrängen sich nicht gegenseitig. Beide Sommerblumen auf einem Grab gepflanzt, ist ein Tipp besonders für weniger erfahrene Friedhofsgänger.

Begonia semperflorenz

Eine andere Möglichkeit, solch eine Blumenbepflanzung mit kräftigen Farben optisch etwas die Strenge zu nehmen, ist die Mischpflanzung mit Zauberschnee (Euphorbia 'Diamont Frost', auch Chamaesyce hypericifolia). Das ist eine filigran wachsende Wolfsmilch-Blume, mit zierlichen weißen Blüten, welche sich wie frisch gefallener Schnee oder wie reif über die Pflanzfläche legt. Auch diese einjährige Sommerblume (in Gärtnereien leicht erhältlich) braucht nicht übermäßig Wasser und hat die gleichen Pflegeansprüche, wie Gottesaugen.

Euphorbia hyperizifolia Zauberschnee

Eine dritte Blütenkombination will ich noch vorschlagen, welche die Farbe Blau ins Spiel bringt, die in dieser Reinheit bei den Sommerblumen recht selten ist. Damit ist das Männertreu (Lobelia erinus) gemeint. Diese zierlichen Sommerblumen haben auf dem Friedhof ebenfalls eine lange Tradition, nur leiden sie bei großer Trockenheit. Mit Begonia semperflorenz kombiniert, werden bei zu großer Trockenheit eventuelle Lücken aber schnell geschlossen und die wenigen blauen verbliebenen Blütchen geben trotzdem noch genügend Farbkontrast zu denen der Eisbegonien. Letztere sollte man wegen der schönen Kontrastwirkung in rosa Farbtönen wählen, siehe folgendes Bild.

Doppelgrab: Rosa Gottesaugen und blaue Lobelien
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Eisbegonien und Zauberschnee
Eisbegonien und Zauberschnee
Besonders Urnengäber bieten sich für die Bepflanzung an
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