Eisbegonien im Balkonkasten
Eisbegonien im Balkonkasten

Begonien sind für Blumenkästen, Blumenkübel, -Ampeln und -Schalen, sowie für Grabbepflanzungen in vielerlei Hinsicht unersetzlich. So halten die Eisbegonien voller Sonne und Trockenphasen stand. Andererseits sind die Knollenbegonien fast die einzigen Sommerblumen, mit kräftigen Blütenfarben und vollem Flor, die auch im Schatten gedeihen. Neue Hänge-Sorten wachsen mit Blühgarantie und in buntesten Kaskaden in Blumenampeln und sorgen für die farblichen Akzente, welche wir auf Balkon oder Terrasse eigentlich viel mehr bräuchten. Zudem haben sie den großen Vorteil, dass sie nicht nur durch ihre Blüten wirken, sondern auch durch ihr glänzendes Blattwerk. Der Kontrast von Blüten und Laubwerk hat den Vorteil, dass wir die Blumenkästen nicht unbedingt mit anderen Sommerblumen mischen müssen. Aber diese tropischen Gewächse weisen noch einige ungeahnte Besonderheiten auf. So wurden die Eisbegonien früher auch als Salatgemüse gezogen, was sicher die Balkongärtner interessieren wird. Ihnen sei der Tipp gegeben, einfach einmal Schiefblatt-Salat oder die Blüten aus dem Blumenkasten zu stibitzen und zum Abendessen mit Öl und Zwiebeln angemacht zu servieren.

Steckbrief für alle Arten

  • für Sonne und Schatten
  • vertragen auch mal etwas Trockenheit
  • sie mögen keinen Kalk
  • humose Erde ist gewünscht
  • Sommerblumen, sie vertragen keinen Frost
  • die Blütengesichter weisen immer nur in eine Richtung
  • essbar

Botanik

Dass die Begonien essbare Pflanzen sind, mag vielleicht nicht verwundern, denn immerhin gehören sie der botanischen Ordnung der Kürbisartigen Gewächse (Cucurbitales) an. Diese Kürbisartigen teilen sich in verschieden Pflanzenfamilien auf, von denen die der Schiefblattgewächse (Begoniaceae) eine ist.

Waterfall Sorten Gruppe Knollenbegonie

Die Gattung Begonien ist die wichtigste Gattung innerhalb der Schiefblattgewächse und fächert sich in über tausend die Arten der Begonien (Begonia) auf. Benannt wurden diese Tropenblumen Begonien nach dem Gouverneur von Santo Domingo Michael Bégon (1638 - 1710), der ein leidenschaftlicher Pflanzensammler war. Die Begonien stammen aus den Tropen Amerika, Afrika und Asiens und sind Humuswurzler und Bodenpflanzen oder Epiphyten des tropischen Regenwaldes. Sie bilden Kräuter, Halbsträucher und Sträucher. Mehrere Spezies besitzen Knollen. Teilweise haben sie ein sehr dekoratives Laub und einige, also die hier behandelten, gehören zu den beliebtesten Blütenpflanzen. Von den vielen verschieden Arten stehen für den Garten aber nur zwei Artengruppen zur Verfügung. Das ist die Eisbegonien (Begonia-Semperflorens-Gruppe) und das sind die Knollenbegonien (B. x tuberhýbrida)[1]. Neben diesen Arten gibt es noch die sogenannten Elatior-Hybriden, welche ein züchterischer Mix verschiedenster Eltern ist. Die Zimmerbegonien gehören zur zuletzt genannten Gruppe, doch es gibt von ihnen auch viele Freilandsorten.

Übrigens geht man wegen der vielen Kreuzungen und Formen geht man heute zum Teil dazu über, als botanische Bezeichnung für sämtliche Garten-Begonien den Namen Begonia cultivars zu verwenden.

Die verschieden Sortengruppen

Unten werden nun die verschieden Sortengruppen genannt, welche nur im ersten Moment etwas unübersichtlich erscheinen. Hier sind sie quasi mit kurzem Pflanzensteckbrief vorgestellt und werden an anderer Stelle ausführlicher beschrieben. Was die Robustheit und Pflanzengesundheit dieser drei Gruppen betrifft, so sind die vorangestellten am unempfindlichsten.

1. Die Eisbegonien - für volle Sonne

Die Eisbegonien (Gottesaugen) sind für viele die Lieblingsblumen für Balkonkästen und Blumenkübel aber auch für Grabbepflanzungen, weil sie ausgesprochen pflegeleicht sind, kaum Krankheiten bekommen und weil quasi sie an jedem Standort wachsen und auch sicher blühen. Nur kalkfrei soll der Boden sein und reich an Humus. Der Formenreichtum an Blüten und an Farben ist erstaunlich. Das Besondere dieser Sommerblumen ist die Tatsache, dass sie in ihren fleischigen Blättern Wasser speichern können. Somit vertragen diese Sommerblumen auch gut vorübergehende Trockenperioden im Blumenkasten oder auf Gräbern. Lichten Schatten vertragen die Blumen auch noch, doch je schattiger es wird, um so blütenärmer und langbeiniger werden die kompakten Pflanzen. Neben der Verwendung für den Balkon sind es ideale Blumen für die Sommerbepflanzung von Gräbern, da sie verhältnismäßig wenig gegossen werden müssen.

2. Knollenbegonien  - für Halbschatten und Schatten

Diese Gruppe (B. tuberhybrida) hat wiederum viele Untergruppen, was die Blütengröße betrifft. Die Gigant-Klasse bringt Blüten mit Durchmessern von 20 cm und die Multiflora-Gruppe klein- und vielblütige Exemplare hervor. Dazwischen wiederum tummeln sich Formengruppen, mit Eigenschaften von beiden Extremen, teilweise mit gefransten oder mehr oder weniger gefülltem Flor.

Fortune White Knollenbegonie weiss

Auch diese Zierpflanzengruppe mag keinen Kalk im Boden und das Substrat sollte reich an Humus sein. Wer Lauberde hat, sollte sie mit untermischen. Die Pflanzen sollten nicht der prallen Sonne ausgesetzt sein und sie vertragen auch keine aufgeheizten Plätze, wie sie auf dem Balkon oder auf der Terrasse schnell entstehen können. Auch für die Grabbepflanzung sind die Sommerblumen oft die letzte Rettung, wenn im Schatten großer Bäume nichts anderes mehr wachsen will, aber doch blühende Blumen unbedingt gewünscht sind. Dort verwende man für die Bepflanzung weiße, rosa, gelbe und hellorage Sorten, damit der Flor auch wahrgenommen wird.

2.1. Hängebegonien

Diese sind Spielarten von B. x tuberhybrida und von dieser wiederum aus der Multiflora-Gruppe, sodass die Blumenampeln bei guter Pflege zu wahren Prachtexemplaren werden. Die Wirkung wird durch leuchtende Farben erheblich gesteigert.

hängebegonie apricot blumenampel

In der Verwendung für Ampeln ist diese Art prädestiniert, da wir dort eben genau die Bedingen vorfinden, welche diese Art wünscht und das ist lichter Schatten, Luft und  nicht zu viel Hitzestau. Letzterer kann allerdings unter Terrassendächern auftreten, was beachtet werden muss.

3. Elatiorbegonien

2.1. Für das Zimmer

Die ältesten Elatior-Hybriden wurden Ende des 19. Jahrhundert als Zimmerpflanzen gezüchtet, welche vor allem Blattzierpflanzen waren. Bis heute gibt es vielerlei Sorten mit wunderschönen Blattmaserungen, Farben und Blattformen, die immer asymmetrisch sind. Daher auch der Name Schiefblatt. Diese Topfpflanzen sind ideal für an Nordseiten liegende Zimmer und oft die einzige Alternative für schattenverträgliche Zimmerpflanzen. Nur darf das Gießwasser nicht kalkhaltig sein.

2.2. Als Beet- und Balkonblume

Erst in den 2000er Jahren kam es zum wirklichen Durchbruch neuer Hybrid-Sorten die anfangs vorzugsweise Kreuzungen aus B. socotrana und B. x tuberhybrida waren, doch dann immer verschiedenere Arten und Hybriden als Eltern bekamen, sodass eine botanische Zuordnung nicht mehr möglich ist. Der Autor ist der Auffassung, dass, diese Gruppe sogar die schönsten der Begonien überhaupt sind.

Begonia cultivars Gryphon

Doch das ist nur die eine Seite der Medaille, denn allgemein sind diese Sommerblumen etwas empfindlich, vor allem gegen Mehltau. Man verkauft sie als blühende Topfpflanzen für Zimmer und Balkon, doch sie machen sich auch prächtig als Grabbepflanzung. Dort brauchen sie allerdings etwas mehr Aufmerksamkeit, als etwa die Eisbegonie.

Sorten

An dieser Stelle sei gesagt, dass es schwierig ist, online eine schöne Sorte nach Bild herauszusuchen und diese dann irgendwo kaufen zu können, es sei denn man bestellt bei einem Online-Händler. Hier vorgestellte Sorten können nur Beispiel sein, da ständig neue Züchtungen auf den Markt kommen oder auch die Sortennamen verändert werden. Man kaufe also mit dem oben angelesenen Wissen die Pflanzen beim Gärtner oder im Gartenmarkt. Aber es gibt in jeder Farbe immer schöne Ausweichsorten. Zudem kommt beim Einkauf in der Gärtnerei ja auch das spontane Einkaufsvergnügen hinzu, welches bei einer Onlinebestellung nicht immer gegeben ist. Man achte halt nur genau auf die Sorten-Gruppe, welche man pflanzen will. Suchen wir beispielsweise Eisbegonien als robuste Grabbepflanzung für sonnigen Standort, so dürfen wir keinesfalls Blumen aus der andern Formengruppen wählen.


[1] Es ist keine reine Art mehr, denn der ursprünglichen Art B. tuberhýbrida wurde anderes Material eingekreuzt