Prunus x yedoensis
Maienkirsche hier Anfang April in Blüte

Prunus x yedoensis (Syn. Prunus paracerasus; Cerasus × yedoensis) [1] ist eine markante Blütenkirsche, die in Japan zur Zeit des japanischen Kirschblütenfestes (Tag des Grüns 29. April bis 5. Mai) blüht und dort wohl auch in Massen gepflanzt wird. Botanisch und geographisch ist nicht klar, woher die Form stammt, da sie ein Hybrid ist, also eine Kreuzung von zwei Kirscharten. Zudem existieren heute zahlreiche Auslesen und Hängesorten von denen Prunus x yedoensis der Oberbegriff ist. Yedo bezeichnet den alten Namen des heutigen Tokios. Seit etwa 1870 ist das Ziergehölz in Europa in kultiviert.

Der echte der Ursprung dieses variantenreichen Bastards ist sowohl botanisch als auch geographisch also nicht mehr festzustellen. In mancher Literatur findet sich auch der Hinweis auf einen Hybrid von Prunus subhirtella und Prunus speciosa.

Maienkirsche 'Somei Yoshino'

Wichtig für den Garten- und Landschaftsbau sind natürlich die Eigenschaften des Gehölzes. Eine Besonderheit dieser Zierkirschen ist, dass sie wirklich ein sehr anspruchsloses Gehölz ist und in Anlagen verschiedenster Stilarten passen. Es gibt auch sehr schöne Hängeformen, die bei uns leider nur selten zu finden sind, jedoch an Böschungen und Treppen wunderbar zur Geltung kommen würden.

prunus allgemien ALESSA ABRAMOFF Kirschblüte in Tokio

Ein weiterer geeigneter Platz für so ein wertvolles Gehölz ist der Vorgarten und besonders der Zugang zum Haus. Hier sind Sorten mit schirmartigen Baumkronen gefragt. Im Sommer gibt die Maienkirsche den Bewohnern auf diese Weise Schatten, im Winter ein malerisches Geäst und im Frühling die Möglichkeit, den Flor in all seinen Stadien des Aufblühens bis zum Welken und Herabrieseln der Blüten zu bewundern. Der Mensch bekommt so die nötige Kraft für den Tag, wenn dieser ihn morgens mit Schönheit umfängt. Unbedingt erwähnenswert ist, dass Yedoensis eine der wichtigsten Formengruppe ist, welche das Japanische Kirschblütenfest prägen.

Wuchsform, Belaubung

Prunus x yedoensis kann bis 15 m hoch werden. Seine Äste wachsen locker, breit und aufrecht. Die Baumkrone wird aber nicht besonders dicht. Deshalb wirkt der Wuchs recht malerisch. Anfangs ist diese Blütenkirsche ein großer Strauch und später wird sie ein Baum. Manchmal wird sie auch auf Hochstamm veredelt. Die Färbung des Geästs ist braunrot.

Prunus yedoensis Japanische Maienkirsche Blüten

Die elliptischen, kräftig doppelt gesägten Blätter werden bis 12 cm (überwiegend aber nur 8 bis 10 cm) lang und sind auf der Oberseite frisch grün und unterseits heller. Der Frühjahrsaustrieb ist gelbgrün. Im Herbst färbt sich das Laub je nach Variation leuchtend rot oder gelb.

Blüten, Früchte

Die 3 cm breiten, leicht duftenden Blüten erscheinen vor dem Austrieb der Blätter, meist schon zum Ende des Monat März. Es sind fünf bis sechsblütige, gestielte Trauben, welche ihre Färbung wechseln. Anfangs ist der Flor rosa, später rein weiß. Früchte werden kaum angesetzt und wenn, dann sind es erbsengroße, schwarze Kirschen.

Video-Notizen: Diese Aufnahmen zeigen erst richtig die Blütenfülle des Lieblingsbaumes der Japaner.

Sorten

Vier empfehlenswerte Sorten der Hybride Prunus x yedoensis

'Shidare Yoshino'
Yoshino-Kirsche – ohne auf einem Stamm veredelt zu werden, würde diese Form als ein Kriechgehölz wachsen; hochstämmig jedoch ein wunderschönes Trauerbäumchen, das auch im Alter malerisch wirkt bzw. an Blütenfülle reicher wird; 5 m hoch, für kleinere Anlagen geeignet; reinweißer Flor
'Ivensii'
Tokyo-Kirsche – Trauerform, ähnlich der 'Shidare Yoshino' in Größe; Blüte erst rosa, dann weiß
'Shidare Sakura' ('Shidaresakura')
Kaskadenkirsche – mehr überhängend und stärker wachsend, als 'Shidare Yoshino'; Blüte erst rosa, dann weiß
'Somei-yoshino'
Yoshino-Kirsche (Bild oben) – eine Auslese mit karminrotem Blütengrund; breit aufrechter Wuchs;  im Alter schwarzes Holz mit herrlichem Kontrast zum weißen Flor

Prunus yesoensis Shidaresakura Kaskadenkirsche

[1] japanisch: 染井吉野 (Somei Yoshino)

Literatur & Quellen:

  • Harri Günther: Schöne Blütengehölze, Berlin 1979
  • Eiselt/Schröder: Laubgehölze, Radebeul 1977