Flachs
Flachs (engl. Flax)

Flachs, Linum usitatissimum: Der Flachs oder Lein ist eine der ältesten Kulturpflanzen. Er liefert noch heute Nahrung und Öl, das z.B. zur Herstellung von Salben, Ölfarben oder Linoleum dient. Seine Fasern sind Ausgangsrohstoff für Kleidung, Nähtmaterial im chirurgischen Bereich oder Asbestersatz. Der Öllein erreicht eine Höhe bis zu 20 cm, der Faserlein bis 160 cm.

Die Farbe der fünf Kelchblätter der Blüte variiert von Violett über Blau, Rosa, Graublau zu Weiß oder Gelb. Die Leinsamen sind lang bis rundoval, glänzend und fein punktiert, ihre Farbvariation reicht von Hellgelb bis Dunkelbraun.

Der Lein wächst bevorzugt auf sandigem, lehmigem Boden oder auf leichteren Böden mit guter Wasserführung. Faserlein wird Ende Juli geerntet, Öllein von August bis September. Verwendet wird von Letzterem der Samen.

Volksnamen: ...

Heilwirkung

Die Wirkstoffe im Samen der Pflanze helfen innerlich bei Entzündungen im Mund und Rachenraum, bei Heiserkeit, Husten, Magen- und Harnwegsbeschwerden oder Verstopfung. Als Umschlag wird ein Brei aus dem Samen bei Verstauchungen, Prellungen oder Rheuma aufgelegt.

Einen Kaltauszug gegen innere Beschwerden wird folgendermaßen hergestellt: einen gehäuften Teelöffel angedrückter Leinsamen lasse man in 1/4 Liter kaltem Wasser 20 Minuten ziehen. Man trinke mehrmals täglich davon oder benutze ihn zum Gurgeln.

Bei Verstopfung nehme man jeweils morgens und abends einen Esslöffel Leinsamen ein. Die abführende Wirkung tritt jedoch erst nach 2 – 3 Tagen ein. Somit ist der Leinsamen kein Mittel für einen akuten Fall, sondern für den Dauergebrauch. Wichtig: Viel Trinken!

Bei Magenentzündungen wird ebenfalls morgens und abends ein Esslöffel Leinsamen eingenommen, allerdings muss man ihn hier zuvor in Wasser einweichen, bis der Samen von einer schleimigen Schicht überzogen ist. Auch hier sollte viel getrunken werden. Für einen lindernden Umschlag fülle man 50 g gemahlenen Leinsamen in ein Stoffsäckchen und erwärme es 10 Minuten über Wasserdampf, bevor man es noch heiß auf die erkrankte Stelle legt.

Hinweis: Frisch ist Lein stark giftig!

Derselbe wächst 6 – 9 cm hoch, hat ästigen Stengel, die Blüten haben fünf Kelchblätter, und fünf verkehrt eirunde himmelblaue Blumenblätter. Die Frucht ist eine kugelige Kapsel mit flachen, braunen, zahlreichen Samen.

Anwendung: Leinsamen wirkt als Umschläge gegen Geschwülste, Magen- und Leberschmerzen, Zahngeschwüre, bei Brandwunden; man mische 4 Teile Leinöl, 3 Teile süße Mandelmilch und lege das Gemischte auf die kranken Stellen.

Literatur & Quellen. Zitat nach historischer Buchvorlage: Brunnfels, O. / Pfeffermann / Gleitsmann, E.: Das Buch der Kräuter, Verlag Urbania-Gesellschaft Dresden, um 1920