WohngartenGroßzügige Terrassenfläche statt Rasen.
Großzügige Terrassenfläche statt Rasen.

Wer einen kleinen Garten gestalten möchte, dem schlage ich meist ein Hauptthema vor, welches als Leitmotiv das Konzept bestimmen soll und das heißt: Wohngarten total! Dieses Konzept leuchtet vor allem denjenigen ein, die einen teuren Bankkredit für Haus und Grundstück abzahlen müssen. Da liegt es nahe, jeden teuer bezahlten Quadratmeter Land auch optimal zu nutzen. Und das muss am Anfang auch gar nicht immer viel Geld kosten. Der Garten sollte einem Zweck dienen und Zweckmäßigkeit hat nicht immer etwas mit hohen Geldausgaben zu tun.

Großzügig denken

In kleinen Gärten ist man oft geneigt alles klein in klein anzulegen. Eine kleine Terrasse, ein kleines Stück Rasen, eine kleine Blumenrabatte, einen kleinen Teich, ein oder mehrere winzige Gemüsebeete; einen kleinen Sandkasten für die Kinder usw. Am Ende hat man eine völlig zerstückelte Fläche und alles ist eng und irgendwie kleinkariert angelegt. Wenn man solch einen Garten mit der Wohnung vergleicht, dann ist er wie ein Zimmer, das Wohnstube, Kinderzimmer, Schlafstube, Bad, Küche und Arbeitszimmer zugleich sein soll. Und das geht ja auch nicht.

Kleiner GartenEine Anlage wirkt größer, wenn die einzelnen Gestaltungselemente gewisse Höhenunterschiede aufweisen. Hochbeete schaffen eine besondere Raumwirkung.

Wenn man sein Grundstück als erweiterten Wohnraum betrachtet und dementsprechend anlegen will, so sollte man sich zuerst einmal auf nur zwei Themen beschränken. Deine grüne Oase könnte also Wohn- und Kindespielzimmer, Schlafstube (Relax-Zone, Bild oben) und Sommerküche oder Badestube und Bibliothek usw. sein. Mit den Variationsmöglichkeiten, die es an Zimmern gibt (weitere Ideen: Herrenzimmer, Studio, Hobbyraum, Partyraum, Sauna, ...) findest du endlos viele Gestaltungsthemen und am Ende dein ganz individuelles Leitmotiv für dein Wohnzimmer unter freiem Himmel. Das ist dann ein Hausgarten im wahren Wortsinn.
Wer immer noch keine zündende Idee für sein Projekt gefunden hat, der schaue noch folgende Seiten durch:

Und dann gestalte großzügig:

  1. In erster Linie sollte die Anlage ein großzügig angelegter Terrassengarten sein (Bilder unten) und
  2. in kleinen Gärten sind Rasenflächen unangebracht. Mein Vorschlag ist hingegen der, an Stelle einer kleinen Rasenfläche und einer kleinen Terrasse (wie es oft geschieht), eine große Wohnterrasse zu planen

Räume schaffen

Wer wenig Platz zur Verfügung hat, dem wird der folgende Tipp vielleicht nicht im ersten Moment einleuchten:
Wage es, dein Gärtchen noch einmal klar in zwei Räume zu teilen, etwa durch eine Hecke. Dies ist ein uralter Trick der Grüngestalter. Solch ein Doppelraum wirkt merkwürdiger Weise größer, als ein in allen Teilen einsichtiger einzelner Freiraum. Denn hält man sich in einem Bereich dieser geteilten Anlage auf (Bild unten z.B. im Terrassengärtchen) und kann von dort aus den weiterführenden Garten und seine Begrenzungen nur spärlich einsehen, so hat man als Betrachter dass Gefühl, dass es da noch viel weiter geht. Dadurch wirkt alles großzügiger, wenn auch nur gefühlt.

Aufteilung GartenräumeGefühlte Vergrößerung durch Teilung

(weitere Erklärungen zu den zwei Bildern hier) Eine weitere optische Korrektur wird dein Gärtchen erfahren, wenn du es wie ein Zimmer gestaltest und klar räumlich einfasst. Eine Rahmenpflanzung aus Sträuchern oder Hecken bilden grüne Zimmerwände.
Und wieder wird der unerfahrene Planer einwenden, dass Sträucher, hohe Hecken oder auch Sichtschutzelemente (Mauern usw.) den kleinen Garten noch enger machen, als er schon ist. Und wieder ist das Gegenteil der Fall. Der Außenraum wird dadurch sogar noch gemütlicher und wenn man den Fenstern im Wohnzimmer entsprechend schöne Sichtschneisen offen lässt, so kann man mit hohen Heckenwänden unschöne Ausblicke verdecken und schöne Motive hereinholen. Zudem bekommt das Wohngärtchen erst Wert und Nutzen, wenn es einen intimen Rückzugsort darstellt, der nicht gleich von jedermann eingesehen werden kann. Zudem bieten hohe Sichtschutzpflanzungen Schutz vor Wind und spezielle Zaunelemente auch Schutz vor Lärm.

Räume einrichten

Je nach dem Zweck kann nun der Garten in seiner Einrichtung komplettiert werden. Zum Beispiel mit einem/einer:

  • Kleingewächshaus
  • Außenwhirlpool
  • Badetonne
  • Grillkamin, Grillkota (finnische Grillhütte)
  • Sauna
  • Kinderspielbereich
  • der Pflanzenfreund richte sich ein Stauden- oder Blumenkabinett ein
  • der Lesefreund eine Leselaube

Der erste Gedanke ist meist der Beste

Ich denke, das sind fürs Erste schon genügend Ideen, über die du nachdenken und dir Notizen machen solltest. Über Gestaltung, Preise und Produkte solltest du dich erst im nächsten Schritt informieren (mehr darüber gibt es auch hier auf meinem Infoportal zu lesen). Ideen muss man entwickeln und man muss ihnen etwas Zeit zur Entfaltung lassen. Aus eigenen Erfahrungen kann ich sagen, und dies gilt nicht nur für die Gartengestaltung: der erste Gedanke ist meist der Beste!

Beispiel für eine großzügige Hausterrasse mit kleiner Terrassenmauer

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