Heilpflanze Mistel
Mistel (engl. Mistletoe)

Mistel, Viscum album: Allseits bekannt aus den "Asterix"-Comics, wo sie vom Druiden Miraculix mit einer goldenen Sichel geschnitten wird: die Mistel. In der Tat war diese Heilpflanze den Druiden (Gelehrte, Heilkundige und Priester) die heiligste Pflanze überhaupt. Sie war das Zeichen der Götter, dass sie selbst in dem Baum, auf welchem die Mistel wuchs, anwesend seien.

Sie durfte nur mit einer goldenen Sichel oder Hippe während einer feierlichen Zeremonie geschnitten werden. Danach wurde sie zum Beispiel zum Schutz über den Haustüren angebracht oder als Amulett getragen.

Die auf Laubbäumen nistende Mistel ist ein Halbschmarotzer. Sie entzieht zwar dem Baum Wasser und Nährsalze, indem sie mit ihren Wurzeln die Nährstoffversorgung im Holz anzapft, verarbeitet diese jedoch selbst in ihren ledrigen, grün-gelblichen, immergrünen Blättern. Sie trägt weiße, klebrige Scheinbeeren, deren Samen an den Schnäbeln und im Kot von Vögeln weitergetragen werden.

In den Wintermonaten sieht man am deutlichsten, wo die Mistel nistet. Als grüner Ball hängt sie dann gut sichtbar in den Zweigen von verschiedenen Laubbaumarten. Die Laubholzmistel blüht zweimal im Jahr, einmal von März bis April und dann von Anfang Oktober bis Mitte Dezember. Gesammelt wird sie nur im März und April sowie im Oktober. Sie wird mit Stangen aus den Ästen geschlagen oder mit einer Schere (oder wer mag auch mit einer goldenen Sichel) herausgeschnitten. Das Sammelgut wird zum Trocknen auf einer Leine aufgereiht. Getrocknet riecht die Mistel leicht ranzig. Angeblich sollen Misteln, die auf Eichen gewachsen sind, am mächtigsten sein. Das hat aber vielleicht damit zu tun, dass sie dort auch am seltensten zu finden sind.

Volksnamen: Hexennest, Donnerbesen, Laubholzmistel, Drudenfuß, Bocksbutter, Albranken, Wintergrün

Heilwirkung

Die Früchte der Mistel sind giftig, doch als Salbe verwendet oder als Brei aufgelegt, können sie Erfrierungen heilen. Die Blätter beeinflussen den gesamten Drüsenhaushalt des Körpers positiv und machen sich damit zu einem vorzüglichen stoffwechselfördernden Mittel. Bei Zuckerkrankheit und chronischen Stoffwechselerkrankungen kann sie so wahre Wunder bewirken. Auch Arterienverkalkung und Schlaganfall können bei regelmäßigem Gebrauch vermieden werden. Sollte es schon zu einem Schlaganfall gekommen sein, trinkt man täglich sechs Wochen lang drei Tassen Misteltee und zwar die erste Tasse vor und nach dem Frühstück, die zweite Tasse vor und nach dem Mittagessen und die dritte Tasse vor und nach dem Abendbrot immer jeweils zur Hälfte.

Auch zur Stillung von Blutungen; getrunken gegen Lungen- und Darmblutungen oder in die Nase hochgezogen gegen Nasenbluten wird sie verwendet. Auch bei Kreislauf- und Menstruationsstörungen, Unannehmlichkeiten der Wechseljahre hilft die Heilpflanze, ja sogar gegen Unfruchtbarkeit bei Frauen (als frischer Presssaft genommen) und gar Krebs soll sie helfen. Schon im Altertum wurde sie vor allem auch gegen Krämpfe, Epilepsie und Hysterie angewandt.

Der Misteltee wird kalt angesetzt. Dafür zwei bis vier Teelöffel der Droge in einem Viertelliter kaltes Wasser geben und zehn bis zwölf Stunden ziehen lassen. Davon trinke man leicht aufgewärmt auf nüchternen Magen morgens die erste Tasse, die zweite abends. Die Anwendungsdauer sollte mehrere Wochen oder auch Monate betragen. Frischen Saft gewinnt man aus frischen, gut gewaschenen und noch feuchten Misteln, die im Entsafter entsaftet werden. (Gegen Unfruchtbarkeit nehme man davon je fünfundzwanzig Tropfen in etwas Wasser nüchtern eine halbe Stunde vor dem Frühstück und abends vor dem Schlafengehen.)

Achtung: Kann bei empfindlichen Menschen allergische Reaktionen auslösen. Einige Quellen bezeichnen die Mistel als giftig. Längere Anwendung soll angeblich Leberschäden verursachen.

Selbige blüht im Monat Februar, ist zweihäusig, die Pflanze hat weiße, zähschleimige Beeren. Sammelzeit: Januar bis April.

Anwendung: Bei Blutungen, Krämpfen, starken Blutabgang der monatlichen Periode. Einen Eßlöffel voll getrocknete Blätter auf 1 Obertasse kochendes Wasser gebrüht und getrunken.


Literatur & Quellen: Bild und Zitat nach historischer Buchvorlage: Brunnfels, O. / Pfeffermann / Gleitsmann, E.: Das Buch der Kräuter, Verlag Urbania-Gesellschaft, Dresden, um 1920