Lathyrus latifolius, Staudenwicke
Ländliches Flair mit wenig Aufwand.

Die Staudenwicke (Lathyrus latifolius) ist eine rege wachsende und anspruchslose Kletterpflanze. Wenn im Jahr die Tage am längsten sind, wird der aufmerksame Beobachter bemerken, dass diese farbenfroh blühende Staude sehr weit verbreitet ist und das nicht nur in Gärten oder Parkanlagen. So habe ich sie an einem Wildschutzzaun an einer Autobahn gesehen und natürlich auch fotografiert.

Durch diese irgendwie feminin wirkende Gartenblume bin ich auch darauf gekommen, was denn das Besondere und Eigentümliche und damit so Typische eines Landhausgartens ausmacht. Und zwar entsteht es durch Pflanzen, die in ihrer Zuordnung so ein, ich will mal sagen "Zwischending" zwischen Kultur und Wildpflanze, bilden. Diese machen die Romantik ländlicher Gartengestaltung aus. Und zu ihnen zählt die Staudenwicke als eine typische Blume der Bauern- oder Landhausgärten.

Staudenwicken am FeldrandWenn wir uns einen Landhausgarten mit seinen Blumen, Rosen und Wiesen idealisiert vorstellen, so hat man vermutlich einen Garten in frühsommerlicher Jahreszeit vor Augen: Sonnige, warme Tage mit endlos langen Abenden und gemütliche Grillpartys mit guten Freunden.
Bereits Schiller, Goethe und all die anderen Romantiker brachten uns auf diese Weise das Landleben näher. Und sie kannten gewiss auch die Staudenwicke, denn man findet sie bereits seit dem 16. Jahrhundert in unsere Gärten.

Als Schnittblume hält sich Lathyrus latifolius gut eine Woche in der Vase. Nach und nach verlieren die Blüten, die auch nicht duften, ihre Farbe und werden weiß.

Beschreibung

Die Staudenwicke – man kennt sie auch unter dem Namen Breitblättrige Platterbse – wird bis zu 2 m hoch und klettert leicht an Zäunen, Bäumen und Rankhilfen. Die Pflanzen haben ein graugrünes Laub und wirken ohne Blüte eher unauffällig. Die Blüten werden 2,5 cm groß und stehen zu 3 – 10 an Stielen, die aus den Blattachseln kommen. Bei der Stammart variieren die Blütenfarben von Hellrosa über Dunkelrosa bis Rosalila.

Die Hauptblütezeit ist der Juni. Doch die Kletterer bringen auch noch im Juli und August einen Flor und mitunter eine Nachblüte im September.

Standort, Vermehrung und Aussaat

Staudenwicken am DrahtzaunDer optimale Aussaatzeitpunkt ist März bis Juni. Es sollte eine Saattiefe von 3 cm gewählt werden. Da die Staudenwicke zu den Dunkelkeimern gehört, darf nicht zu flach gesät werden. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein. Nach meinen Erfahrungen werden auch relativ trockene Standorte vertragen.

Die Wicken können gut durch Aussaat von selbst gewonnenem oder auch gekauften Samen oder durch Teilung der Staude vermehrt werden.

Sorten

  • 'Albus' – weiße Blüten
  • 'Splendens' – lebhaft rosa
  • 'Rose Queen' (Rose Pearl, Rote Perle) – rosarot, besonders große Blüten
  • 'Weiße Perle' – weiße Blüten