Landhaus, Cottage
Cottage.

Das ideale Landhaus ist zusammen mit dem Garten Bestandteil der Kulturlandschaft selber. Heute werden Landschaft und Wohnbebauung weitestgehend voneinander ferngehalten, um die „Natur“ zu bewahren.

Cottage im Landschaftspark MuskauIch möchte das ältere Konzept der vorindustriellen Zeit, der Lebensentwurf des autonomen Wohnens in einer gestalteten Kulturlandschaft wieder aufgreifen. Nicht umsonst hat man festgestellt, dass die biologische Vielfalt in den Städten häufig größer ist als auf dem Land. Ein schönes Beispiel dieses Wohngedankens finden wir im Bad Muskauer Landschaftspark des Fürsten Pückler. In seiner gestalteten Landschaft fügte er als Gestaltungselement bewusst ein englisches Cottage ein als Musteridee für einen neuen Wohngedanken.

Landhaus und Landhausgarten in diesem Sinne stellen ein Idealbild des Wohnens in der Natur oder richtiger gesagt das Wohnen in der Kulturlandschaft dar. Das wäre das erstrebenswerte Ziel. Aber es ist eine ganz andere Zielsetzung, als das heute so viel propagierte Wohnen und Leben im Einklang mit der Natur. Denn es gibt nicht nur eine Natur sondern auch eine Kultur zu bewahren. Und wir sollten uns heute mehr Gedanken über diese ländliche Kultur und Wohnkultur machen, als nur über Ökologie, Natur und Natürlichkeit in Haus und Garten zu reden.

Ich frage mich oft, welcher Entwurf zukunftsweisender ist. Das Konzentrieren der Menschen in Megastädten und dadurch bedingt das museale Pflegen der Landschaft und Natur oder das beförderte, dezentrale, ländliche Leben und Arbeiten der Menschen innerhalb der Landschaft, welches die Kulturlandschaft selber entstehen lässt.

Diese Lebensweise, des Wohnens auf einem überschaubaren Stück bewirtschaftetem Grund trägt in sich selber die größtmögliche Autonomie sowohl des Individuums als auch einer ganzen Region. Immerhin, Vordenker in diese Richtung waren Männer wie Pückler, deren Ideen jedoch durch die Erfindung der Eisenbahnen, Industriefabriken und neuartige Abhängigkeiten der Menschen in Vergessenheit gerieten. Einen zweiten, ähnliche visionären Aufbruch gab es noch einmal 100 Jahre später mit der Idee der Gartenstädte. Doch auch diese Idee setzte sich nicht durch.