Fischgräten-Pflaster
Fischgräten-Pflaster.

Eine sehr haltbare und optisch ansprechende Pflasterung ist das sogenannte Fischgrätenmuster. Es hat ein alte Tradition. Viele gestalterische Aspekte im Garten gehen nicht auf geschmackliche Entscheidungen zurück sondern folgen einfach nur dem Zweck und dem Material. Am Beispiel der Fischgrätenpflasterung lässt sich dies leicht zeigen. Welche Materialien für den Bau in Frage kamen, war früher davon abhängig, wie man sie in der Umgebung fand.

Fischgräten GartenwegDort, wo viel Holz vorhanden war, baute man viel mit Holz. Dort, wo die Natur reichlich Naturstein bot, baute man diesen in Steinbrüchen ab und fertigte aus ihm Werkstein oder Pflastermaterial. Nun gibt es aber auch Landstriche, wo natürliche Baumaterialien knapp sind, und so musste man auf Ersatzbaustoffe zurückgreifen. So ersetzte der gebrannte Ziegel den behauenen Stein. Dort, wo wir heute in den Städten traditionell Backsteinbauten finden, war einfach der Rohstoff Naturstein knapp. Im Norden konnte man beim Bau zum Teil auf Findlingssteine und Kiesel für Pflasterungen ausweichen, doch man stellte als alternativen Wegebelag auch den hart gebrannten Klinkerziegel her.

Da in älterer Zeit der Unterbau der Fuß- und Gartenwege nicht so ausgeklügelt war wie heute, legte man die Ziegel nicht flach, sondern längs für hochkant. So bekam die Pflasterfläche mehr Halt und Festigkeit. Wenn die Klinkerpflastersteine für hochkant stehen, wären Reihenpflaster aber zu wackelig (Dominoeffekt) und so ist das Fischgrätenmuster der einzige völlig stabile Pflasterverband für Klinkerpflaster dieser Art.

KlinkerpflatserAus der Historie dieser Pflasterungsart können wir schlussfolgern, wo aus gestalterischen Gründen Klinkerpflaster angebracht sind und damit das Fischgrätenmuster. Das Klinkerpflaster gehört also vorzugsweise in Landschaften, die arm an Naturstein sind und das Fischgrätenmuster entsprechend in historische Gartenanlagen wie z.B. Cottagegärten oder Landhausgärten.