Topfhortensien in Blüte
Topfhortensien in Blüte

Tipps zum Schneiden, Überwintern und zum richtigen Standort: Die Gehölze und Topfpflanzen sind sehr beliebt und es gibt viele schöne Sorten, welche im Vergleich zu früheren Bauernhortensien (wie sie unsere Großeltern kannten) viel robuster und somit auch pflegeleichter sind. Trotzdem treten immer wieder Fragen zur Pflege auf. Vor allem: "Wann und wie sollte man Hortensien schneiden?" – "Wie sollte man Topfhortensien überwintern?" und "Kann man sie im Garten eingepflanzt lassen?" oder: "Meine Hortensie blüht nicht – was kann ich tun?" All diese Frage werden hier kurz beantwortet. Vorweg sei aber noch darauf hingewiesen, dass wir im Winter die Zierpflanzen zwar blühend im Gartenmarkt als Treibhausware kaufen können, doch daheim akklimatisiert, erscheint in Zukunft der Flor der beliebten Bauernhortensien nur noch im Juni und Juli und nicht im Winter oder Frühling!

Kurzoinfo zur Hortensien-Art Hydrangea macrophylla (Bauernhortensie)

Die Zierpflanzen, welche in Töpfen angeboten werden, sind sogenannte Bauernhortensien (auch Gartenhortensien genannt), welche die botanische Bezeichnung Hydrangea macrophylla besitzen. Allgemeine Informationen zu dieser Sortenvariante finden sich hier unter der Rubrik: Hortensien-Arten. Die Zierpflanzen sind allgemein bekannt und so soll es hier sofort um alle wichtigen Tipps bezüglich der Pflege gehen. Um mich über die Kultur von altbekannten Gartenpflanzen zu informieren, lese ich oft Pflegeanleitungen aus älterer Zeit, in der diese Pflanzen meist noch viel anfälliger waren als heute. Damit sind diese alten Hinweise wirklich sehr wertvoll. Und so habe ich hier eine Pflegeanleitung zu Hortensien zusammengestellt, die aus alten Erfahrungen schöpft und sicher immer noch Gültigkeit haben.

Hydrangea macrophylla Erly Blue blaue Hortensien

Hydrangea macrophylla sind die beliebten Gartenhortensien (Bauernhortensien, Bauerngartenhortensien), welche ihre riesigen Blütendolden in den Sommermonaten entfalten. Durch allmähliches Antreiben lassen sie sich aber auch in den Wintermonaten zur Blüte bringen und so werden sie auch in dieser Zeit viel in den Gartenmärkten angeboten. Daheim werden wir die Zierpflanzen wohl kaum im Winter zur Blüte bringen, doch für den Sommer sind es sehr dekorative Gewächse, welche besonders im Töpfen gut zur Geltung kommen. Wenn man ein paar wenige Hinweise zur Kultur beachtet, dann ist die Pflege nicht aufwendig. Und wenn etwa eine Hortensie nicht blühen will, dann solltest du ganz einfach die folgenden Schritte in der Pflegeanleitung durchgehen und prüfen, wo das Problem liegt.

Kurz lässt sich sagen: Wenn in diesem Jahr die Hortensien nicht blühen, dann liegt das an der ungünstigen Pflege im Vorjahr. Dabei ist einiges zu beachten. Hortensien vertragen zum Beispiel nicht zu viel Kalk und sie benötigen im Sommer zwar viel Wasser, doch die Wurzeln dürfen nicht ständig im Wasser stehen. Man schneide die Blütensträucher nicht im Herbst, sondern direkt nach dem Verblühen im Sommer und nie alle Triebe auf einmal zurück. Trotz bester Pflege, Schnitt und gutem Standort kann es trotzdem so sein, dass die Gartenhortensien auch einmal in einem Jahr wenig blühen..

Standort und Überwinterung

Gartenhortensien können in Gegenden mit mildem Klima direkt in den Garten gepflanzt werden. Die alten Gärtner meinten, dass für eine gute Blüte ein Standort gut sein soll, an dem die Morgensonne die Pflanzen bescheint. Was auch immer wichtig ist, letztlich ist es so, dass schon in der Vegetationsperiode das Blühholz mit den Blütenknospen für das kommende Jahr gebildet werden.

Üblicher ist die Kultur in Pflanzgefäßen, wodurch die Hortensien während ihrer Blütezeit dekorative Kübelpflanzen für die Terrasse sind. Man kann die Hortensien aber auch nur im Topf überwintern, dann vortreiben und über den Sommer im Garten auspflanzen, um sie dann nach der Blüte wieder in Töpfen auf die neue Gartensaison vorzubereiten. Man gewährt den Hortensien im Sommer bis zur Blüte einen halbsonnigen Standort und setzt sie nach der Blüte der vollen Sonne aus, wo sie dann bei ausgiebiger Feuchtigkeit – und besonders wenn die Pflanze in großzügigen Gefäßen stehen – besser die nächstjährigen Blütentriebe vorbilden.

Hydrangea macrophylla Polifera

Bekannt ist, dass Hortensien auf Kalkboden (der ist aber eher ungünstig) rosa blühen und auf saurem Boden blau. Es ist der Eisengehalt des Bodens, welcher den Pflanzen das Himmelblau in die Blüten treibt. Wer blaublütige Hortensien wünscht, der gebe der Pflanzerde pro Kilo Erde 15 bis 20 Gramm Ammoniak-Alaun oder Eisenfeilspäne bei. Zweckmäßig ist es, die Erde schon einige Monate vor dem Verpflanzen zu präparieren. Es gibt im Handel natürlich auch eisenhaltige Spezialerde für Hortensien. Letztlich ist es das Zusammenspiel von saurer Erde und Aluminium in Form von Kaliumaluminiumsulfat (Alaunsalz), welches die Blüten blau färbt.

Im Herbst werden die ausgepflanzten Hortensien in Töpfe gesetzt und in einem kühlen, möglichst frostfreien Raum überwintert. In den Überwinterungsmonaten werden die Hortensien nur so viel gegossen, dass das Holz und die Triebknospen nicht schrumpfen. Die Blätter werden im Winter gelb und fallen ab und müssen dann entfernt werden, um das Faulen der Triebknospen zu verhüten.

Im Februar oder März, je nach Temperatur, welche in den Überwinterungsräumen herrscht, beginnen die Hortensien zu treiben, und es ist nun Zeit, sie heller zu stellen. Sind die Pflanzen während ihrer Ruhezeit nur mäßig oder fast gar nicht zu gießen, so verlangen sie dies jedoch ausgiebig zur Triebzeit, wo sie Triebe und Blüten bilden. Auch eine schwache Düngung ist in dieser Zeit zu empfehlen. Man hüte sich aber, anfänglich der Triebzeit zu stark zu gießen, weil dies oft gelbblättrige und anderweitig kranke Pflanzen erzeugt, vor allem dann wenn das Wasser im Ballen stagniert und nicht gut ablaufen kann. Im April, wenn keine strengen Fröste mehr zu erwarten sind, bringt man die Pflanzen dann nach draußen und stellt die Töpfe in lichten Schatten. Jetzt kann auch ein leichter Schnitt erfolgen. So werden etwa zu lange Triebe auf ein Drittel gekürzt und schwaches Holz herausgenommen.

Substrat für Töpfe und Umpflanzen

Als Topferde kann man Rhododendronerde mit normaler Blumenerde mischen und etwas Hornmehl als Langzeitdünger zugeben. Auch Kaffeesatz ist ein guter Hortensiendünger, der zugegeben werden kann. Der Boden soll also reich an Humus sein und leicht sauer. Umgepflanzt werden die Töpfe bei Bedarf nach der Blüte. Obwohl das Verpflanzen auch im Frühjahr ausgeführt werden könnte, ist nach der Blüte der bessere Zeitpunkt, um Reservestoffe für die nächstjährige Blüte mit dem neuen Boden in der Pflanze aufzuspeichern.

Schnitt und Stämmchen ziehen

Ist in der Gartenliteratur oft zu lesen, dass die Hydrangea macrophylla kaum geschnitten werden muss, so heißt es in älterer Literatur [1] aber: "Nach beendeter Blüte schneidet man die abgeblühten Triebe auf zwei Augen zurück, um neues Blühholz zu gewinnen." Es sollte also immer auch ein Teil der Triebe zurückgesetzt werden, damit die Hortensien ständig gesunde und kräftige Triebe bilden. Nur ganz alte Exemplare können nach Jahren im Ganzen verjüngt werden, indem man sie bis auf wenige Augen im Frühjahr zurückschneidet, sie blühen dann aber erst im kommenden Jahr.

Wir schneiden also ein Drittel der Triebe nach beendeter Blüte auf zwei Knospen über dem Boden zurück, um neues Blühholz zu gewinnen. Nach der Blüte empfiehlt sich auch ein gleichzeitiges Verpflanzen der Hortensien, wobei man das gröbste Wurzelnetz entfernt und den Ballen entsprechend lockert. Als Erde kann man Rhododendronerde mit normaler Blumenerde mischen und etwas Hornmehl zugeben. Auch Kaffeesatz ist ein guter Hortensiendünger, der zugegeben werden kann. Der Boden soll also reich an Humus sein und leicht sauer. Obwohl das Verpflanzen auch im Frühjahr ausgeführt werden kann, so ist doch nach der Blüte der bessere Zeitpunkt, um Reservestoffe für die nächstjährige Blüte in der Pflanze aufzuspeichern.

Aus den Hortensien lassen sich übrigens auch Stämmchen ziehen. Zu diesem Zweck wird der bewurzelte Steckling erst entspitzt (die Haupttriebknospe gekappt), wenn er die gewünschte Höhe des Stammes hat. Alle Seitentriebe werden bis dahin entfernt. Wurzeltriebe lässt man nicht aufkommen.

Vermehrung

Die Anzucht und Vermehrung der Hortensien geschieht durch Stecklinge im Frühjahr, besser aber im Juli und August. Hierzu verwende man diejenigen Triebe, welche voraussichtlich keine Blüten bringen. Die Stecklinge werden unter Beschattung und gleichzeitiger Feuchtigkeit zur Bewurzelung gebracht. Man hüte sich, die Stecklinge welk werden zu lassen, weil in diesem Falle die Bewurzelung nur langsam und unregelmäßig vor sich geht.


Literatur & Quellen:

  • [1] nach U. Bier: Praktische Zimmerpflanzenzucht und Pflege nach langjährigen Erfahrungen, Erfurt (1924?), Verlag des "Erfurter Führer im Obst- und Gartenbau".