Nepeta faassenii Walkers Low KatzenminzeInsektenmagnet und Bienennährpflanze!
Insektenmagnet und Bienennährpflanze!

Wer eine sogenannte Katzenminze beim Gärtner kauft, der wird meistens mit Nepeta x faassenii aus dem Laden kommen. Genau genommen ist aber die unbekanntere Art Nepeta cataria (siehe unten) die in alten Kräuterbüchern behandelte Katzenminze, welch tatsächlich auch eine Heilpflanze ist, deren Blätter man beispielsweise bei Zahnschmerzen kauen kann. Diese Art ist jedoch nicht besonders zierend. Nun hat sich der Name aber auf die blau blühende Zierstaude übertragen, welche bereits der legendäre Staudengärtner Karl Foerster als unersetzlich für Steingärten erklärt hat. Die Besonderheit der Pflanzen ist der lange Flor, der von Mai bis Ende September währt!

Die Form der hier vorgestellten Zierstaude ist eine spontane Kreuzung (Hybrid) zwischen N. mussinii und N. nepetella, deren Triebe aufrechter als bei mussinii ragen. Botanisch gehören beide Arten zur Pflanzengattung der Katzenminzen und diese in die Unter-Unterfamilie Mentheae. Diese fügt sich in die Unterfamilie Nepetoideae und diese in die Pflanzenfamilie der Lippenblütler (Lamiaceae). Die Lippenblütler sind Teil der Ordnung der Lippenblütlerartigen (Lamiales). Die Hybride Nepeta x faassenii gibt es seit etwa 1870. Die Blüten der Ursprungssorte sind von blauvioletter Farbe.

Nepeta faassenii Walkers Low Katzenminze im RosengartenDie Sorte 'Walkers Low' (kleiner Wanderer) rahmt Rosenbeete

Die Hybrid-Katzenminze ist wirklich bemerkenswert, denn sie ist ein Dauerblüher, welcher den Garten monatelang (mit kleinen Unterbrechungen) in einen zartblauen Flor hüllt, wenn man ihn reichlich pflanzt. Tatsächlich wird empfohlen, die Staude in größeren Mengen zu pflanzen, damit sie ihre Blüte wirkungsvoll entfalten kann. Neben dieser wirkt aber auch das graugrüne Laub und gibt einen wirkungsvollen Farbkontrast zu gelben Blüten. Karl Foerster empfahl zur Benachbarung hierfür besonders blassgelbe Sorten beispielsweise des Fingerstrauchs (Potentilla fruticosa), also keinesfalls knalliggelbe Blühpflanzen. Vom Flair passen die Pflanzen bestens in mediterrane Gartenanlagen oder man fasst mit ihnen eine entsprechend gestaltete Terrasse ein. Auch der französische Provence-Stil ist mit diesen lange blühenden und leuchtenden Stauden umzusetzen. Mit der Massen- und Fernwirkung in Randbepflanzungen bringt die Katzenminze diejenige optische Wirkung, welche wir im Garten mit dem pflegeaufwendigen (und nicht immer winterharten) Lavendel erreichen wollen. Die Pflanzung in Steingärten wurde bereits erwähnt.

Eine andere Verwendungsmöglichkeit von Nepeta x faassenii ist die der sogenannten Rosenbegleitpflanze in einem Rosengarten oder einer Rosenanlage. Und das funktioniert auch bestens, denn beide Zierpflanzen blühen in etwa zur selben Zeit vom Frühsommer bis in den Oktober.
Die Katzenminze also eine der wenigen dauerblühenden Stauden, die es gibt.

Standort, Pflege, Vermehrung

Die Minzen sind ausgezeichnete Stauden für trockene Gartenplätze und Trockenmauern. Sehr beliebt sind sie in Wildstaudenrabatten. Sie sind zudem hervorragende Bienenfutterpflanzen und Schmetterlingsmagneten. Mit ihnen können auch böschungsartige Rabatten und Steingartenpassagen bepflanzt werden. Selbst für eine Beeteinfassunge lassen sich die Katzenminzen verwenden. Der Standort sollte in voller Sonne gewählt werden. Vermehrt werden die Stauden im Frühjahr durch Teilung. Beim Bedarf von größeren Mengen macht man Stecklinge (etwa 6 cm lang) im Mai und Juni.

Rauschmittel für Katzen
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Sorte 'Walkers Low' als Insektenmagnet
Sorte 'Walkers Low' als Insekt...
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Sorten

  • 'Blauknirps' - nur 20 bis 30 cm hoch; gedrungener Wuchs; sehr lange, reinblaue Blüte
  • 'Gletschereis' - um die 40 cm hoch mit hellblauen Blüten
  • 'Six Hills Gigant' - von Clarence Elliott;  Höhe bis 60 cm; starkwüchsig und großblütig
  • 'Snowflake' - wie in jeder Sortengruppe gibt es auch hier die weiße Form; Höhe 30 cm
  • 'Walkers Low' - starkwüchsig und standfest; dunkelviolette, leuchtende Blüte; gilt als beste Sorte

Die Art Nepeta cataria (Echte Katzenmelisse) – Heilkraut für Katzen?

Nepeta cataria wird nur etwa 35 cm hoch und sieht bei weitem nicht so schön aus, wie die oben beschriebene Form. Aber die Echte Katzenmelisse ist ein alte Heilpflanze. Der Tee hilft bei Blähungen und Magenbeschwerden. Auch Katzen scheinen diesen Vorteil zu nutzen und so ist diese Art der Katzenminze, wie auch Teucrium marum (Katzenkraut) und Baldrian ein Kräutlein gegen Katzenkrankheiten, wobei ich auch gelesen habe, dass Katzenminze auf unsere pelzernen Freunde euphorisch stimulierend wirken soll. Aber das scheint nur die halbe Wahrheit zu sein, denn auch der Mensch nutzt dieses Kraut als Droge zum Rauchen. Damit ist zur Art Nepeta cataria das Wesentliche hier in diesem Zusammenhang gesagt, weil Nepeta x faassenii oft mit dieser Katzenheilpflanze verwechselt wird.


Literatur & Quellen:

  • Christian Grunert: Gartenblumen von A-Z, Radebeul 1972
  • Karl Foerster: Der Steingarten der sieben Jahreszeiten, Leipzig, Radebeul 1981