Rasen mit Staudeneinfassung
Idee: Ruhiger, stiller Gartenplatz als geheimes Refugium.

Eine Blumen- oder Staudenrabatte am Rande der Rasenfläche im Garten hat vor allem gestalterische Vorteile. Der Streifen aus Blumen, Bodendeckern, Gräsern und niedrigen Ziergehölzen gibt einen angenehmen Übergang von der eher sterilen Grünfläche hin zu höheren Rahmenpflanzungen. Diese sollten sich aber dann auch nicht in eintönigem Grün darstellen, sondern duch Blütenreichtum einen Kontrast zum Englischen Rasen bilden und von seinen unter Umständen auftretenden optischen Fehlern wie beispielsweise Unkraut ablenken.

Ein weiterer Gestaltungseffekt entsteht durch besagte Staudenrahmungen, indem man den optischen Eindruck gewinnt, dass die Rasenfläche gegenüber dem Terrain des Gartens etwas abgesenkt zu liegen scheint, auch wenn der Garten in Wirklichkeit völlig eben ist. Solche optisch oder tatsächlich abgesenkten Flächen werden als angenehme empfunden und sind Thema der sogenannten Senkgärten. Diesen Eindruck kannst du noch verstärken, indem vom Rasen weg die Stauden stufenweise etwas höher gesetzt werden oder die Wuchshöhe beachtet wird, um ein stufenweises Ansteigen zu erreichen.

Der besagte Gürtel aus Stauden, Farnen, Ziergräsern und -gehölzen sollte nicht überall mit gleicher Breite angelegt werden, sondern darf den Eindruck freier Natürlichkeit bekommen. Schließen an den Rasen Bereiche mit höheren Gehölzen (Bäume) an, so muss die Staudenpflanzung dort nicht abschließen, sondern sollte darunter weitergeführt werden. Beispiele dafür habe ich schon für die Anlage von Rhododendrengärten gegeben. Generell lassen sich mit Azaleen und Rhododendren schöne Übergänge vom Rasen zum Garten gestalten.

Ein Gestaltungsthema macht den Garten interessant

Nun kann es geschehen, dass eine mit geschwungenen Staudenbändern eingefasste Rasenfläche trotz üppig blühender Blumen und Sträucher rasch langweilig aussieht. Denn auch eine naturnahe Gestaltung blüht immer wieder gleich. Dem kann abgeholfen werden, wenn beispielsweise eine Plastik, an den Rand der Rasenfläche aufgestellt, das Ganze ein wenig auflockert und ein Blickziel bietet. Denselben Effekt erreicht man mit einem Bankplatz oder einer japanischen Steinlaterne..

Noch interessanter wirkt aber eine Gartengestaltung, wenn man sie unter ein Thema stellt. Mit entsprechender Pflanzenauswahl ist das durchaus möglich:

  • Der verzauberte Märchengarten - Rosen in hellen Pastellfarben pflanzen
  • Blaue Blütenwellen - vorzugsweise blau blühende Stauden pflanzen und zur Sammelleidenschaft werden lassen; z.B. Rittersporn, Staudengeranien, Steinsame, Lungenkraut, Lavendel, Steppensalbei
  • Toskana-Garten - neben Rosen, Steppensalbei, Lavendel und Blauraute markante Säuleneiben pflanzen
  • Schmetterlings-Wiesenstreifen - sogenannte Schmetterlingsmagneten für Falter und Insekten wählen, als da sind Lavendel, Blauraute, Katzenminze, niedrige Schmetterlingssträucher
  • Indianer-Sommer - Pflanzung mit Sedum ‘Matrona‘, Anaphalis triplinervis, Panicum virgatum ‘Hänse Herms‘ u.ä. sowie die Gehölze Euonymus alatus und Japanischer Ahorn, bzw. andere Gehölze
  • Herbstblüte - herbstblühende Stauden, wenn man im Sommer viel auf Reisen und nicht daheim ist und die dann blühende Pracht nicht genießen kann

Alles ist wunderbar harmonisch, aber doch etwas zu viel, denn es fehlt jede optische Spannung.
Alles ist wunderbar harmonisch...
Indianer-Sommer - blühender Garten bis in den herbst Hinein. Hier sind es Sonnenbraut, Staudensonnenhut und zeitig blühende Herbstastern.
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Ziergäser und Sommerblumen als Randeinfassung. Hier sind es Einjährige.
Ziergäser und Sommerblumen als...

Fernwirkung und letzte Tipps

In den Blütenstreifen rund um den Rasen wähle man vor allem blaue, weiße und rosa-lila Pastellfarben, denn sie vermitteln ein Gefühl von Weite und haben auch immer eine gewisse Fernwirkung. Karmin- und dunkelrote, sowie lila Blüten besitzen diese Fernwirkung nur selten. Pflanzt man Blau, dann fügt sich gut die Komplementärfarbe Gelb sowie Orange hinzu.

Optische Weite und Großzügigkeit geben auch Ziergräser. Weniger zum Einsatz kommen sollten Hochzuchtpflanzen wie beispielsweise Dahlien und von den Rosen vorzugsweise nur die Sorten, die mehr Wildcharakter besitzen.

Zuletzt sei noch erwähnt aber nicht zuletzt zu beachten seien die Standortansprüche der ausgewählten Stauden und Ziergehölze. Ist der Standort in der vollen Sonne, müssen die Pflanzen, welche dort wachsen sollen, diese auch vertragen. Ansonsten hat man schon bald keine Freude mehr an seinem Projekt. Ebenso verhält es sich mit halbschattigen und schattigen Standorten. Auch der Wurzeldruck von nahen Bäumen kann dazu führen, dass sich unsere muhevoll ausgesuchten Pflanzen nicht wohlfühlen, mickrig wachsen und unter Umständen bald eingehen. Deshalb sollte man sich vor dem Kauf immer genau über die Bedürfnisse unserer pflanzlichen Schützlinge informieren.

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