Geschwungener Metallzaun
Materialgerecht, geschwungener Metallzaun.

Zur Zeit des sogenannten Jugendstils gab es neben der neuen Formensprache in den Dekorationselementen der Architektur auch in den Gärten einige Veränderungen, wenn man die Zaunanlagen mit zur Gartengestaltung rechnet. In Deutschland löste um das Jahr 1900 der Jugendstil den Stil des Historismus der Gründerzeit ab. In der Gründerzeit, im sogenannten "stählernen Jahrhundert", verwendete man in der Regel ein industriell gefertigtes, repräsentatives, recht wuchtiges Design und das mit üppigem Materialeinsatz.

Maschendraht ZaunelementeZur Zeit des Jugendstils, der sich in den einzelnen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz oft zeitversetzt durchsetzte, bekamen die Vorgartenzäune wieder mehr Eleganz. Die geschwungenen, ornamentalen Formen entwickelten die Künstler und Handwerker nach dem Vorbild der Natur und übertrugen sie auf das neue Design ihrer Arbeiten.

Zwar schritt auch nach 1900 die Industriefertigung von Zaunanlagen weiter voran, doch neben der Jugendstilornamentik änderte sich das Aussehen der Metallzaunelemente dahingehend, dass das Eisen nicht mehr extensiv eingesetzt wurde. Das Material (meist geschmiedetes Eisen) wurde bewusster und sparsamer verwendet.

Zaunsäulen, Toranlagen

Neben den Zaunfeldern passte man aber auch Säulen und Toranlagen dem neuen Kunststil an. In jener Zeit entstanden oft sehr gelungene Einfriedungen in den neu erbauten Villenvierteln unserer Großstädte. Wie schon erwähnt, finden wir in den  Kleinstädten meist zeitversetzt solche geschmackvollen Grundstückseinfriedungen mit Toranlagen, welche manchmal sogar das Architekturelement des Torhauses aufweisen. Nur im dörflichen Raum, so meine Beobachtung, hat der Jugendstil keinen sonderlichen Anklang gefunden. Also gehört er doch mehr zur urbanen Kultur. Auf dem Land findet man ihn höchstens an öffentlichen Gebäuden, in Parkanlagen, an Industrieanlagen und an den Villen der Industrieellen.