Winter- und Weihnachtsgedichte

Weihnachtskrippe

Hans Theodor Woldsen Storm (1817 – 1888), dem dichtenden Juristen und Amtsrichter, von dem hier einige Gedichte wiedergegeben sind, hat auch folgende Verse zum Weihnachtsfest geschrieben. Es sind nicht die einzigen Reime des Dichters, die sich dem Christfest widmen, doch vielleicht die schönsten.

Schneemützen auf einer Pflanzendolde

Eines der schönsten Weihnachtsgedichte mit Tiefsinnigkeit. Der in Wurzen (Sachsen) geborene Dichter Joachim Ringelnatz (1883 – 1934) hieß mit bürgerlichem Namen Hans Gustav Bötticher und war eher als Schriftsteller, Kabarettist und vor allem für seine humoristische Verse bekannt. Um so mehr ist dieses Gedicht von acht Zeilen als eine Besonderheit zu sehen, welche das Christfest fast in mystischer Manier interpretiert.

Lindenblatt

Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum... Der Text dieses bekannten Volksliedes stammt von dem deutschen Dichter Wilhelm Müller. Jener verfasste das Gedicht im Jahre 1822 ursprünglich mit dem Titel "Der Lindenbaum", und es gehört zu seinem Gedichtzyklus "Die Winterreise". Franz Schubert vertonte fünf Jahre später den gesamten Gedichtzyklus Müllers unter gleichem Namen. Doch erst nach der Bearbeitung von Schuberts Kompositionen durch Philipp Friedrich Silcher wurde "Der Lindenbaum" zum Volkslied.

Eisfläche auf einem See

Wohl im Jahre 1851 veröffentlichte Gottfried Keller dieses sehr romantisch-mystisch anmutende Gedicht. Es entstand schon gut fünf Jahre vorher. Dabei ist zu bemerken, dass etwa mit dem Jahre 1848 in Europa die Periode der literarischen Romantik abgeschlossen war. Ihr folgte die Literaturepoche des Realismus, deren wichtiger Vertreter neben Theodor Storm oder Marie von Ebner-Eschenbach auch Gottfried Keller darstellt. Um so interessanter mag es sein, dass die hier vorliegenden Zeilen wohl weniger dem neuen Zeitgeist folgen. Es ist ein Wintergedicht der romantischen Schule, obgleich in Deutschland durch die Revolution (1848) der Bruch im Literaturstil einen klaren Schnitt erhielt, ist Kellers Werk "Winternacht" eine Auseinandersetzung mit dieser damaligen "neuen Zeit".

Pflanzen mit Rauhreif

Willkommen, lieber Winter, willkommen hier zu Land!... Ein heiter, frohes Wintergedicht von der deutsch-russischen Dichterin und Übersetzerin Elisabeth Kulmann (1808-1825). Von Kulmanns sprachlichen Begabungen, welche sich bei ihr schon früh in ihrer Kindheit zeigten, zeugen die folgenden Zeilen: