Selbstversorgergarten
Selbstversorgergarten.

Der Begriff Autarkie leitet sich vom griechischen autárkeia ab, was so viel wie Selbstgenügsamkeit, Selbständigkeit oder sich selbst versorgend heißt. Im gärtnerischen Kontext sowie umgangssprachlich bedeutet dies die weitgehende Unabhängigkeit durch eigene, selbst erzeugte Ressourcen.

Korrekterweise bezeichnet die Autarkie jedoch völlig unabhängige Systeme, also komplett unabhängige Selbstversorgung wirtschaftlicher Art (Lebensmittel, Dienstleistungen, Energie usw.).

Es ist nun egal, in welchem Maße man auf seinem Grundstück oder mit einem Schrebergarten autark ist. Das Ideal wäre schon die völlige Unabhängigkeit, wenn auch nur als angestrebtes Ziel. Interessanter wird es, wenn man die ökonomische Eigenständigkeit einer Region befördert und dabei zum Beispiel einen Kreis um sich herum zieht, dessen Radius eine Fahrradstunde misst. Wer in diesem Kreis autarke Strukturen schafft, dem wird diese weiter gefasste Eigenständigkeit größeren Nutzen bringen, als etwa die Konzentration auf eine autarke ländliche Kommune.

Eng verwand mit Autarkie ist die Autonomie, das selbstbestimmte Leben. Grundlage aller Autonomie ist jedoch die Autarkie. Wer sein Leben selbstbestimmt gestalten will, der muss der Bequemlichkeit (im Denken und Tun) abschwören und wenigstens in den Grundbedürfnissen und in den Verbrauchsgütern eine weitgehende Autarkie anstreben. In der Heimwirtschaft wäre das die Wasserversorgung, Grundnahrungsmittel, ein schuldenfreies, beheizbares Dach über dem Kopf sowie die Energie. In Bezug auf den Selbstversorgergarten, wäre das ein eigener Brunnen, bewirtschaftete Anbaufläche, Frühbeet und Gewächshaus, eventuell Bienenhaltung, Kleintierhaltung (Hühner, Kaninchen o.ä.), Karpfenzucht und eine Holzplantage (z.B. Robinien). Doch um einen Schritt hin zu wirtschaftlicher Unabhängigkeit und zur Selbstversorgung zu gehen, bedarf es nicht zwangsläufig eines Hausgrundstückes mit Garten. Selbst über einen Balkon-Garten kannst du mit Wasser aus der Wasserleitung, einfachsten Grundnahrungsmitteln (Mehl, Salz, Öl, Eier, usw.), in der Natur gesammelten Beeren, Pilzen oder Kräutern (Fallobst am Feldweg) oder gekauftem Obst und Gemüse so viele hochwertige Lebensmittel herstellen, dass bei einiger Regsamkeit in dieser Haushaltung nie Not und Langeweile herrschen wird.

Diese Grundversorgungsautonomie kann kein noch so gut bezahlter Job ersetzten. Doch je weniger wir an Arbeitskraft in dieses einfache Wirtschaftsmodell investieren, um so mehr schlägt das Pendel hin zur Heteronomie. Das aber ist ein Begriff, der (vermutlich bewusst) aus unserem umgangssprachlichem Wortschatz entfernt wurde.