Gehölzeinschlag

Einschlagen bedeutet im gärtnerischen Kontext das Aufbewahren oder Einlagern von lebenden Pflanzen (Gehölze, Stauden) oder Gemüsen bzw. Früchten. Eingelagert wird zum Beispiel im Keller, in Einschlägen, Erdgruben oder sogenannten Mieten, Erdmieten oder Erdbeeten.

In der Regel betrifft das Einschlagen die Überwinterung der Pflanzen. Doch ein Pflanzeneinschlag kann auch nur die Zwischenlagerung betreffen, etwa in einer Baumschule, welche Gehölze in einem befestigten Einschlag (auch "Japan" genannt*) für den Verkauf bereithält.

Möchte man Gehölze (z.B. wurzelnackte Apfelbaumsetzlinge) einschlagen, so sucht man sich dafür im Garten eine überschattete Stelle (möglichst ein Beet) und gräbt spatentief eine Rinne. Die ausgehobene Erde wird hinter der Rinne als kleiner Erdwall gelagert. Die Bäumchen werden mit den Wurzeln in die Rinne und mit dem Stamm auf den Erdwall gelegt, sodass sie schräg lagern. Zum Schluss füllt man die Rinne von vorn her mit Erde und bedeckt die Wurzeln der Bäumchen, indem man den Boden vor der Rinne abgräbt.

Wichtig beim Einschlagen von wurzelnackten Gehölzen ist, dass die Wurzeln (auch kurzzeitig) nicht trocken werden, denn dann sterben die feinen Haarwurzeln ab, welche für späteres leichtes Anwachsen nach der Pflanzung sehr wichtig sind. Ein schattiger Platz wird deshalb empfohlen, weil Sonne (auch im Winter) die Pflanzen schneller austrocknen lässt.

Pflanzeneinschlag im GartenGehölzeinschlag im Garten auf einem Beet.

Die Lagerung von Wintergemüse in den entsprechenden Garten-Mieten (Einschlägen, Vorratsgruben) zielt vor allem auf die frostfreie Überwinterung mit einem Minimum an Belüftung des Lagergemüses. Diese Form der Gemüselagerung und der Anbau von Lagergemüse (Wintergemüse) überhaubt ist leider etwas in Vergessenheit geraten aber dennoch empfehlenswert. Wenn man auch im Winter schlecht an das Gemüse in den Mieten herankommt, so ist es doch schon im März wieder verfügbar und kann dann weiter im Gartenhaus, leicht zugänglich, gelagert werden.

Einen Teil des Wintergemüses, welches in der Regel im November geerntet wird (Kohlrabi, Kohl, Selleri, Möhren) lässt sich auch ganz gut bis Weihnachten in der Wohnung aufheben. Der andere Teil kommt in die Miete und bringt uns so frisches Gemüse von März bis Mai, wenn im Garten noch nicht so viel zu ernten ist.

*In den Baumschulen besaß man früher einen überdachten Pflanzeneinschlag, den aus dem fernen Osten stammenden, sogenannten Japan (Pflanzenjapan). Diese vertieft angelegten, frostfreien und begehbaren Erdhütten konnten auch im Winter genutzt werden, etwa wenn Pflanzenmaterial für die Winterveredlung gelagert werden musste.