Offene Frucht eines Granatapfels
Punica granatum, der Granatapfel.

Der Granatapfel (Punica granatum) mit seinen vielen blutroten Fruchtkernen, die dem Edelstein Granat ähneln, ist zuerst ein Symbol für die Einheit in der Vielheit, für Fülle und für schöpferische Gestaltungskraft. Er steht für Fruchtbarkeit, Liebe und Leben.

Bedeutung in der Antike

Bei den Römern und Griechen war der Granatapfel ein Symbol für den Frühling, für Verjüngung, Unsterblichkeit und Fruchtbarkeit. In der griechischen Mythologie steht die Frucht als Attribut für verscheidene Gottheiten, darunter u.a. der Muttergöttinnen Aphrodite (diese soll selbst einen Granatapfelbaum auf Zypern gepflanz haben), Hera (bei den Römern Juni) und Persephone (Göttin des vegetativen Lebens, welches im Frühling erwacht und im Winter abstirbt. Hinweis auf die periodische Wiederkehr des Frühlings und der Fruchtbarkeit zur Erde).

Der Granatapfel ist die Pflanze, die aus dem Blut des Dionysos wuchs.

Die Römer lernten den Granatapfel wohl erst durch die Punier kennen. Daher auch der botanische Name Punica granatum.

Bedeutung im Juden- und Christentum

Ähnlich ist die Bedeutung auch im Judentum, wo der Granatapfel für Regeneration und Fruchtbarkeit steht. Die Granatäpfel, die den Saum des Hohepriesterlichen Gewandes schmücken, verkörpern die Fruchtbarkeit des verheißenen Landes.

Altar Marienkirche zu DohnaIm Christentum versinnbildlicht der Granatapfel die Kirche, ewiges Leben und die Fruchtbarkeit des Geistes. In der Kirche meines Heimatortes wurde das in den Verzierungen des Altars kunstvoll umgesetzt: Das transparente Schnitzwerk auf diesem spätgotischen Altar (1518) in der Marienkirche Dohna stellt Astwerk (zum Teil in Herzform) Blüten und Früchte des Granatapfels dar, als Symbol des heiligen Geistes, der sicher im Zusammenhang mit Gottvater (oben auf einem Thron sitzend) und davor Gottsohn die Heilige Dreieinigkeit darstellt.

Dieser sehr schöne Flügelaltar (hier geschlossen) zeigt in der Mitte die heilige Jungfrau Maria mit dem Jesuskind - rechts und links daneben die "vier heiligen Jungfrauen":

Die Heiligen Jungfrauen und ihre Attribute (von links nach rechts):

  • Margareta, mit einem Kreuz (oder Drachen, Buch, Palme)
  • Katharina mit einem Schwert (oder Rad, Buch, Krone)
  • Maria mit Kind
  • Barbara mit Turm, der meist 3 Fenster hat (oder Kelch mit Hostie)
  • Dorothea mit Blumenkorb (oder Korb mit Äpfeln)

Das Symbol in fernöstlichen Kulturen

Auch im Buddhismus ist der Granatapfel bekannt. Dort ist er eine der Drei Gesegneten Früchte: Granatapfel - Zitrone - Pfirsich.

In China kennt man den Granatapfel als Symbol für Überfluss und Fruchtbarkeit. Außerdem verheißt er viele tüchtige Nachkommen und eine glückliche Zukunft.

Ein Symbol der Freimaurer

Zeichen der Freimaurerloge Golgener ApfelDer Granatapfel als Zeichen ist auch bei den Freimaurern zu finden. Zu sehen hier im Abzeichen der Dresdner Freimaurerloge "Zum goldenen Apfel". Die Frucht steht im Zusammenhang mit typischen Freimaurersymbolen wie Lemniskate, Winkel und Zirkel. Der Granatapfel selbst ich jedoch kein typisches Freimauerzeichen.


Übrigens: Der Granatapfel kann bei uns in Kübeln gezogen werden, er muss jedoch frostfrei überwintern - nur leichte Fröste werden toleriert. Besonders gut geeignet ist dafür die Zwergform: Punica granatum 'Nana'.