Symbol der Kornähre auf einem GrabsteinDas Symbol der Kornähre.
Das Symbol der Kornähre.

Die Kornähre und das Korn: Ein Symbol der Fruchtbarkeit und der Auferstehung.

Im alten Ägypten

Die Symbolik um das Korn ist uralt und schon die Ägypter verbanden mit dem sterbenden Korn den Gedanken an eine Auferstehung.

Das Symbol im Verständnis der Antike

Bei den Römern und Griechen waren Kornähre bzw. Korngarben ein Hauptsymbol in den Mysterienkulten. Die in der Stille gemähte Kornähre war das Hauptsymbol der Eleusinischen Mysterien und galt als der vollkommenste Gegenstand mystischer Kontemplation. Im Kybele-Kult ist Attis die gemähte goldene Kornähre, und die Römer pflanzten Getreide auf die Gräber und übernahmen damit die Kraft der Toten für die Lebenden.

Korn-Symbolik im Christentum

Jesus benutzte in einigen seiner Gleichnisse das Korn. Am bekanntesten ist wohl das Gleichnis vom Sämann.

Jesus vergleicht seinen Tod mit dem sterbenden Weizenkorn:

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht. Wer sein Leben lieb hat, der wird's verlieren; und wer sein Leben auf dieser Welt hasst, der wird's erhalten zum ewigen Leben. Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da soll mein Diener auch sein. Und wer mir dienen wird, den wird mein Vater ehren. Evangelium nach Johannes, Kapitel 12 Verse 24, 25 und 26

Hier die bekannten biblischen Gleichnisse zum Thema:

Das Gleichnis Vom Sämann

Siehe, es ging ein Sämann aus, zu säen. Und indem er säte, fiel einiges auf den Weg; da kamen die Vögel und fraßen's auf. Einiges fiel auf felsigen Boden, wo es nicht viel Erde hatte, und ging bald auf, weil es keine tiefe Erde hatte. Als aber die Sonne aufging, verwelkte es, und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es. Einiges fiel unter die Dornen; und die Dornen wuchsen empor und erstickten's. Einiges fiel auf gutes Land und trug Frucht, einiges hundertfach, einiges sechzigfach, einiges dreißigfach. Wer Ohren hat, der höre! Evangelium nach Matthäus, Kapitel 13, Verse 3 bis 9

Die Deutung des Gleichnisses vom Sämann

So hört nun ihr dies Gleichnis von dem Sämann: Wenn jemand das Wort von dem Reich hört und nicht versteht, so kommt der Böse und reißt hinweg, was in sein Herz gesät ist; das ist der, bei dem auf den Weg gesät ist. Bei dem aber auf felsigen Boden gesät ist, das ist, der das Wort hört und es gleich mit Freuden aufnimmt; aber er hat keine Wurzel in sich, sondern er ist wetterwendisch; wenn sich Bedrängnis oder Verfolgung erhebt um des Wortes willen, so fällt er gleich ab. Bei dem aber unter die Dornen gesät ist, das ist, der das Wort hört, und die Sorge der Welt und der betrügerische Reichtum ersticken das Wort, und er bringt keine Frucht. Bei dem aber auf gutes Land gesät ist, das ist, der das Wort hört und versteht und dann auch Frucht bringt; und der eine trägt hundertfach, der andere sechzigfach, der dritte dreißigfach. Evangelium nach Matthäus, Kapitel 13, Verse 18 bis 23

Vom Unkraut unter dem Weizen

Er legte ihnen ein anderes Gleichnis vor und sprach: Das Himmelreich gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. Als aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut zwischen den Weizen und ging davon. Als nun die Saat wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat ein Feind getan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, dass wir hingehen und es ausjäten? Er sprach: Nein! damit ihr nicht zugleich den Weizen mit ausrauft, wenn ihr das Unkraut ausjätet. Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte; und um die Erntezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, damit man es verbrenne; aber den Weizen sammelt mir in meine Scheune. Evangelium nach Matthäus, Kapitel 13, Verse 24 bis 30

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Ceres, die Göttin der Ernte und der Fruchtbarkeit, hält eine Korngarbe in ihren Armen.
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Mystik

In der Mystik ist das, sich im Verborgenen umwandelnde Korn ein Gleichnis für die Umformung des menschlichen Herzens, welche dem Auge verborgen bleibt. (Der Mensch sieht, was vor Augen ist, doch Gott sieht das Herz an). In diesem Sinn wird das Kornährensymbol in der verschwiegenen Bruderschaft der Freimaurer verwendet, deren Arbeit am Herzen ebenfalls im Verborgenen vonstatten gehen soll.

Renaissance

Kornährensymbole der antiken Mysterien wurden in der Renaissance wieder modern. So findet man beispielsweise eine Darstellung von Ceres, die griechische Göttin der Ernte und der Fruchtbarkeit, in dem Renainssance-Schloss Cormatin (Burgund/Frankreich). Hier steht das Symbol für die vollendete, vollreife Menschenseele.

Symbolische Verwendung in der Grabmalsgestaltung

In der Grabmalgestaltung ist die Kornähre viel in der ländlichen Grabgestaltung zu finden. Die Grabmale der Bauern sind dort oft aufwendig geziert und die Symbolik der Ähren sind sicher auf jedem Dorffriedhof zu finden. Die hängenden, vollen und reifen Ähren stehen hier für ein erfülltes Leben. Doch meist sind die Kornähren einfach nur ein Bild für den Berufsstand des Landwirts, aber immer natürlich in Verbindung mit der weiteren christlichen Deutung.

Sämann und Kornähren auf einem ländlichen Friedhof (Grabmal aus den 30er Jahren).
Sämann und Kornähren auf einem...
Kornähren auf dem Grabmal eines Bäckermeisters. Hier ist das Symbol der Ähren eindeutig mit dem Berufsstand verbunden.
Kornähren auf dem Grabmal eine...
Kornähren auf einem Grabmalsockel, eine Darstellung aus dem 19. Jahrhundert.
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Weizenähren auf einem Bauerngrab eines Dorffriedhofes.
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Dieses Kornährensymbol stammt von einem modernern Grabmal - hier ist das Korn stilistisch dargestellt, was die Symbolik hervorhebt.
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Eine moderne Symboldarstellung: Das Symbol ist aus Keramik hergestellt und bringt mit seiner blauen Glasur Farbe in die Grabmalgestaltung.  In dieser zurückhaltenden Ausführung ist farbige Grabmalgestaltung zu begrüßen.
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