Kleine Rheinländerin, Schalerbse
Kleine Rheinländerin, Schalerbse, Frühsorte

Die 'Kleine Rheinländerin' ist eine robuste, früh reifende und bewährte alte Gemüseerbsensorte für den Kleingarten- und Selbstversorgungsanbau. Die Pflanzen werden 40 bis 50 cm hoch und können auf dem Beet auch ohne Rankhilfe stehen. Es ist eine altbewährte und relativ ertragreiche Sorte mit langen Hülse und je 8-10 runden Körnern.

Wie jede Schalerbse ist sie relativ unempfindlich gegen Kälte. Temperaturen von -5 °C dürften kein Problem sein.

Anfangs schmecken die Körner zuckersüß, doch mit zunehmender Reife wandelt sich in den Erbsen der Zucker in Stärke um. (Ähnlich geschieht das auch bei vielen Maissorten.)

Pahlerbse Kleine RheinländerinDie 'Kleine Rheinländerin' ist vielseitig verwertbar. Anfangs werden die geschmacklich vorzüglichen Körner für den Frischverzehr genommen. Die älteren Hülsen und alles, was man nicht in erster Ernte verbraucht, lässt man an den Pflanzen und nimmt diese später als Trockenbohnen. Ein leckeres, von mir erprobtes und modifizierbares Rezept für Erbseneintopf findest Du hier auf der Website.

Die Schoten dieser Sorte können allerdings nicht, wie bei den Zuckererbsen, als Gemüse verwendet werden.

Hinweise zum Anbau

  • Aussaat März bis 1. Juni. Frisch geerntete Körner können noch bis 10. Juni gesät werden, beispielsweise auf abgeerntete Kohlrabi-, Salat- oder Frühkartoffelbeete. Die Sorte eignet sich auch als Nachfrucht auf Spinat.
  • Saattiefe: Mindestens 3 – 4 cm (Dunkelkeimer) in gut abgetrockneten Boden. Staunässe vermeiden.
  • Reihenabstand: 25 bis 30 cm.
  • Kornabstand: 5 – 6 cm.

'Kleine Weißenfelserin'

In der DDR hatte man die Ersatzsorte 'Kleine Weißenfelserin' im Sortenverzeichnis. Hier ist die Beschreibung:

Niedriger Wuchs, Belaubung mittelstark, Ansatz einzeln bis paarig, dunkelgrüne Hülse mit geschwungener Spitze, mittellang, mittelgroßkörnig, grünsamig, früh bis mittelfrüh reifend, gute Erträge bei guter Qualität, für Frischverbrauch und Konservierung, Ersatz für 'Kleine Rheinländerin'.

Dass diese Sorte in der DDR als Alternative angeboten wurde, hatte wahrscheinlich mit Sortenrechten und evtl. Zahlungen für den Namen zu tun. Warum sie sich aber allgemein nicht als Sortenverbesserung durchsetzte, ist mir nicht bekannt.

Literatur & Quellen: Ministerium f. Land- u. Forstwirschaft, Ratgeber zur Sortenwahl landwirtschaftlicher und gartenbaulicher Pflanzenarten, Berlin 1951.