EpazoteDer Anbau ist absolut unkompliziert und ein Platz findet sich immer
Der Anbau ist absolut unkompliziert und ein Platz findet sich immer

Es heißt, dass Epazote (Jesuitentee), botanisch Dysphania ambrosioides var. ambrosioides (siehe unten) in Mexiko in der traditionellen Küche das wichtigste Gewürz sei. So hatte der Autor dieses Kraut natürlich auch im Garten angebaut und die Bilder auf dieser Seite bilden genau diese rotblättrige Sorte ab. Doch in den ersten Jahren konnte sicher der Autor nicht für die Verwendung in der Küche begeistern, weil die Pflanzen doch mehr oder weniger intensiv, markant und intensiv duften und schmecken. Zudem ist auch noch zu lesen, dass man das Kraut nur frisch verwendet, weil beim Trocknen das Aroma verfliegt. Die Wendung für die Verwendung als Gewürz kam jedoch im vorliegenden Falle, dass bei Trocknung der Blätter doch ein köstliches Gewürzpulver entsteht, welches ein milderes, etwas salzig schmeckendes Bouquet hinterlässt.

Bevor wir uns dem Anbau der Pflanzenart im Kräutergarten widmen, muss aber noch darauf hingewiesen werden, dass diese Gewächse, welche wissenschaftlich mit dem deutschen Namen Mexikanischer Drüsengänsefuß bezeichnet werden, von Generation zu Generation sehr variieren. Die Blätter können dabei entweder frischgrün ausfallen, oder dunkelrot, wie bei dieser oben abgebildeten Sorte. Um so mehr gilt das für die Geschmackseigenschaften als Gewürz. Es ist also durchaus möglich, dass eine Mexikanerin den bei uns gekauften Epazote nie als ihre heimische "Yerba de Santa Maria" erkennen und die Bohnensuppe geben würde. Der mexikanische Epazote ist nämlich eine spezielle aromatische Kulturform (Dysphania ambrosioides var. ambrosioides) der Wildform (Dysphania ambrosioides):

Botanik

Die Gewächse stammen ursprünglich aus dem tropischen und subtropischen Nord- und Südamerika, doch haben sie sich heute in entsprechenden Klimazonen weltweit verbreitet.

getrocknetes Epazote-KrautDas getrocknete Würzkraut

Epazote/Jesuitentee (Dysphania ambrosioides var. ambrosioides) ist eine Kulturvariante des Mexikanischen Drüsengänsefuß (Dysphania ambrosioides) und eine Pflanzenart der Gattung Drüsengänsefüße (Dysphania). Diese gehören der Unter-Unterfamilie (Tribus) der Dysphanieae an und diese wiederum der Unterfamilie der Chenopodioideae. Die Pflanzenfamilie sind die Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae), welche sich in die Nelkenartigen (Caryophyllales) fügen. Ein viel verwendetes botanisches Synonym neben etlichen anderen ist Chenopodium ambrosioides (nach Linné). Die Bezeichnung Dysphania ambrosioides gilt ab 2002. Der Name Dysphania mag sich wohl vom medizinischen Begriff der Dysphagie (Schluckbeschwerden) herleiten und zusammen mit "Ambrosia", der Götternahrung auf ein Heilmittel gehen Halsschmerzen weisen. Der heimische Name Epazote stammt aus der Aztekischen Sprache und könnte ganz gut mit "Schweißgeruch" übersetzt werden, welche Name auch das dortige Stinktier bezeichnet. Dies trifft den wohl den Nagel auf den Kopf. Über die Unterfamilie der Chenopodioideae (siehe oben) ist Epazote mit etlichen uns besser bekannten Gartenpflanzen verwandt. Das betrifft beispielsweise Spinat, Erdbeerspinat und den Guten Heinrich (auch ein Spinat) – sowie Melde und Gänsefuß.

Dysphania ambrosioides sind einjährige krautige Pflanzen, die mitunter auch staudenartig winterhart überwintern und wachsen. Die bis zu 15 cm langen eilänglich oder lanzettlichen Blätter sind manchmal grob oder/und unregelmäßig und sitzen an Stängeln, die je nach Variante einen halben Meter bis über einen Meter hoch werden. Die kleinen unauffälligen Blütchen an den ährigen Blütenständen kommen von Juni bis September in den Flor und bilden schnell kleine kugelförmige Samen aus. Die unreifen Samen werden, wie die Blätter, in der Küche verwendet.

Anbau

Aussaat, Saattiefe

Der Anbau von Epazote ist denkbar einfach. Der gekaufte oder im Vorjahr selber gewonnene Samen wird im März/April auf einen unkrautfreien Platz im Garten auf gelockertem Boden gesät, dann angedrückt und angegossen (Saattiefe also 0,5 mm, Lichtkeimer). Wenn dann im Frühjahr die nötigen Temperaturen für die Keimung herrschen (das sind um die 20°C), gehen die Samen auf und werden bald zu kräftigen Pflanzen, von denen wir bereits schon Ende Mai Blätter ernten können.

Pflege und Ernte

Die Kräuter brauchen keinen Dünger. Zu dicht gesäte Pflänzchen werden herausgenommen (wie können sie verpflanzen), sodass die Epazote untereinander etwa 20 bis 30 cm Abstand bekommen und Büsche ausbilden. Dafür ist es gut, wenn die Stängel bald nach dem Aufgehen kupiert werden. Stehen die Büsche sehr trocken, dann sollten wird sie in heißen und trockenen Wetterperioden wässern – besser einmal die Woche reichlich, als jeden Tag ein bisschen. Die Kräuter könnend dann das ganze Jahr bis zum Frost beschnitten werden. Setzen wir sie mit der Schere bis auf wenige Zentimeter über den Erdboden zurück, so treiben sie wieder aus. Wie bereits oben erwähnt, soll man das Würzkraut frisch verwenden, doch im Selbstversorgergarten sollten wir auch reichlich Blätter trocken.

Mischkultur

Über die Möglichkeiten des Mischanbaues ist noch wenig bekannt. Niedrige Sorten können wir aber durchaus in die Nähe von Tomaten setzen, was auf jeden Fall den Platz im Kleingarten mit wenig Anbaufläche gut ausnützt. In diesem Falle Pflanzen wir die Tomaten Mitte Mai im Abstand von einem Meter und säen die Epazote dazwischen.

Verwendung

Die Pflanzenteile sollten nur gekocht Verwendung finden. Wer gern Bohnesuppe oder Eintöpfe mit blähenden Hülsenfrüchen (Erbsensuppe) zubereitet, der hat mit dem Epazote-Gewürzkraut gleichzeitig auch eine Heilpflanze im Topf, welche die Blähungen mindern soll. Man nimmt von den Würzpflanzen die Blätter, Blütenähren oder die unreifen Früchte. In den Tropen hat das Kraut als Gewürz aber auch den Zweck, dass es den Darm von Parasiten frei hält. Zudem ist Epazote überhaupt auch eine Heilpflanze im Bereich der Volksmedizin gegen allerlei Leiden. Als Tee (Jesuitentee) hilft er bei Verdauungsproblemen, Koliken, Magenschmerzen oder Husten. Daneben nimmt man in Mexiko die pilzhemmenden Aufgüsse/Umschläge bei Pilzerkrankungen der Haut, sowie bei Haemorrhoiden, Schlangen- und Insektenstichen oder zur Wundheilung, da es auch Schmerzlindernd sein soll. Wundheilend sollen übrigens auch Umschläge mit der Indianernessel sein – ebenfalls eine Gartenpflanze mit vielerlei Funktionen.


Quellen

  • https://de.wikipedia.org/wiki/ Mexikanischer_Drüsengänsefuß
  • http://gernot-katzers-spice-pages.com/ germ/Chen_amb.html
  • http://www.liberherbarum.net// Pn0846.HTM