SchafchampignonAuch Schaf-Egerling genannt - Psalliota arvensis
Auch Schaf-Egerling genannt - Psalliota arvensis

Gerade dieser Pilz, gibt durch seine Ähnlichkeiten mit dem Frühlings- und Gelblichen Knollenblätterpilz oft Anlass zu verhängnisvollen Verwechslungen. Solche treten um so leichter ein, da der Anis-Champignon häufig in Gesellschaft der Knollenblätterpilze vorkommt und ihnen besonders im jugendlichen Zustande auffällig gleicht.

Die Wichtigkeit dieses Umstandes konnte von der Pilzliteratur bisher nicht genügend gewürdigt werden, da eine genaue Feststellung der Diagnose des Anis-Champignons erst in neuerer Zeit [bezieht sich auf 1913] gelungen ist, und da allgemein angenommen wurde, dieser Pilz sei auf Brachäckern und Wiesen heimisch.

Merkmale zum Bestimmen

Der Anis-Champignon hat einen wenig fleischigen, weißen oder weißlichgelblichen, meist seidig glänzenden, bei Druck Berührungund im Alter gelblichen Hut, der eine Breite von 6 bis 12, zuweilen auch bis 20 cm erreicht. Er ist jung glockig, nicht selten faustgroß und durch eine weiße, ziemlich derbe Hüllhaut geschlossen; später breitet er sich flach aus, wobei seine Oberhaut oft feinschuppig wird.

Das zarte Fleisch ist weiß.

Die Blätter stehen sehr dicht, frei, sind zuerst weißlich, dann graurötlich, fleischfarben oder rosa und schließlich braunschwarz. Die Sporen sind purpur- oder violettbraun.

Der schlanke, weiße Stiel glänzt meist seidig, ist am Grunde etwas knollig oder abgestutzt-gerandet und wird 7 bis 13, ja selbst bis 16 cm hoch, also weit höher als beim Feld-Champignon, und 1 bis 3 cm dick. Er ist hohl und trägt den breithäutigen, meist mit der Stielspitze verbundenen, derben, dauerhaften Ring, der in der Jugend am Rande zweischichtig ist. Im Alter schwärzt sich der Stiel oft von der Spitze aus.

Der durchbrochene Pilz hat einen vorzüglichen mandel- oder anisartigen Duft und schmeckt roh recht gut.

Er gedeiht von Juni bis Oktober häufig und gesellig in Nadel- und Laubwäldern, namentlich auf lockerem Humus, sehr selten auf Feldern oder Äckern, die in der Nähe des Waldes liegen.

Der Schaf-Champignon ist jung, besonders geschlossen, einer der besten Speisepiltze. Er wird von dem wegen seines dickeren Fleisches noch wertvolleren Feld-Champignon im Handel [vor 100 Jahren] meist gar nicht unterschieden.

Genießbarkeit: essbar

Synonyme: Schafchampignon, Schaf-Champignon, Schaf-Egerling, Gemeiner Anis-Egerling, Psalliota arvensis

Verwechslung

Der Wiesenchampignon. Hut dicker fleischig, Fleisch schließlich rötlich getönt. Lamellen sehr bald rosa, intensiver gefärbt. Stiel voll, meist neidriger, mit abstehendem einschichtigem Ring. Nicht in Wäldern

Der Wald-Champignon. Hut nur 6 bis 9 cm breit, braun, schuppig, dünnfleischig. Fleisch beim Durchbrechen alsbald rot anlaufend. Blätter jung rötlich. Stiel bald ohne, Ring unterseits braun, einfach. In Wäldern, Parkanlagen, nicht selten. Minderwertiger.

* in der Auffassung dieser Art schloss ich mich hauptsächlich an das treffliche Werk von A. Riecken, Die Blätterpilze an, das in der Diagnose ses Schaf-Champignons nicht unwesentlich von älteren Autoren abweicht.


Quelle: Pilze der Heimat II von E. Gramberg