Sommerbepflanzung GrabOft genügen kräftige, aber nur wenige Blüten. Dies sind trockenheitsverträgliche Knollenbegonien.
Oft genügen kräftige, aber nur wenige Blüten. Dies sind trockenheitsverträgliche Knollenbegonien.

Vorweg die wichtigsten Tipps zur Thematik: 1.) Besser eine kleine Pflanzfläche üppig blühen lassen, als ganzflächige Bepflanzungen anlegen, die viel Pflege brauchen. Den Rest mit einem Bodendecker eingrünen. 2.) Öfter moderat düngen ist wichtiger, als viel gießen. 3.) Für Anfänger: besser robuste und bewährte Pflanzen verwenden, die sich seit Jahren bewährt haben.

Ob nun ein provisorisch oder dauerhaft angelegtes Grab bepflanzt werden soll, sinnvoll ist es, wenn der überwiegende Teil der Bepflanzung aus Dauergrün besteht, denn das Grün der Blätter schafft eine ruhige Fläche, auf der die Blumenpflanzung dann Akzente setzen kann und im besten Falle das Denkmal hervorhebt und in seiner Wirkung verstärkt. Die Anlage sollte sich still in die Umgebung einfügen und nicht nur gestalterisch gediegen, sondern auch pflegeleicht sein. So viel zur allgemeinen Gestaltung.

Zauberschnee und KnollenbegonienEuphorbia 'Diamont Frost' (Zauberschnee) lockert die Sommerbepflanzung erheblich auf. Auch der Zauberschnee hat einen geringen Wasserbedarf.

Wer nicht viel Zeit für die Grabpflege hat, vor allem für das Gießen im Sommer, der nehme robuste Sommerblumen für die Wechselbepflanzung. Eine andere Möglichkeit ist die Verwendung von mehrjährigen Stauden und Zwiebelgewächsen, was aber an anderer Stelle weiter ausgeführt werden soll. Hier geht es um die einjährigen Sommerblumen, welche gegenüber den meisten Stauden den Vorteil haben, dass sie von Mitte Mai bis zu den ersten Herbstfrösten ununterbrochen blühen. Doch für die Dauerblüte auf dem Friedhof eignen sich nicht alle Beet- und Balkonblumen. Die gern verwendeten Edelpelargonien (Pelargonium-Grandiflorum-Hybriden) oder Fuchsien (Fuchsia) setzen manchmal witterungsbedingt mit der Blüte aus. Besonders wenn das Grab in eine professionellen Pflege eines Gärtners gegeben wurde, kann es zu Missstimmungen führen, wenn der Auftraggeber gerade in solch einer Woche den Friedhof besucht und keine Blüten vorfindet.

Die erste Wahl

Die sichersten Blühpflanzen, die mit wenig Wasser auskommen, kaum anfällig für Krankheiten sind und selten von Schädlingen befallen werden, sind die Begonien/ Eisbegonien (Gottesaugen). Es gibt drei Arten von Begonien:

  1. Eisbegonien – Sie bekommen kaum Krankheiten, blühen sicher in der Sonne und in leichtem Schatten
  2. Knollenbegonien – Sie blühen in Sonne und Schatten gleich gut und besonders im Schatten zu empfehlen, da sie robust sind und mit ihren leuchtenden Farben eine gute Wirkung haben.
  3. Elatior-Begonien – Sie sind ein Zwischending zwischen Eisbegonien und Knollenbegonien. Es gibt sie in herrlichen Farben. Ist die Witterung recht nass, leiden sie manchmal.

Stimmig zum Denkmal. Elatior-Begonien.
Stimmig zum Denkmal. Elatior-B...
Ruhige Optik. Männertreu (Lobelien) gibt mit seiner reinen tintenblauen Farbe einen schönen Rahmen zum Rose der  Eisbegonien.
Ruhige Optik. Männertreu (Lobe...
Das Beitragsbild ganz oben in voller Perspektive. Rote und orange Knollenbegonien.
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Kindergrab auf einer Gartenausstellung. Eisbegonie, Semperflorens-Begonie.
Kindergrab auf einer Gartenaus...
Beispiel für Schatten. Knollenbegonien.
Beispiel für Schatten. Knollen...
Man was anderes? Wandelröschen (Lantana camara) und  Ziegras.
Man was anderes? Wandelröschen...

Begonien kommen in der Regel mit wenig Wasser aus. Auf den Friedhöfen wird häufig zu viel gegossen. Die Sommerblumen sollten besser eine regelmäßige Düngung bekommen, denn oft ist das gut gemeinte viele Gießen eher das Problem, dass die Pflanzen mickrig wachsen und nicht üppig blühen. Das viele Wasser spült die Nährstoffe aus dem Boden und man wundert sich dann, warum die Bepflanzung trotz der vielen Mühe nicht so recht wachsen will. Wer Begonien pflanzt, sollte sich mit dem Gießen zurückhalten. Zudem ist auf den Kalkgehalt des Wassers zu achten, denn Begonien mögen keinen Kalk. Wo das Gießwasser zu kalkhaltig ist, kann es Probleme geben. Da lieber mit Regenwasser gießen.

Zauberschnee zur Auflockerung der Sommerblumen

Der Zauberschnee, ein Wolfsmilchgewächs (Euphorbia hyperizifolia, Syn. Chamaesyce hypericifolia) hat in den letzten Jahren den Sprung von der Balkon- zur Grabbepflanzung geschafft. Die wichtigste Sorte wird meist unter dem Namen Euphorbia 'Diamont Frost' gehandelt. Die grazile Strukturpflanze wird eingestreut, wenn die Blüten zu farbintensiv sind und zu stark ins Auge fallen. Die Bepflanzung bekommt dadurch eine gewisse optische Leichtigkeit, was auf einem Friedhof eine angenehme Wirkung hat. Standort, Ansprüche und Pflege sind die gleichen wie bei den Begonien.

Fazit

Natürlich gibt es noch vielfältige andere Möglichkeiten der Blütenvariationen. Immer wieder gibt es Modepflanzungen, die für kurze Zeit vorteilhafter scheinen, doch entweder vertragen sie Trockenperioden schlecht, werden von Schädlingen oder Krankheiten befallen, wuchern übermäßig oder haben lange Blühpausen. Der Autor hat über 25 Jahre Erfahrungen auf dem Gebiet der vereinfachten Grabpflege gesammelt und rät deshalb zu den oben gezeigten Beispielen, denn die haben sich seit Jahrzehnten bewährt.

Die Pflanzungen werden Mitte Mai gesetzt und blühen bis zum ersten Frost. Dann kann das Grab zeitig "winterfest" gemacht werden, indem man statt der Blumen ein Gesteck aus immergrünen Zweigen und/oder winterharte Heide wählt. Das spart später aufwändige Pflegearbeiten, und es bleibt Zeit für das Wesentliche am Grab: Zeit für stille Andacht.

Ähnliche Tipps gelten für die Frühjahrsbepflanzung.