salvia coccinea
Salvia coccinea 'Lady in Red'

Der Blut-Salbei ist von den sehr verschiedenen Ziersalbei-Arten noch ziemlich unbekannt, auch wenn diese Zierpflanze schon viele Jahrzehnte vermehrt und gepflanzt wird. Es ist unter unseren klimatischen Verhältnissen eine einjährige Sommerblume von sehr elegantem Aussehen. Ein schöner grüner Hintergrund (siehe Bild unten) lässt die roten Blüten der Zierpflanzen am besten zur Geltung kommen. Neben der Verwendung als Beet- oder Balkonblume sind die Blühpflanzen auch als Schnittblumen zu verwenden. Wenn diese besonderen Salvien nicht im Gartenmarkt zu bekommen sind, so können wir sie selber durch Aussaat vermehren.

Botanik

Die Art Salvia coccínea gehört der Gattung Salbei (Salvia) an. Diese fügt sich über die Unterfamilie der Nepetoideae in die Pflanzenfamilie der Lippenblütler (Lamiaceae) ein und diese gehört der Ordnung der Lippenblütlerartigen (Lamiales) an. Der Artname S. cocínea leitet sich von lateinischen coccineus ab, was übersetzt scharlachrot heißt. Weitere deutsche Namen sind Texas-Salbei oder Scharlach-Salbei. Die Art findet man wild in Mittelamerika und im Süden der Vereinigten Staaten von Amerika. Dort ist sie eine Staude oder sogar ein Halbstrauch, also in manchen Teilen auch verholzt. Bei uns verwendet man sie wie eine Einjahresblume. Hier wird sie bis 60 cm hoch und bildet gut verzweigte, aufrechte Büsche. An den grünen Pflanzenteilen ist sie behaart, aber nicht filzig. Salvia coccinea ist zwar keine typische Schamanenpflanze, zählt aber zu den psychoaktive Salbei-Arten (wird geraucht), doch ist über die toxische Wirkung bei dieser Art des Konsums noch zu wenig bekannt und es kann bei Langzeiteinwirkungen zu Gesundheitsrisiken kommen. Man pflanze die Art lieber nur zur Zierde in den Garten!

Blumenrabatte Salvia coccinea Lady in Red

Der Flor der Blut-Salvien erscheint ab dem Monat Juli. Die Blüten stehen in langen, rutenförmigen Trauben, dabei ist jeder Blütenquirl etwa 1,5 cm voneinander entfernt, sodass die roten Blütenähren einen recht lockeren Habitus bekommen. In ihrer Heimat werden die Blüten von Kolibris und Schmetterlingen bestäubt, bei uns ziehen die Sommerblumen Bienen, Hummeln, Schmetterling und Insekten an (Schmetterlingsmagnet). Die Lippenblüten der Salvien  werden bis 2,5 cm lang und sind schmal. Dadurch wirken sie mehr in ihrer Einzelblüte und nicht wie Feuersalbei (Salvia splendens) geschlossene Farbflecken. Salvia coccinea, der Blut-Salbei, welcher die gleiche scharlachrote Farbintensität aufweist, wie der Feuersalbei, ist somit kein Ersatz für diesen, aber er ist eine Alternative. Wem die feuerroten Rabattenpflanzungen mit Salvia splendens zu farbintensiv sind, der wähle die hier vorgestellte Ziersalbei-Art. Die Blütezeit des Feuer-Salbeis geht von Ende Mai bis zum ersten Frost im November.

Sorten

Weltweit gibt es Sorten, welche in den Farbspielen orange-rot, pink, lachs, rot, scharlachrot und weiß vorhanden sind. Bei uns sind derzeit nur wenige Sorten im Handel erhältlich. Möchte man die Art mit blauen Blüten, so wäre der Enzian-Salbei eine Alternative. Abgesehen von der Blütenfarbe ähneln sich beide Arten ziemlich.

  • 'Summer Jewel Red' – etwas ins ziegelrote gehend
  • 'Lady in Red' – scharlachrot
  • 'Coral Nymp' – rosa-fleischfarben
  • 'Feuertanz' – sehr zart wirkend feuerrote Blüten an dunklem Stängel

Salvia coccinea var. pseudococcinea

Für Raritätenliebhaber sei noch die Art Salvia coccinea var. pseudococcinea (Jacq.) erwäht, welche der S. coccinea sehr ähnelt. Doch werden diese Büsche schlanker und höher – gut 1,5 m hoch – und die Blüten sind auch kleiner, als bei der Stammart.

Vermehrung, Pflanzung und Pflege

Der Blut-Salbei wird durch Aussaat vermehrt. Die Vorkultur erfolgt von Mitte März bis in den Mai hinein an einem hellen Fenster in einem warmen Zimmer oder im Gewächshaus. Um den 1. Mai kann ins Freiland gesät werden. Die Keimtemperatur beträgt 18 bis 22 °C. Der Samen geht nach 10 bis 14 Tagen auf. Die Sämlinge werden in Töpfe pikiert und in den frostgefährdeten Wochen entsprechend frostfrei gestellt. Ab Mitte Mai wird der Texas-Salbei ins Freiland gepflanzt. Geeignet ist dafür jeder normale Gartenboden und im Pflanzkübel/Blumenkasten jede handelsübliche Blumenerde. Letztere sollte aber keine zu frische Komposterde enthalten. Aus diesem Grunde ist es ratsam diese Substrate schon zwei Monate vorher zu kaufen und etwas abstehen zu lassen.