hohe Feuerdorn Hecke
Zusammen mit dem Maschendrahtzaun ist diese platzsparende Pflanzung undurchdringlich.

Pyracantha coccinea, der Feuerdorn, ist ein eher weniger bekanntes Heckengehölz. Es ist immergrün und blüht im Frühjahr mit unscheinbaren, weißen Blüten. Im Spätsommer bekommen die Gehölze je nach Sorte und dem Zeitpunkt des Schnittes einen auffälligen Fruchtschmuck. Bei ungeschnittene Büschen ist dieser oft überreich. Die Art gehört zur Pflanzenfamilie der Rosengewächse (Rosaceae) und ist, wie fast alle Rosaceae, ungiftig und in Kindergärten einsetzbar.

Im Beitragsbild ist eine Feuerdornhecke im Juni kurz vor dem Schnitt zu sehen. Die Pflanzen haben hier einen Maschendrahtzaun, welcher die schmal und hoch (ca.2,20m Höhe) gezogene Pflanzung hält, gut durchwachsen.

Ansprüche, Pflanzung, Pflege

Das Gehölz hat keine hohen Ansprüche an den Boden. Dieser sollte eher etwas zu trocken, als zu nass sein. Am liebsten steht der Feuerdorn in voller Sonne, doch verträgt er auch Halbschatten. Im Schatten wird das Gehölz aber weniger ansehnlich und sehr "löchrig" in seiner Verzweigung. Feuerdorn sollte nicht an stockigen Plätzen stehen, sondern sonnig und luftig. Bei ständiger Nässe werden Blätter, Triebe und Früchte vom Feuerdornschorf (Cheimatobila brumata) befallen, was dazu führt, dass der Fruchtschmuck im Herbst dann sehr häßlich aussieht. Man kann diesem Problem aber durch den Kauf schorfresistenter Sorten entgehen.

Rote Beeren Pyracantha coccinea Feuerdorn

Die Art Pyracantha coccinea stammt aus dem wärmeren Mittelmeerraum. Seine Blätter können in unseren Breiten in harten, kalten Wintern heftig erfrieren. Meist passiert das in polaren Februarnächten und bewirkt, dass die immergrünen Laubblätter vollkommen schwarzbraun werden (Bild unten). Allerdings ist das nur ein optischer Schaden. Der Feuerdorn ist so vital, dass er immer wieder problemlos austreibt, auch wenn wir das nicht mehr für möglich halten. Deshalb der Pflanze im Frühjahr noch eine Chance geben und nicht gleich auf den Kompost werfen.

Feuerdorn mit Frostschaden

Die Vitalität des Busches ist so hoch, dass wir eine alte Feuerdornhecke bodentief einkürzen können, worauf diese im Frühling wieder austreibt und zwei Jahre später wieder eine Höhe von gut 1,2 m hat. Will man nicht so radikal vorgehen, genügt es, im April zurückzuschneiden. Generell rät der Autor den allgemeinen jährlichen Rückschnitt im Frühsommer vorzunehmen (siehe unten). Ist das Laub aber braun, so wird dieser Schnitt ins Frühjahr vorverlegt, um den Neuaustrieb zu beförden. Die Schnittarbeiten müssen dann auch nicht ein weiteres Mal durchgeführt werden.

Als Besonderheit ist zu erwähnen, dass das Geäst der Pflanze dornenbesetzt ist. Wer eine hundesichere Hecke sucht, hat sie hier gefunden. Als sehr verästeltes Gehölz vermag es die Maschen von Drahtzäunen ordentlich zu durchwachsen, sodass der Maschendrahtzaun unsichtbar wird (erstes Bild ganz oben). In Kombination von Drahtzaun und Hecke wird letztere undurchdringlich.

Die Pflanzung von Immergrünen im Frühjahr oder Spätsommer garantiert ein sichereres Anwachsen, als die Herbstpflanzung, da mehr Zeit zur Verfügung steht, um neue Wurzeln auszubilden, die unverzichtbar für die Wasseraufnahme auch in der kalten Jahreszeit sind. Denn immergrüne Gehölze transpirieren über ihr Blattwek auch bei niedrigen Außentenmperaturen, ganz besonders aber bei Sonneneistahlung, was häufig unterschätzt wird. Deshalb unbedigt die genannten Pflanzzeiten einhalten. Der Reihenabstand sollte bei etwa 50 cm liegen, auch wenn es bei der Verwendung relativ kleiner Jungpflanzen (40 bis 80 cm Höhe) drei Jahre dauern kann, bis wir eine Hecke haben, die einen Meter hoch und dicht ist. Bei der Pflanzung selber ist nicht viel falsch zu machen. Bei getopften Pflanzen sollten vor der Arbeit die Ballen kurz ins Wasser gestellt werden, damit sie noch einmal ordentlich Wasser aufnehmen können.

Wird generell geraten, die Setzlinge nicht tiefer in den Boden einzusetzen, so dürfen die Pflänzlinge des Feuerdorns ein oder zwei Zentimeter unter Bodenniveau zu stehen kommen. Nachher ist wieder gut anzugießen, damit sich Krume und Wurzeln miteinander verbinden. Dünger und da ganz besonders Kunstdünger ist wie bei allen Neupflanzungen anfangs nicht erforderlich. Doch später sind Nährstoffgaben empfehlenswert. Nach einem Jahr können wir Hornspäne in den Boden einarbeiten, was die optimale Nährstoffversorgung sichert, aber eine Überdüngung ausschließt Mit Kunstdünger kann das dagegen rasch geschehen ganz besonders, wenn sch nicht exakt an die Dosierungsangaben gehalten wird. Von Vorteil ist es, jährlich im späten Sommer einen Kalidünger, welcher das Laub besser ausreifen und frostfester werden lässt, auszustreuen. 

Verwendung

Der Feuerdorn eignet sich auch zur Einzelstellung für Gärten oder Grünanalgen in der Stadt. Dort ist er zierend in der Blüte und vom Herbst bis in den Winter hinein auffällig durch seinen üppigen Fruchtbehang, der je nach Sorte überreich in koralleroten bis gelben Farben leuchtet, was besonders an trüben Tagen gut zur Geltung kommt. Als Hecke geschnitten wirken Blüte und Fruchtbehang weniger. Mitunter wird der gleichmäßige grüne Formschnitt durch die Massen an Beerenfrüchten etwas löchrig, doch man pflanze Feuerdornhecken nicht, um straff geschnittene Formen zu erhalten, sondern lasse sie eher etwas frei wachsen.

Feuerdorn als niedrige immergruene Hecke

Zum Bild oben: Der Autor findet, dass der eckige Beschnitt nicht zu solch einer Hecke passt. Diese hier wurde im Spätsommer geschnitten. der Autor schlägt folgende Schnittzeiten vor:

Wann schneiden?

Aus oben erwähnten Gründen rät der Autor, nur einmal zu schneiden, und das im Juni. Nach dem Schnitt im Frühsommer entsteht dann aus der Pflanzung eine Zwischenstufe zwischen geformter und freiwachsender Hecke, die je nach Bedarf breit oder schmal gehalten werden kann.
Beachte, dass diese Gartenarbeiten eine stachelige Angelegenheit ist, denn das Geäst hat lange, dünne Dornenauswüchse. Der Autor rät, für diese Arbeiten entsprechende Kleidung wie feste Schuhe, Handschuhe und vor allem eine Schutzbrille zu tragen. Er selber hatte sich einmal eine Augenverletzung beim Beschneiden eines Feuerdornbusches zugezogen.

Sorten

Wir können in den Baumschulen zahlreiche Sorten kaufen, doch nach den Erfahrungen des Autors eignen sich nicht alle, um als Hecke gezogen zu werden. Wir sollten Feuerdornsorten wählen, welche von Natur aus nicht zu ausladend wachsen. Solche sind gut für lockere Strauchgruppen geeignet, doch nicht für unserer Zwecke.

Pyracantha coccinea Bad Zwischenahn Feuerdornhecke

Gute Sorten sind die abgebildete Sorte 'Bad Zwischenahn' mit roten Beeren. Tieforange große Früchte bekommt 'Orange Charmer' und wiederum rote, große Beeren hat 'Red Column'. Alle drei Gehölze gelten als schorffest. Die Empfehlungen beziehen sich auf Hecken. Weitere Infos zu Pyracantha-Sorten hat der Autor hier zusammengestellt.