Kirschlorbeer AustriebOft hilft schon ein kräftiger Rückschnitt ...
Oft hilft schon ein kräftiger Rückschnitt ...

Nicht selten wird die erste Freude über die neu erworbene Kirschlorbeerpflanze schnell getrübt: Gerade gekauft und eingepflanzt wird die junge Pflanze auch schon zum Opfer eines Schädlings. Die Ursache ist meist, dass die Pflanzen in der Eingewöhnungszeit am neuen Standort starkem Stress ausgesetzt sind. Das unschöne Ergebnis ist ein Befall durch Pilze oder Blattläuse, welche die Triebe und Blätter schädigen und absterben lassen.

Tatsächlich könnnen Pflanzen auch gestresst sein, vor allem dann, wenn Jungpflanzen nach der Gewächshausvermehrung nicht ordentlich abgehärtet wurden. Kaufe deshalb Kirschlorbeer-Pflanzen in einer Baumschule vor Ort. Bereits kranke Gewächse können durch einen starken Rückschnitt noch eine Chance erhalten.

Der Sonderfall: Braune Blätter am Ende des Winters sind Frostschäden, hier sind die Infos dazu.

Was verursacht Stress für eine Kirschlorbeerpflanze?

Das immergrüne Gehölz möchte einen neutralen oder alkalischen also kalkreiche Boden. Neigt der Boden zum "Versauern", solltest du die Erde regelmäßig mit einem Kalkdünger verbessern. Besonders bei Kübelbepflanzungen ist auf die optimale Qualität der Erde zu achten! Ist der Boden sauer, können manche Nährstoffe nicht ausreichend aufgenommen werden und der Kirschlorbeer verkümmert.

Südliche Gehölze, die im Winter weniger Kälte gewohnt sind, sollten hier also wenigstens alle nötigen Pflanzennährstoffe zur Verfügung haben, um gesund wachsen zu können. Zum Beispiel Kali (im Sommer als Kalidünger gegeben) hilft den Pflanzen bis zum Winter rechtzeitig zu "verholzen". Das ist ein wichtiger Schutz gegen Frostschäden.

Das Gegenteil von rechtzeitig ausgehärteten Trieben wird bewirkt, wenn man übermäßig mit Stickstoff düngt, etwa durch die Zugabe von Kunstdünger. Der Stickstoff regt die Pflanzen zwar zu einem starken Wachstum an, hält sie aber vom wichtigen Verholzen ab. Das Düngen mit Hornspänen ist hier besser, da diese nur in der warmen Jahreszeit verrotten und somit Stickstoff abgeben. Im Herbst verringert sich die Stickstoffabgabe und lässt den Gewächsen Zeit "zur Ruhe zu kommen".

Wird der Kirschlorbeer im Winter geschwächt, dann kann dies zur Folge haben, dass er anfällig für Pilzkrankheiten wird.

Also:

  1. Vorsicht mit zu viel Stickstoffdünger!
  2. Kalk- und kalireiche Dünger verwenden.
  3. Mulchen fördert die Winterhärte.

Stress-Wirkung: Pilzbefall und Schädlinge

Sind die Kirschlorbeerpflanzen durch die oben genannten Ursachen bereits geschwächt und kommt dann noch der Stressfaktor des Verpflanzens hinzu, dann sind die Gehölze anfälliger für Krankheiten und besonders für Pilzbefall. Dies kann sich folgendermaßen äußern:

Schrotschusskrankheit

Hier handelt es sich um eine Pilzkrankheit, die meist durch Trochila laurocerasi hervorgerufen wird. Der schädigende Pilzbefall tritt oft nach einem verregneten Frühjahr auf. Die Blätter des Kirschlorbeers bekommen rot-schwarze Flecken, die von innen her austrocknen (es entstehen Löcher in den Blättern).

Zweigdürre oder Spitzendürre

Eine Krankheit, die ebenfalls durch einen Pilz verursacht wird: Monilia laxa. Die Blätter und Triebe bekommen braune Ränder, werden im zeitigen Sommer gelb und fallen ab oder trocknen ein. Oft sind jedoch Trockenschäden die Ursache der gelben Blätter, meist nach der Neupflanzung. In diesem Fall sind meist Pflanzen mit beschädigten Wurzeln gepflanzt worden.

Blattläuse

Wollläuse, Schmierläuse, Schildläuse u.a. befallen geschwächte oder auch gern mit Stickstoff überdüngte Kirschlorbeerpflanzen.

Erste Hilfe

Kranke KirschlorbeerblätterBei Schrotschusskrankheit hilft das Zurückschneiden der befallenen Triebe. Bei der Zweigdürre wird stärker zurückgeschnitten. Die vom Pilz befallenen Triebe müssen unbedingt verbrannt oder in Folie verpackt in der Mülltonne entsorgt werden. Beim Befall durch Läuse hilft neben dem Rückschnitt wohl meist nur die chemische Bekämpfung der Insekten (Insektizide, systemisches Insektizid). Wegen der raschen Veränderungen der Präparate und deren Zulassung bzw. der Genehmigungen von Pflanzenschutzmitteln gehst du sicher, wenn du dich beim Pflanzenschutzamt deines Bundeslandes bzw. im Fachhandel informierst. Wenn wirklich nichts mehr geht, dann verwende ich das Präparat: Bi 58® – früher auch Bi 58 EC. Der Wirkstoff ist Dimethonat und wird nicht nur durch die Blätter sondern auch durch Wurzeln aufgenommen. Meines Wissens wird Bi 58® von der Firma COMPO hergestellt und kann auch über diverse Onlineshops bezogen werden. Die bekannte Firma Neudorff bietet "Spruzit Schädlingsfrei", "Raptol Schädlings-Spray" oder "Promanal" an. (Stand Juni 2006)

Alternative

Wenn der Kirschlorbeer bei dir im Garten wirklich nicht gedeihen will, dann soll es eben nicht sein. Es gibt so viele interessante Gartengehölze. Mach doch mal einen Bummel durch das Ausstellungsgelände der nächtsten Baumschule. Dort gibt es meist Gehölze, die im Umland gut wachsen.