Heilpflanze Benediktenkraut
Benediktenkraut

Benediktenkraut, Cnicus benedictus: Die Heilpflanze stammt ursprünglich aus dem Orient. Den Druiden galt sie als heilige Pflanze zum Schutz und zur Verleihung von Stärke. Als Gartenpflanze sollte sie Diebe fernhalten. Seinen Namen bekam das Kraut durch den heiligen Benedikt von Nursia, der seinen Mönchen, den Benediktinern, empfahl, die Pflanze in den Klostergärten anzubauen.

Es erreicht eine Höhe von bis zu 50 cm, sein Stängel ist fünfkantig und streifig. Im unteren Teil ist er borstig, nach oben hin drüsig behaart. Die Blätter sind mit Ausnahme der mittleren und oberen Blätter gestielt, im unteren Teil länglich, klebrig und zottig behaart und besitzen auslaufende, stachlige, zahnförmige Blattspitzen. Die äußeren Hüllblätter der gelben Blütenköpfe sind kurz und einfach gestachelt, die Hüllblätter im Inneren sind länger und besitzen gebogene Stachel. Die Frucht des Benediktenkrauts ist walzenförmig und leicht gebogen.

Das Benediktenkraut findet man häufig in Gärten, an Feldrainen, auf trockenen, steinigen Flächen, sonnigen Hängen oder Ödland. Es blüht von Juni bis August, in dieser Zeit werden die Blätter und Sprossspitzen mit Blüten zum Trocknen gesammelt.

Volksnamen: Kardobenediktenkraut, Distelkraut, Spinnendistelkraut, Bernhardinerkraut, Bitterdistel, Bornwurz

Heilwirkung

Aus dem Heilkraut werden allerlei magenberuhigende Liköre hergestellt (z.B. der "Benediktiner"), außerdem ist es in einigen Galle- und Lebermitteln enthalten. Die Pflanze enthält speichel- und magensaftsekretionsfördernde Bitterstoffe, besonders Cnicin, daneben enthält es ätherische Öle, die beruhigend und entspannend auf Magen und Darm wirken. So wird das Kraut in Form von Tees, Bittermitteln oder Likören bei Mundtrockenheit, Appetitlosigkeit und Verdauungsstörung angewendet. In hoher Dosis löst das Benediktenkraut Erbrechen aus. Als Umschlag verwendet fördert es die Wundheilung.

Für einen Tee übergießt man zwei Teelöffel des Krauts mit 150 ml kaltem Wasser und erhitzt es bis zum Sieden. Nach fünf bis zehn Minuten seiht man die Flüssigkeit ab und trinkt jeweils eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten eine Tasse. Trotz seiner Bitterkeit darf das Getränk nicht gesüßt werden, da sonst die Wirkung der Bitterstoffe verloren geht. Für einen Umschlag tränke man eine Kompresse mit dem Tee, die man mehrmals täglich auf die wunden Stellen legen.

Achtung: Das Kraut darf nicht während der Schwangerschaft und Stillzeit verwendet werden. Bei Überempfindlichkeit gegen Benediktenkraut oder andere Korbblütengewächse können allergische Reaktionen auftreten. Bei Darmgeschwüren oder Krankheiten, bei denen eine gesteigerte Magensaftsekretion unerwünscht ist, darf das Kraut ebenfalls nicht angewendet werden.

Benediktenkraut wächst auf feuchten Wiesenrändern. Es treibt einen 30 – 40 cm hohen, haarigen Stängel, blüht im Juni und August. [...] Die Distel kräftigt die Verdauungsorgane, wirkt bei Wechselfieber, Schüttelfrost, Hysterie und Magenbeschwerden, auch ist es ein schweißtreibendes Mittel. Man nimmt davon, was man zwischen 5 Finger fassen kann auf ½ Liter kochendes Wasser, brüht es auf und gebraucht es.


Literatur & Quellen: Bild und Zitat nach historischer Buchvorlage: Brunnfels, O. / Pfeffermann / Gleitsmann, E.: Das Buch der Kräuter, Verlag Urbania-Gesellschaft, Dresden, um 1920