Immergrüne Schleifenblume Iberis sempervirens
Die Schleifchen ähneln den Schleifen weißer Schürzen. Daher der Name.

Die Immergrüne Schleifenblume (Iberis sempervirens) ist nicht nur eine mehrjährige Staude, sondern gilt sogar als Halbstrauch. Bei diesen Gewächsen verholzen die unteren Teile der Triebe, was eben auch bei dieser Art der Schleifenblume der Fall ist. Das ermöglicht der Staude Trockenperioden gut zu überstehen. Somit eignet sie sich Iberis sempervirens für die Pflanzung auf trockenen Gartenplätzen, Trockenmauern, Steingärten, niedrige Rabatten und pflegeleichten Grabbepflanzungen. Neben der dauerhaft kräftig grünen Farbe der Polster punktet die Zierstaude durch die reiche Blüte im Frühling. In dieser Zeit fallen die Gewächse durch reine weiße, mitunter meterbreite Blütenkissen auf und geben den idealen Hintergrund für weitere bunte Frühlingsblüten.

Botanik

Bevor wir uns weiter den Verwendungsarten widmen wollen, gehen wir kurz auf die botanische Klassifizierung der Staude ein. Die Immergrüne Schleifenblume ist eine Art der Pflanzengattung der Schleifenblumen (Iberis). Die Gattung fügt sich in den Tribus (Unterfamilie) der Iberideae und diese in die Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Die Kreuzblütler gehören in die Ordnung der Kreuzblütlerartigen (Brassicales). Es gibt etwa 27 Arten der Schleifenblumen, die in Europa, Kleinasien und Nordafrika beheimatet sind. Im Garten verwenden wir als Zierpflanzen einjährige Iberis-Arten (I. amára var coronária, I. umbelláta). Von den mehrjährigen Arten kaufen wir in den Gärtnereien neben I. sempervirens die etwas flacher wachsende Art Iberis saxátilis, die Felsen-Schleifenblume. Der Name "Schleifenblume" bezieht sich auf die Form der Blüten, welche sehr den Schürzenschleifen der Dienstmädchen im 19. Jahrhundert ähnelte.

Wenn man nicht genau weißt, ob man Iberis sempervirens vor sich hat, dann zerreibe man ein Stück vom Trieb zwischen den Fingern. Dann entfaltet sich ein intensiver Kohlrabiduft. Die Vermehrung kann leicht durch Stecklinge bewerkstelligt werden, die man nach der Blüte schneidet und steckt. Im Gewächshaus oder unter Folie sind auch Herbststecklinge möglich.

Sorten/Arten

  • Iberis saxatilis, Vorfrühlingsiberis – Blüte Anfang April/Mai in schneeweißen Kissen und im Herbst eine Nachblüte - wertvolle Staude für den Steingarten! Höhe der Polster 15 cm, tiefdunkelgrüne Blätter. Die Blüten haben manchmal einen Hauch von rosa.
  • Iberis sempervirens 'Schneeflocke' – reinstes Weiß der Blüten, die etwa drei Wochen nach Iberis saxatilis blühen
  • I. semp. 'Findel' – starkwüchsige und Großblütige Sorte
  • I. semp. 'Weißer Zwerg' – niedrige Zwergsorte mit schönem Wintergrün
  • I. semp. 'Zwergschneeflocke' – eine ältere Zwergsorte, etwa 15 cm hoch

Standortansprüche

Der Standort unserer Staude sollte in voller Sonne liegen. Der Boden sollte aber nicht zu nährstoffarm sein, sondern tiefgründig und nicht nass. Im Halbschatten gedeiht die Pflanze zwar auch problemlos, doch werden sie dort nicht so kompakt, wie in der Sonne. Der gedrungene, kissenartige Wuchs ist aber gerade die Besonderheit der Zierstaude. Im Schatten sollen die Stauden auch nicht so winterhart sein, wie auf sonnigen Standorten. Übrigens werden bei Frostschäden die Blätter braun, was nicht zu oft vorkommt, doch im Frühjahr treiben die Pflanzen in der Regel wieder aus. Um die Schleifenblumen gut durch den Winter zu bringen, sollten wir sie nur im Frühjahr pflanzen und nicht im September/Oktober.

Kaufen, Pflanzung und Pflege

Die Stauden kaufen wir in Gartenmärkten, Baumschulen oder Staudengärtnereien. Auch online sind sie gut erhältlich. Die günstigste Pflanzzeit ist von März bis Mai gegeben. So können die Pflanzen, welche zuvor in Töpfen kultiviert waren, bis zum nächsten Winter noch ordentlich Wurzeln ausbilden. Die Robustheit der Stauden, auch gegen starke Winterkälte, ist nur dann gegeben, wenn sie tiefe Wurzeln ausgebildet haben. Im ersten Jahr nach der Pflanzung wird bei Trockenheit regelmäßig gegossen. Gedüngt wird erst nach der ersten Überwinterung am Standort. Beim Einpflanzen der Setzlinge ist darauf zu achten, dass die Wurzelballen so tief in der Erde zum Stehen kommen, dass sie nicht oben auf dem Beet herausschauen, sondern 1 cm mit Erde bedeckt sind.

Um die Pflanzenpolster der Schleifenblume dicht zu halten, kann ab und zu ein Rückschnitt erfolgen. Wir schneiden dann die Stauden etwa ein Drittel zurück. Diese Arbeit sollte direkt nach der Blüte erfolgen. Auf sandigen Böden ist es wichtig ein Mal im Jahr mit einem Volldünger nach der Blüte zu düngen, da auf solchen Standorten die Pflanzen sonst etwas fledrig werden. Auch auf anderen Standorten kann einen jährliche Düngung von Vorteil sein.

Verwendung

Die Schleifenblume gehört zu den absolut unentbehrlichen niedrigen Gartenstauden. Zudem wirkt kaum eine andere flache Blütenstaude im Flor auch noch in der Ferne so gut, wie diese. Iberis sempervirens hat eine kräftige und gesunde, dunkelgrüne Farbe im Laub, welches den Boden völlig bedeckt und auch noch im Winter eine entsprechende Färbung aufweist. Aus diesem Grunde und wegen der schönen Blütenkissen ist die Staude ideal für Frühlingsrabatten und Steingärten. Gleichzeitig mit der Schleifenblume kommen auch die blaublütigen Zwiebelpflanzen in den Frühjahrsflor. Das sind: Schneestolz, Szilla und die hellblaue Puschkinia.

Iberis sempervirens als Mauerpflanze

Der Autor hat die Halbstaude auch schon oft für die Gestaltung von Grabanlagen verwendet wo sie als immergrüne Dauerbepflanzung von Gräbern bestes ihre Aufgabe erfüllt. Eine besonders schöne Kombination ist hier (wie auch in Staudenanlagen) das Zusammenpflanzen mit dem Perlkörbchen (Anaphalis triplinivernis). Beide Zierstauden ergänzen sich wunderbar im Farbkontrast des Laubes und in der Blütezeit und beide sind sehr ausdauernd. Sie können gut 20 Jahre am Standort verbleiben, ohne sich gegenseitig besonders zu verdrängen oder an Blühwilligkeit nachzulassen.

Auch für die Bepflanzung von Trockenmauern an Böschungen kann Iberis verwendet werden. An Böschungsmauern, wo die Stauden überhängend von der Mauerkrone herabwachsen kann die Art mit dem gelb blühenden Frühlingssteinrich (Alyssum saxatile) und mit dem silberlaubigen Zwerghornkraut (Cerastium tometosum) kombiniert werden.