Sitzplatz mit Gartenbank
Schlichtes grünes Refugium

Sich mit der Thematik Gartengestaltung, und mit allen Dingen um dieses Thema herum, allgemein auseinander zu setzen, ist wichtig. Doch noch wichtiger ist es, den eigenen Stil zu finden. Frage dich: Was will ich wirklich? Unbemerkt, ohne dass wir es vielleicht selber wollen, kopieren wir oft Stil und Ansichten anderer. Doch jeder sollte sich selbst gegenüber unbefangen sein und dass tun, was er für richtig hält. Das ist allemal besser, als irgendeiner allgemeinen "veröffentlichten Meinung" nachzueifern.

Du musst dein Grundstück weder ultra-ökologisch gestalten, nur weil irgendjemand meint, auf diese Weise die Welt samt aller Juchtenkäfer und Kriechgetiere retten zu müssen*, noch muss das Gelände aus einer glattgeleckten Rasenflächen bestehend der Pedanterie des Nachbarn standhalten. Denke in Sachen der Gartengestaltung zuerst nur an Dich und überlege, was dieser Ort für Dich sein soll:

Was kann der Garten für dich sein?

Verschlungener Gartenpfad

  1. Er soll ein Rückzugsort sein oder
  2. Er soll zweckmäßig den Wohnraum erweitern und/oder Gewinn abwerfen (Stichwort Selbstversorgung), oder
  3. Er soll repräsentativ sein.

1. Das Refugium

Jeder sollte das Recht besitzen, die paar selbst erwirtschafteten Quadratmeter Grund und Boden, so zu gestalten, wie man es selbst möchte. Du solltest dir dort einen Ort einrichten, der nur dir gehört und an dem du dich, ungestört von den Blicken und Ohren der Nachbarn, aufhalten kannst.

Mehr Infos dazu: Sichtschutz

2. Ein Stück Autonomie - Selbstversorgung und Freiraum

Kleingarten mit GewächshausDer Garten am Haus oder auch das kleine Stückchen Land in der Schrebergartenkolonie bringen dir und deiner Familie ein großes Stück an Unabhängigkeit; wenn du es nur wirklich willst. Die Kinder haben hier einen Raum, der nur ihnen allein gehört und dieser Freiraum wird ihre Kindheit prägen. Wer ein wenig von Ökonomie versteht, der wird bald merken, dass der eigene Kleingarten eine Goldgrube ist; und das nicht nur in Bezug auf Geld sondern auch auf frische, gesunde Nahrungsmittel. Ich behaupte einmal, dass man in der Lage ist – natürlich mit etwas Mühe – in einem üblichen Schrebergarten mit 200 – 300 m² Grundfläche (inklusive Kleingewächshaus und Frühbeetkasten) 50 % der nötigen Nahrungsmittel für eine Kleinfamilie selber zu produzieren. Das Einzige, was diesem erstrebenswerten Stück an Autonomie und Autarkie entgegensteht, ist die eigene Bequemlichkeit. Die musst man überwinden. Freiheit oder Bequemlichkeit: Es liegt an einem selbst, was man bevorzugst.

Mehr Infos dazu: Drei Ernten pro Jahr

3. Repräsentative Gartengestaltung

BronzeplastikWer es will, der kann den Garten samt Haus auch rein zur Repräsentation nutzen. Heute ist das in Deutschland allerdings gesellschaftlich weitgehend verpönt. Wer etwas in seinem Berufsleben geleistet hat, darf dieses nicht zeigen. Wäre das immer so gewesen, so hätten wir keine Parks wie Sanssouci in Potsdam und bestimmt keinen der vielen schönen, kleinen Schlossgärtchen überall im Land. Dass heutzutage so scheel auf vermögende Bürger geschaut wird, und dass diese sich aus dem Grund verständlicherweise aus dem gesellschaftlichen Leben zurückziehen, ist auch eine Ursache dafür, dass es der überwiegende Teil an wirklich guten Künstlern hier bei uns recht erbärmlich lebt. Neid und Missgunst den Vermögenden gegenüber ist der Tod der bildenden Kunst und der Tod der besonderen Gartenkunst erst recht.

Mehr Infos dazu: Moderene Gartengestaltung

Es lohnt sich, über alle drei genannten Punkte nachzudenken. Erst dann solltest du heiter, gelassen und ganz unbefangen dein Gartengestaltungsprojekt angehen, ohne einen weiteren Gedanken daran zu verschwenden, was vielleicht andere von dir erwarten. Erfülle deine Erwartungen und nicht die deiner Freunde, deiner Nachbarn oder die suggestiven Erwartungen der Gesellschaft!

*PS. Deutschlandweit ist die Natur dabei, viele Kulturländereien zurückzuerobern. Wer mit offenen Augen durch die Lande reist, wird überall Flächen entdecken, wo kleine Birkenwäldchen entstehen, in denen Sämlinge von Eschen, Buchen, Fichten oder Eichen aufkeimen, die in 80 oder 100 Jahren als neue "Ur-Wälder" diese jetzt entstandenen Pioniergehölz-Wäldchen ablösen werden. Deutschland verwildert - und das nicht nur botanisch gesehen

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