Kunst- und Kulturgeschichte

Gottvater zeigt Adam Paradies, Gemälde Arnold Böcklin

Der Garten ist in der Kunst oft Allegorie für das Paradies, für die Gefilde der Seligen – die Wohnung der Seelen. Er ist Symbol für die Lebensentfaltung und in vielen Religionen Teil der Urzeitmythen. Der Gärtner ist selber der Schöpfer des Lebens und in der Mitte seiner Schöpfung befindet sich der lebenspendende Baum, die Frucht oder die Blume des Lebens.

Gezer-Kalender

Der so genannte Kalender von Gezer ist ein Kalksteintäfelchen von 11x17 cm mit sieben Zeilen grober, archaischer Schrift. 1908 wurde es von dem irischen Archäologen Robert Alexander Stewart Macalister (1870 – 1950) in Gezer, nahe bei Jerusalem gefunden. Die alte Steintafel, welche vermutlich im 10. Jh. vor Chr. beschrieben worden ist, ist kein Kalender im eigentlichen Sinne, auf dem die genaue Reihenfolge aller Monate des Jahres vermerkt sind, sondern eine einfache Aufzählung bäuerlicher Tätigkeiten, die jedem palästinensischen Bauern geläufig sind.

Spitzweg Gemälde Zeitungsleser Hausgärtchen

Der deutsche Garten ist ein erweiterter Wohnraum im Grünen zum Bewohnen und zum Betrachten. Architektur (Menschenwerk) – gezielt als Kontrast zur Natur gesetzt, ist Thema des deutschen Gartenstils. Das Bild oben zeigt dieses Prinzip deutlich (solide gemauerte Terrasse und üppiges Grün), welches sich bis heute durch die Jahrhunderte erhielt. Malerische Ansichten und Nützlichkeit der Anlage, sollten sich nicht ausschließen, und damit ist dieser ein Ort zum geselligen Beisammensein und ein Ort der Ruhe und Besinnung.

Zaun am Bauerngarten

"Er war am Anfang ein umzäuntes Stück Land zum Zweck der Pflanzenzucht. Schutz dem Inneren, Trutz nach außen, das will der Zaun, und daher ist er der allererste Wesensteil aller Gärten. [...] Wer zuerst eine Pflanze in den Boden setzte, um ihre künftige Frucht zu ernten, wer sie mit Gerten schützte und so den ersten Zaun um Pflanzenzucht stellte, der schuf den ersten Garten. [...]

Paradiesgärtlein altes Gemälde

Auf dieser Seite geht es um den inneren Sinn des Begriffs "Garten", auf den ich an anderer Stelle bezüglich der Linguistik eingegangen bin. Im Zusammenhang damit streifen wir auch das Thema der "Frau im Garten" in Kunst und Symbolik. Wenn der Leser etwas zu mystischem Denken neigt, so ist er hier genau richtig. Wer mehr ein rationales Verständnis für die Dinger seiner Umgebung hat, wird hier genauso fündig, denn er kann zunächst über meine Hypothesen urteilen, die der Frage auf den Grund geht: Wie denkt ein Computer?