Erlichthof Rietschen in Ostsachsen
Garten

Vielleicht ist er die älteste Bautätigkeit des Menschen überhaupt, wenn man den Begriff des "Gartens" zuerst einmal nur als einen umfriedeten Wohnplatz definiert. Tatsächlich weist der Begriff Garten genau darauf hin. Die Etymologie des deutschen Wortes Garten geht im weitesten auf das indogermanische gher und später ghortos zurück. Später floß auch der Begriff "Gerte", was Material der Flechtzäune (geschnittenen Weiden- und Haselruten) für die Zaun-Einfriedung meint, ein.

WeidenflechtzaunMittelhochdeutsch: garte, althochdeutsch: garto, gotisch: garda, was mit "Hürde" (Flechtwerk) übersetzt werden kann. (vergleiche auch mit:  englische "yard" = Hofraum, oder das französische u. altfränkische "jardin".) Interessant ist auch die Wortverwandschaft des Gartens hin zur "Gerte" (der Rute): Mittelhochdeutsch gerte, althochdeutsch gerta, gotisch gazds, das heißt: "der Stecken".

Der Garten ist also dem Wortsinn nach ein mit Zäunen (ursprüngliche waren das meist Flechtzäune, Weidenzäune) umfriedeter Kulturraum. Dass er dem Begriff nach nicht nur im Sinne für die Gartenbau-Nutzung zu verstehen ist, sondern auch als Wohnplatz, verraten die Sprachwurzeln, welche vom indogermanischen "ghortos" zum russischen "gorod" = Stadt und polnisch "ogorod" = Obstgarten führen.

Es lässt sich also abschließend simpel feststellen: Der Gartenzaun macht den Garten. Das unterscheidet ihn zum Beispiel vom Park. Der Garten ist Kulturland zum Bewohnen und zum Bebauen. Heute ist das der Wohngarten und der Nutzgarten.