Hügelbeet – Definition, Funktion, Vorteile – wo empfohlen?

Hügelbeet

Hügelbeete sind wallartig angelegte Beete für den Gemüsebau. Durch hügelartig angelegte Beete erhöht sich die bebaubare Gartenfläche. In der Regel werden sie so angelegt, dass man im Herbst einen flachen Graben aushebt (Nord-Süd exponiert) und diesen mit Geäst, Laub, Heckenschnitt- und ähnlichen Gartenabfällen füllt. Dann wird das Material mit einer Schicht halbverrottetem Kompost abgedeckt und der ausgehobene Boden so aufgebracht, dass er das Kompostgut überdeckt. Man kann nun schon Spinat auf dem Beet aussäen und hat dann im Frühling bereits eine erste Ernte. 

Die weitere Bepflanzung erfolgt mit Kulturen, die sich für derartige Hügelbeete eignen. In erster Linie sind das Buschtomaten (Stabtomaten + Mais als Tomatenstange), Busch- und Stangenbohnen, hoher Grünkohl, Zucchini und Freilandgurken, also Gemüsekulturen, welche einen luftigen, leicht zu erwärmenden und nicht zu nassen Standort mögen. Heute wird viel mit Hügelbeeten experimentiert. Sie sind Bestandteil der Permakultur.

Vorteile bringen die Hügelbeete auf sehr schweren und kühlen Tonböden, weil sich in ihnen die Erde besser erwärmt. Durch die eingegrabenen organischen Materialien werden Regenwürmer angezogen, welche wiederum den Boden lockern und düngen. Der sich zersetzende Kompost ist ein zusätzlicher Dünger, besonders auch das sich dabei bildende bodennahe CO², welches das Wachstum der Pflanzen sehr fördert. Ein zusätzliches Mulchen der Hügel während der Vegetationsperiode schützt die Beetanlage vor dem Austrocknen.

Weitere Vorteile gibt es nicht. Aus diesem Grunde lohnt es sich, diese alternative Anbaumethode nur dort anzuwenden, wo der zur Verfügung stehende Boden sehr steinig und hart oder dort, wo kaum eine Humusschicht vorhanden ist.

Man hüte sich vor zu großen Hügelbeetanlagen und lege anfangs das Beet besser etwas kleiner an, sodass es im Folgejahr auch wieder normal bestellt werden kann. Man findet im Internet viele Beispiele, wie Hügelbeete angelegt werden können, aber kaum eine Anlage, die üppig trägt und älter als ein Jahr ist. Will man ein Hügelbeet mehrere Jahre an einem Platz bewirtschaften, so ist es besser als eine Art "Kompostbeet" anzusehen, bei dem dann auch eine bestimmte Fruchtfolge nicht so wichtig ist. Man wird dann jährlich im Frühjahr den Mutterboden fortnehmen, halb verrotteten Kompost aufbringen und den Hügel wieder schließen und bepflanzen.

Ausführliche Informationen, wie ein Hügelbeet angelegt wird, finden sich hier.


Literatur und Quellen:

Keuter, Marie-Luise; So entsteht ein Biogarten; München/Wien/Zürich 1991