Kartoffel-Lichtkeime.
Kartoffel-Lichtkeime.

Kartoffeln treiben nach einer bestimmten Zeit der Lagerung aus ihren Augen Triebe und Seitentriebe (sogenannte Stolonen) aus. Liegt die Kartoffelknolle im Boden, so wird sie sich auf diese Art und Weise vegetativ vermehren. Wird die Kartoffel im Keller ohne Licht gelagert, so treiben die Knollen in kurzer Zeit lange Keime, sogenannte Dunkelkeime. Diese zehren die Knolle nach und nach aus und sie vertrocknet.

Die Speisekartoffel verliert dabei schnell an Qualität. Diese Keimung bei der Lagerung kann mit Keim-hemmenden Chemikalien (Wirkstoff Chlorpropham, "Keimstopp") verhindert werden. Allerdings scheint dies nicht sonderlich gesundheitsfördernd zu sein. Im Hausgebrauch genügt es, diese Dunkelkeime per Hand aller 4 Wochen zu entfernen. Das geht recht rasch und dauert bei gewöhnlichen Lagermengen kaum eine halbe Stunde, die für unsere Gesundheit investiert werden sollte.

Ganz anders verhält es sich, wenn Kartoffeln im Licht liegen und keimen. Hier bilden sich dann nur kurze, grüne, sogenannte Lichtkeime, die maximal 1 bis 2 cm lang werden, selbst, wenn die Kartoffelknolle drei Monate im Hellen liegt. Wer also selbst gewonnene Saatkartoffeln im Winter nicht im kühlen Keller lagern kann, der hat die Möglichkeit, sie in hellen Räumen bei 10 -15 °C über den Winter zu bringen. Allerdings werden die Kartoffeln dabei grün und können nicht mehr zu Speisezwecken verwendet werden.

Beim Frühkartoffelanbau nutzt man mit dem Vorkeimen der Kartoffeln, d.h.mit der Bildung dieser Lichtkeime an den Saatkartoffeln, die erwünschte Ernteverfrühung.

Vorgekeimte Saatkartoffel in einem Erdloch