Pastinake
Pastinake, ein Wintergemüse.

Die Pastinake ist ein mit der Petersilie verwandtes Gewächs und eines unser ältesten Gemüsepflanzen. Bekannt war sie bereits in der Antike. In Deutschland gehörte sie zu den wichtigsten Nahrungspflanzen, bis sie von der Möhre und Kartoffel verdrängt wurde. Schon seit ein paar Jahren kultiviere ich selbst Pastinaken in meinem Garten und experimentiere mit ihrer Zubereitung.

Delikates Wurzelgemüse, Futtermöhre, Grünfutterpflanze

Die Pastinake wird auch Hammelmöhre oder Moorwurzel genannt, was uns sagt, dass sie sogar auf weniger guten und moorigen Böden wächst. Neben der Verwendung als Grundnahrungsmittel kann die Wurzel auch als Futter Verwendung finden, ebenso das Laub, was noch im Spätherbst grün und frisch ist. Die Gemüsepflanze ist absolut winterhart und kann im Winter auf dem Beet verbleiben. Die möhrenähnlichen Wurzeln schlug man früher aber auch in Erdeinschlägen oder im Keller ein, um sie auch bei Frost problemlos verfügbar zu haben.

Besonderheit: Die Moorwurzel schrumpelt an der Luft nicht so schnell wie die Möhre. Somit ist sie vermutlich ein ideales Lagergemüse. Den Pastinaken-Anbau im Garten habe ich (siehe Link) genau beschrieben. Ich säe das Gemüse meist neben den Schwarzwurzeln aus, welche in Kultur, Winterhärte und Ernte sehr ähnliche sind. Die Aussaat erfolgt im März, die Ernte Oktober bis März.

Verwendung in der Küche

Soweit ich die Verwendungsmöglichkeit einschätzen kann, ist vereinfacht zu sagen, dass die Pastinakenwurzel quasi wie eine Kartoffel verarbeitet werden kann. Man stellt aus ihr Pastinakenbrei (wie Kartoffelbrei), Suppen, gedünstetes Gemüse oder Aufläufe her.

Patison in SahnesauceVerwendet werden die Wurzeln auch als Suppengemüse. Selten werden sie zu Salat verarbeitet. Wird die Pastinake allein verwendet, erscheint ihr Geschmack manchmal etwas streng. Gemüse- oder Kartoffelsuppen gibt die Pastinake dagegen einen pikanten Geschmack, desgleichen auch püriert und mit Kartoffelbrei gemischt. Manche der Sorten z.B. 'Dicke Dirn' (Bild oben) ist relativ mild im Geschmack.

Rezept

Besonders schmackhaft ist die Zubereitung als Bratgemüse: Man schneidet Zwiebel und Knoblauch, dünstet diese in heißem Olivenöl (oder Fett) und gibt dann das nicht zu grob geschnittene Wurzelgemüse hinzu. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, fertig..

Schmackhafter ist es natürlich, eine Gemüsepfanne mit weiteren Gemüsen anzurichten. Weil die Pastinake sehr schnell weich und etwas mehlig im Geschmack wird, ist es besser, zuerst in der Pfanne Kohlrabi und Brokkoli anzubraten und die Pastinake später hinzuzugeben. Das Ganze kann natürlich noch mit einer Käse- oder Sahne-Sauce verfeinert werden.

Ideal für Selbstversorger

Dass die Moorwurzel früher viel verwendet wurde, liegt sicher auch daran, dass für die Zubereitung sehr wenig Energie vonnöten ist. Im Vergleich zu Erbsen brauchte man das Gemüse nur sehr kurz zu kochen, um beispielsweise Brei herzustellen. Bei der Moorwurzel dauert es 15 bis 30 Minuten und bei den Erbsen wohl an die 4 bis 6 Stunden. All diese Eigenschaften und auch die leicht mögliche Vermehrung macht die Pastinake auch für Selbstversorger interessant. Vielleicht habe ich dir Lust gemacht, in deinem Garten und in der Küche mit diesem Gemüse zu experimentieren.