Symbole im Symbollexikon
In barocken Parkanlagen finden wir recht oft Plastiken, bei denen ein Attribut der jeweiligen in Stein gehauenen Protagonisten die Maske ist. Der Grund hierfür ist, dass in dieser Zeit die Schauspielkunst an Beliebtheit sehr gewann und die Prunkgärten der Adeligen teilweise wie Theaterbühnen angelegt wurden. In diesen Gärten gab es dann für die skulpturale Ausstattung gewisse ungeschriebene Regeln, was die Themen derselben betraf. Neben den vier Jahreszeiten, verschiedener griechischer Mythen war das auch die Schauspielerei, welche die Maske symbolisiert. Auch heute noch ist die stilisierte Darstellung einer lachenden und weinenden Larve quasi das Berufssymbol der Schauspieler und wir finden es als Autoaufkleber, wie auch als Grabmalsymbol auf den Friedhöfen.
Der Mistelzweig ist in der Symbolik recht bedeutungsschwer: Er verkörpert die geistige und göttliche Lebensessenz, das Allheilende und die Unsterblichkeit. So hat nach einer Erzählung Vergils (70 – 19 vor Chr.) der Trojaner Aeneas, nachdem er seine geliebte Dido aus dem Hades errettet hatte, sie mit Hilfe eines Mistelzweiges wieder zum Leben erweckt.
Als Symbol periodischer Neuerschaffung steht der Mond für die Zeit. Der Halbmond ist mit alten Bestattungskulten verbunden, die Mondsichel (Mondbarke) erinnert an das Totenschiff. In uralter Zeit waren die Flüsse quasi die erste Autobahn der Menschen, welche durch jegliche unwegsame Wälder und Gelände führte. Mit einfachen Booten (Baken) ging man auf weite Fahrten, unbekannte Expeditionen und so auch auf die letzte Reise. In diesem Sinne ist die alte Mondsymbolik zusehen.
Das Symbol der Jakobsmuschel geht in unserem christlichen Kulturkreis auf den heiligen Jakobus, den Schutzpatron der Pilger, zurück, dessen Attribut die Pilgermuschel (Pecten jacobaeus oder Pecten maximus) ist. Die Jakobsmuschel erlangte Bekanntheit durch den Jakobs-Pilgerweg nach Santiago de Compostela. Es ist Brauch, den bekannten Pilgerweg nicht in Santiago de Compostela zu beenden, sondern 60 km weiter zum Cap Finisterre zu wandern, um dort im Meer eine echte Jakobsmuschel zu sammeln.
Die Ursprünge der Malerei, Symbolik und selbst der Schriftbilder sind uralt. Da ich hier auf diesen Infoseiten ein kleines Lexikon der Bildzeichen zusammengestellt habe, das eigentlich im Zusammenhang mit der Bildhauerei und der Gartenkunst steht, so mag dieser Exkurs in die mystischen Symbole des sogenannten Tierstils, welche bis zu magisch wirkenden Tattoovorlagen reicht, den Leser verwundern. Doch dazu gibt es keinen Grund, denn dieser Stil findet sich auch in den nordischen und keltischen Kunstmotiven (Keltenkreuze) [1], welche heute auch unsere Kultur prägen. Ursprünglich verzierte der Mensch wohl zuerst seinen und den Körper seiner Mitmenschen, bevor er Höhlenwände bemalte und Plastiken schuf. Und ganz sicher hatte die Symbolik dieser ursprünglichen Körperbilder eine wichtige Bedeutung, beispielsweise als Schutzzeichen, als Status oder als Erkennung zu einer bestimmten Sippenzugehörigkeit.
